(Michael van Laack) Während Hundertausende Menschen um ihre Existenz durch die Folgen des Corona-Lockdowns bangen, hatte der Essener Bischof Overbeck mit Andersdenkenden kein Mitleid. Verstöße gegen Corona-Auflagen müssten hart sanktioniert werden, Querdenker stellten eine Gefahr für die Gesamtbevölkerung dar, so der Tenor vieler seiner Äußerungen aus den letzten Monaten.

Grundsätzlich seien ohnehin alle, die in welcher Frage auch immer Kritik an der Regierung üben, Menschen mit ultrakonservativer oder rechtsradikaler Gesinnung. Diskurs mit diesen sei nicht möglich, eigentlich auch gar nicht notwendig, denn man weiß ja schon,w elcher Müll herauskommt, wenn si den Mund öffnen. Weshalb auch in Kirchenvorständen oder Pfarrgemeinderäten Christen mit AfD-Parteibuch ebenso unerwünscht seien wie Querdenker-Aktivisten oder katholische Traditionalisten. Denn wer für die AfD, gegen die weise Corona-Politik und den Linksruck der Kirche in der Lehre streite, sei kein Christ. Wer die staatliche verordnete Buntheit nicht mittrage, sei ebenfalls kein Christ. Schon gar kein Christ sei, wer behaupte, dass der christenfeindliche Islam nicht zu Deutschland gehöre.

Ich werde niemanden reglementieren und sanktionieren

Mit Blick auf die eigene Institution (den Global Player römisch-katholische Kirche) und seinen Geschäftsbereich in ihr als Leiter eines Bistums sieht Overbeck das alles ganz anders. Widerstand sei möglich, wenn nicht gar verpflichtend. Denn es könne ja nicht sein, dass eine kleine Gruppe um den Papst in Rom entscheide, was die Priester und andere kirchliche Mitarbeiter in Deutschland zu tun und zu lassen hätten. die Kirche von Deutschland müsse sich so demokratisch und fürsorgend aufstellen, wie der Staat. Na dann..

Kirchrechtlich wäre Overbeck dazu verpflichtet, Priester zu suspendieren, die gegen ausdrückliche Weisung und Kirchenrecht homosexuellen Paaren oder polyamoren Kleingruppen einen eheähnlichen Segen erteilen. Er aber hält aber nichts von Obrigkeitshörigkeit. Jeder Mensch sei nur seinem Gewissen verpflichtet. Auch Priester, meint der Essener Oberhirte. Ein Gewissensbegriff, den er für konservative Katholiken oder für die falsche Partei tätige politische Aktivisten selbstverständlich nicht gelten lassen will. Dort betont er stets die Wichtigkeit der Einheit und Solidarität, warnt aber auch immer gern vor Spaltung der Gemeinden oder gar der Gesellschaft.

Gute Rechtsbrecher und böse Regierungskritiker

Ein Anspruch also, den Overbeck nicht gelten lässt für Menschen, die zu seinen eigenen Positionen andere Auffassungen vertreten. Auch Homosexuelle können ja in den Himmel kommen. Da das allerdings nicht für AfD-Mitglieder und konservative katholiken (in theologischen Fachkreisen „Nazis“ bzw. „mittelalterliche Rückwärtsdenker“ genannt) gilt, darf man denen auch gern schon einmal unterstellen, sie handelten gewissenlos, seien unbarmherzig, migrantophob und somit unchristlich.

Wer sich aber offen gegen Worte der Bibel, des Katechismus und der gesamten Tradition der Kirche seit über 2.000 Jahren stelle, sei mutig, denke nach vorne, habe sein Ohr am Puls der Wahrheit der Welt und müsse daher tun und lassen können, was er wolle.

Die Menschen verstehen kirchliche Sanktionen nicht mehr

Und was man nicht mehr versteht, muss auch nicht erklärt werden, damit es eventuell verstanden wird. Das machen Linksgrüne bekanntlich in ihren Schulen genauso. Was nicht verstanden wird, wird verändert oder abgeschafft. Sobald in der Gesellschaft eine Mehrheit ein Gebot Gottes oder eine Lehre der Kirche, vielleicht auch ein Wort, das Christus selbst gesagt hat, nicht mehr versteht, gehört es getilgt und den Nichtchristen nach dem Mund geredet. Wenn man dann nur lang genug die eigene Religion in allen Bereichen an die Veränderungswünsche und Lebenswirklichkeiten der hedonistischen Gesellschaft angepasst hat – so dürfte Overbeck glauben – werden die Massen sich bekehren und alle in seine Kirche eintreten. Der enorme Glaubwürdigkeitsgewinn dürfte dann auch zu überreichen Gnadenströmen – z. B. in Form der Kirchensteuer – führen.

Dafür müsse nicht nur der Papst, sondern wohl auch Gott Verständnis haben. Christus – so Overbeck bereits in einer Predigt 2017 – habe schließlich auch nicht alle Entwicklungen voraussehen und alle Erkenntnisse erlangen können, die das 20. und 21. Jahrhundert mit sich gebracht hätten. Tja.. Ist Christus für Overbeck denn nicht der Sohn Gottes und somit Teil jener Dreifaltigkeit, der von Anbeginn an nichts vorborgen ist? Offensichtlich nicht, weshalb der Vatikan gut beraten wäre, nicht nur die Suspendierung von ungehorsamen Priestern selbst vorzunehmen, wenn ein Bischof sich weigert, sondern diesen Bischof ohne Ansehen der Nationalität oder Person ebenfalls zu suspendieren.

Hohe Zeit, einige Bischöfe zu suspendieren

Ein Bischof, der Recht nach Belieben beugt und seine Durchsetzung mit ganzer Härte dort fordert, wo es ihm gerade passt und genehm ist, hat ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem. Freilich nicht gegenüber den linksgrünen Milieus. Denn die sind dankbar für jeden exponierten Kirchenvertreter, den sie auf die Seite ihres als Befreiungstheologie getarnten Sozialismus ziehen können. Bei Overbeck ist es ihnen bereits gelungen.

Deshalb ist es hohe Zeit – ihn und seinen Generalvikar Klaus Pfeffer, der in der Vergangenheit auf Demos der DKP und der Grünen Jugend mitmarschiert und dessen Nähe zur Homo-Lobby in und außerhalb der Kirche auffällig eng ist, aus ihren Ämtern zu entfernen. Sollten dann 30 oder 40 % der angeblichen tiefgläubigen Katholiken aus „Solidarität“ oder „Protest“ die Institution verlassen: Bitte gern! Denn eines haben römisch-katholische Kirche von Deutschland und manche Partei gemeinsam: Sie bedürfen einer Grundreinigung, damit sie auf ihre ganz verschiedene Art und Weise wieder strahlen und Licht, Salz und Sauerteig für die Welt bzw. das Vaterland sein können.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.