(Michael van Laack) Einmal mehr wendet sich der hochverehrte Herr Bundespräsident in einer TV-Ansprache mit einem Durchhalte-Appell an das deutsche Volk. Nein, Entschuldigung, selbstverständlich an alle hier Lebenden. Er zeigte Verständnis für jene, für die es um die blanke Existenz gehe, forderte aber die allerallerallerletzte große gemeinsame Kraftanstrengung, um das Virus zu besiegen. Und das, obwohl er zwischendurch meinte, das Durchhalteparolen nach 13 Monaten nicht weiterhelfen würden.

Ganz so wie man es vom ersten Mann im Staat erwartet. „Vorbildlich“ hatte er sich vor einigen Tagen mit AstraZeneca impfen lassen und vorbildlich darbt auch der Bundespräsident wahlweise im Schloss Bellevue oder der Villa Hammerschmidt vor sich hin. Deshalb hat er neben der Pflicht doch auch das Recht, seine Staatskinder zu ermahnen, oder?

Das Beste aus sich herausholen

Entsprechend verlangt Steinmeier, was er selbst täglich tut, auch von den Bürgern: Wir mögen bitte das Beste aus uns herausholen und uns noch einmal zusammenraufen. Zwar sei beim Testen, Impfen und dem Digitalunterricht einiges schiefgelaufen, aber die Bundesregierung, die Landeschefs und alle im Kampf gegen Corona in den Verwaltungen Werktätigen gäben ihr Bestes, um den Sieg über Corona sicherzustellen. Da sei es äußerst unangemessen „die da oben beständig zu kritisieren.

HInweis: Die vollständige Rede ist erst ab 18.00 Uhr online. Bis dahin findet sich beim Klicken auf "Amsehen auf Youtube" jedoch ein Ausschnitt. Der Redetext (es gilt das gesprochene Wort) liegt der Redaktion jedoch bereits vor.

Stattdessen sollten die Bürger lieber das ihre zum Sieg im Corona-Krieg beitragen und folgsam den Lehren der Bundesregierung Abstand halten, Masken tragen, Kontakte meiden und auf bessere Zeiten hoffen, die dann auch gewiss irgendwann einmal kämen.

Bundespräsident sagt herbe Einschränkungen voraus

Allen hier Lebenden werde noch einmal äußerst viel abverlangt. Deshalb erwarte er auch von der Politik, dass sie sich zusammenraufe, nicht gegeneinander arbeite sondern mit einer Stimme den von der Kanzlerin geforderten Bundes-Lockdown beschließen. Umfragewerte oder parteiinternes Geschacher dürfte jetzt keine Rolle mehr spielen.

Die aktuelle Vertrauenskrise müsse nach dem erfolgreichen Sieg über das Virus irgendwann auch einmal aufgearbeitet werden. Die Fehler sollten dann auch benannt werden. Ob daraus auch Konsequenzen gezogen werden müssten, ließ der Bundespräsident allerdings offen.

Einmal mehr eine typische Grüßaugust-Rede, die keinem wehtun will, vor allem nicht der Bundesregierung, von deren Gnaden bekanntlich seine zweite Amtszeit abhängen wird. Deshalb hat er das gesagt, was sie von ihm erwartt haben… Jene, die nicht mehr kritisiert werden möchten.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.