(Michael van Laack) Eine neue Koalition bahnt sich an. Der christsoziale und der grüne Ministerpräsident haben sich mit einem „Brandbrief“ an ihre 14 Kollegen gewandt, weil diese ihrer Ansicht nach den Mahnruf der Kanzlerin „Die Lage ist ernst. Nehmen Sie sie auch ernst.“ nicht ausreichend zu würdigen wissen und stattdessen entweder ein paar kleine Lockerungen erreichen oder den Status quo erhalten wollen.

Martialische Sprache, gar Kriegsrhetorik

Manch einer wird sich noch an das Kriegswinter-Video der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr erinnern. Dies tun vermutlich auch Söder und Kretschmann. Vielleicht haben sie aber auch beide Dr. Joseph Goebbels Aufsatz- und Redensammlung „Die Zeit ohne Beispiel“ gelesen und mehr verinnerlicht, als es einem lupenreinen Demokraten zu Gesicht steht.

Die dritte Welle „rollt seit einigen Wochen unerbittlich über das Land.“ Die Lage sei „ernster, als viele glauben“. Viele würden tatenlos und verteidigungsunwillig zuschauen, wie sich „tausende von neuen Ansteckungen [] exponentiell durch unser Land fressen“. Nun sei die Zeit des Handelns gekommen. Der Kampf gegen Corona kann nur durch Taten gewonnen werden: „Wir müssen daher unsere Verantwortung jetzt wahrnehmen und dürfen nicht länger diskutieren.“

Einheitlicher Geist wird beschworen

Der Appell an den Korps-Geist darf selbstverständlich nicht fehlen! Nur „ein einheitlicher Geist“ führe zum Sieg über die böse Mutante. Deshalb sei die „Notbremse ohne weiteres Überlegen und Zögern konsequent umzusetzen“.

Die Forderungen im Einzelnen:

  1. Konsequente nächtliche Ausgangssperre ab einer Inzidenz von 100.
  2. Bundesweit ausschließlich FFP2-Masken als Schutz. Keine OP-Masken.
  3. Testpflicht vor jedem Betreten eines Geschäftes.
  4. Schüler, die Test verweigern, dürfen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Dieser soll nach Ostern ohnehin nur dort stattfinden dürfen, wo mehrfach in der Woche getestet wird.

Der Brief endet mit der Aufforderung, den Glauben an den Endsieg nicht zu verlieren: „Kämpfen wir weiter gemeinsam gegen das Virus und für die Gesundheit der Menschen in unserem Land!“

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.