(Michael van Laack) Grußworte zum Ramadan lesen und hören wir jedes Jahr. Und fast jeder (pseudo)christliche oder gar atheistische Politiker lässt es sich nicht nehmen, den in Deutschland lebenden Muslimen zu gratulieren, dass sie nun für einen Monat ihre Mahlzeiten in die dunkle Tageshälfte verschieben und das ganze „Fasten“ nennen. Gestern hat auch Angela Merkel wieder eine Grußbotschaft übersandt. Auf Deutsch und Arabisch, an einer entscheidenden Stelle allerdings mit einem erheblichen Unterschied in den beiden Versionen.

Nur ein Haar in der Suppe?

Dennoch irritiert mich zweierlei. Zum einen, warum es in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt einen Ramadan-Gruß für in Deutschland lebende Muslime in arabischer Sprache geben muss. Ist das vielleicht eine neue Amtssprache?

Und dann: Warum sind die beiden Versionen nicht identisch? Warum fehlt in der deutschen Version am Schluss der Gottesbezug? Wen wollte man durch die deutsche Übersetzung nicht zu sehr aufscheuchen. Und: Gäbe es überhaupt einen Grund, dass sich jemand pikiert fühlen könnte, wenn im deutschen Text das Gleiche stünde wie im arabischen?

Der kleine aber feine Unterschied

Am Ende der deutschen Fassung lesen wir: „Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute und natürlich Gesundheit! Möge der Ramadan trotz der widrigen Umstände eine friedvolle Zeit der inneren Einkehr und der gegenseitigen Stärkung für Sie sein!“

Am Ende der arabischen Fassung hingegen:

Das aber heißt so wörtlich wie nötig und so frei wie möglich übersetzt: „Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute und natürlich auch reichlich Gesundheit! Möge Allah den Ramadan den schwierigen Umständen zum Trotz, die wir durchleben, zu einer Zeit des Friedens und der Solidarität machen.“

Wollte man die deutschen Leser nicht damit konfrontieren, dass es für die Bundesregierung keinen Unterschied gibt zwischen Allah und dem Mörder, Kriegstreiber und Kinderschänder Mohammed auf der einen und Gottes Sohn – dem Friedensstifter Jesus Christus – auf der anderen Seite?

Oder steckt mehr dahinter?

Der direkte Bezug auf Allah, der durch seine Gläubigen Frieden und Solidarität in die Gesellschaft bringt, hätte schnell eine politische Dimension. Denn wir wissen, dass der Anspruch, eine Religion der Barmherzigkeit, des Friedens und der Solidarität mit Nicht-Muslimen zu sein, mit der grausamen Wirklichkeit in zahlreichen Ländern weltweit nicht zusammenpasst.

200 Millionen durch Muslime verfolgte Christen; der Anspruch, die westlichen Demokratien dem Haus des Islams einzuverleiben; die Bildung paralleler Gesellschaften in unseren Großstädten; Kinderehen, Frauen-Diskriminierung, Antisemitismus, Verfolgung Homosexueller. All das bringen viele nicht-muslimische Bundesbürger wohl eher mit dem Islam in Verbindung als eine von Gott geforderte Verlegung der Mahlzeiten in die Nacht, durch die mehr Frieden und Solidarität in die welt kommt..

Und: Wenn Gott dieses Fasten gefordert hat, kann ja die auf Ostern vorbereitende Fastenzeit nicht gottgewollt sein. es sein denn, man nähme zwei Götter an, was sich die interreligiös bewegten Christen allerdings streng verbieten. Auch dies könnte die Bundesregierung veranlasst haben – um Kontroversen aus dem Weg zu gehen – den Bezug auf Gott nur im arabischen Original sichtbar werden zu lassen.

Denn eine Kanzlerin, die tatsächlich der Ansicht wäre, Gott habe den Ramadan eingesetzt, dürfte nicht mehr an Christus als den Sohn Gottes glauben… OK, tut sie vermutlich ohnehin nicht mehr, seit sie sich in ihrer Gottkanzlerschaft eingelebt hat. Aber das muss ja niemand wissen, oder? Vor allem nicht die dummen Almans, weshalb es als klug empfunden wurde, den Bezug auf Gott wegzulassen. Denn schließlich sind die Kartoffeln alle ungebildet und beherrschen nicht einmal korrekt die gottgewollte Gendersternchen-Sprache.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.