(Michael van Laack) Nach dem Auftritt des NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Vorsitzenden gestern Abend im ZDF Heute-Journal kann man noch besser nachvollziehen, warum kaut einer FORSA-Umfrage nur jedes fünfte CDU-Mitglied ihn als Kanzlerkandidat sehen möchte. Ob sich freilich die Granden der Partei an den Wunsch der Basis halten werden? Im Fall Merz haben sie es jedenfalls nicht getan.

AstraZeneca? Sollen sich erst einmal die anderen impfen lassen!

In wenigen Tagen wird Armin Laschet 60 Jahre alt und könnte dann in den Genuss einer AstraZeneca-Injektion kommen. Aber er möchte lieber noch ein wenig warten. Auf die Frage des Moderators meinte er lakonisch, die Politiker sollten sich da mal nicht vordrängen. Erst einmal die chronisch Kranken impfen und wenn dann alles läuft, irgendwann auch einmal die Politiker.

Laschet redet viel, sagt aber wenig. Er laviert sich mehr schlecht als recht durch, will es jedem recht machen: der Kanzlerin, dem Gesundheitsminister, seiner eigenen Partei und irgendwie auch den Bürgern im bevölkerungsreichsten Bundesland. Und er hat keine Lösungen anzubieten, stellt nur Thesen auf, hat zahlreiche Visionen und rückt sich vor Entscheidungen. Das tut weder dem Bundesland gut, dessen oberster Volksvertreter er ist noch tät es den Unionsparteien gut, mit so einer blassen Figur gegen die Strahlefrau Annalena Baerbock oder den „staatsmännischen“ Robert Habeck in den Wahlkampf zu ziehen.

Ich lasse mir von Söder und Kretschmann nichts vorschreiben, aber…

…eine eigene Lösung der Probleme, die sich aus dem Auftreten der bösen Mutante entwickeln könnten habe ich noch nicht. Ein bisschen wenig für jemanden, der an der Spitze des einwohnerstärkste Bundeslandes steht und nun schon mehr als ein Jahr Erfahrung in der Pandemie sammeln konnte.

Auch beklagt sich Laschet über die komplizierte Verwaltung im Impfmanagement. Zwar hätten er selbst oder seine Untergebenen diesen Berg an Formularen und andern notwendigen Akten im Corona-Management sich diese Vorschriften ausgedacht oder doch zumindest bestätigt, aber deshalb sei er ja nicht persönlich verantwortlich für all das. Auf jeden Fall müsse sich da etwas ändern.

Sicherheit ist des deutschen Mentalität

Den Briten sei es völlig egal, wenn 0,000001 % der Geimpften an den Folgen der Impfung versterben. Deshalb würden sie weiter fleißig durchimpfen. Das bringe ihnen aber eigentlich keine Vorteile. Wir in Deutschland hingegen legten mehr Wert auf Sicherheit. Dadurch würde zwar langsamer geimpft, aber das hätte kaum Nachteile für die Bevölkerung. Na ja, Herr Ministerpräsident… Längere Lockdowns, mehr Insolvenzen, zahlreiche psychisch auffällige Kinder, höhere Selbstmordrate und last but not least: dramatischer Zustimmungsverlust für die Unionsparteien.

Wir brauchen sofort… demnächst… später… einen harten Lockdown

Wir haben keine Zeit und die Lage sei extrem ernst. Aber: Der Coup mit der Osterruhe habe ja leider nicht funktioniert. Seit man das zur Kenntnis nehmen musste, würden alle Ministerpräsidenten nachdenken und nachdenken und nachdenken. Schließlich sei die Lage extrem bedrohlich und es müsse sofort gehandelt werden. Deshalb will Laschet die Osterfeiertage nicht der Suche von Eiern (also Ostereiern, damit hier kein Missverständnis entsteht) sondern weiterem Nachdenken und dem nachdenken über das Nachdenken widmen.

Irgendwann am Ende der Woche wird er dann zu einem Ergebnis gekommen sein und die dritte welle mit neuen Maßnahmen brechen. Welche das sind, wird noch nicht verraten. Die kennt Laschet vermutlich auch noch gar nicht. Und wer weiß, vielleicht nimmt das Virus ja auch diesmal Rücksicht auf die Politik, macht selbst eine Osterruhe und bricht erst pünktlich zum Donnerstag oder Freitag nächster Woche wieder voll aus, wenn die meisten Mallorca-Urlauber wieder im Lockdown-Country Germany gelandet sind.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.