(Michael van Laack) Wie im vergangenen Jahr haben es auch 2021 nur wenige Gemeinden gewagt, eine Palmprozession in der Öffentlichkeit durchzuführen. Den einen war es vermutlich zu lästig und riskant, eine Demo anzumelden und für die Einhaltung des Hygienekonzepts verantwortlich zu sein. Andere wiederum fanden vermutlich keine Anknüpfungspunkte der Palmsonntagsthematik zu FFF oder BLM. Oder wollten nicht von der ANTIFA als Querdenker fehlidentifiziert werden, weil z. B. der Pfarrer oder Gläubige offiziell vom Tragen einer Maske befreit wären.

Feigheit vor den christenfeindlichen Medien

Hauptgrund dürfte natürlich die Kritik fast aller MSM sein, dass neben selbstverständlich zu duldenden Clanbeerdigungen und überfüllten – weil nicht kontrollierten – Freitagsgebeten die Kirchen nun doch staatlicherseits kein Gottesdienstverbot in der Karwoche bekommen haben. Und das, obwohl der Lieblings-SM-Club mancher Berliner Journalist*innen in Berlin seine Pforten immer noch nicht öffnen darf.

In vielen Kirchen ist es ja schon seit einigen Jahren zur unseligen Tradition geworden, sich der Öffentlichkeit am Palmsonntag nicht mehr zu zeigen und stattdessen ein oder zweimal im Kreis durch die Kirche zu laufen. Dort aber, wo in den vergangenen Jahren immer ein kleiner Umgang (z. B. um den Strassénblock der jeweiligen Kirche oder auch nur um das Kirchengelände selbst – stattgefunden hatte – verzichteten die Gemeinden heute freiwillig darauf. Ein Trauerspiel, das zweifellos gut in die aktuelle Passionszeit – das Leiden der Kirche – passt, aber definitiv nicht zum Motiv des Palmsonntags.

Furcht vor Staat und Medien

An diesem Tag ist Christus in dem Wissen, dass er in dieser Stadt bald sterben würde, nach Jerusalem eingezogen. Auf einem Esel statt einem Pferd, was ihn der Lächerlichkeit preisgab. Doch die Mehrheit jubelte ihm zu an diesem Tag.

Vielleicht fürchten sich unsere Kirchen ja auch, dass man öffentliche Palmprozessionen zunächst bejubeln und dann und dann in den Medien kritisieren würde. Vermultich sogar von den Falschen bejubelt, von den Bürgerlichen und Liberalen oder gar von Querdenkern. Also von „Nazis“ oder „Covidioten“. – Nein! Sich wie Christus dem Spott der Welt aussetzen, will diese Kirche nicht mehr. Konformität ist die neue Tugend der deutschen Katholiken.

Genug vom aktuellen Zeitgeschehen

Deshalb hier einige Gedanken eines meiner Lieblings-Liturgen aus seiner weitaus längeren Abhandlung zum Palmsonntag. Zu finden in: Dom Prosper Guéranger, Das Kirchenjahr, Band 6 – Die Passions- und die Charwoche, Mainz, 1877 – Dieses 15-bändige Werk wurde zwischen 1872 und 1902 nur ein einziges Mal ins Deutsche übersetzt und erfuhr bis 1904 lediglich Neuauflagen einzelner Bände.

Diesem Band habe ich den Text entnommen - Mit dem Palmsonntag beschäftigt sich Guéranger auf 53 Seiten

Deshalb ist es selbstverständlich heute nur noch antiquarisch zu erreichen. Vollständig sehr selten und oft zu knapp vierstelligen Beträgen, in Einzelbänden häufig in schlechter Qualität und dennoch mittelhohen Preisen. – Hier nun ein kurzer Auszug:

Der Esel symbolisiert das Judentum, das Jungtier das Heidentum

„Freue Dich hoch, du Tochter Sions! Juble, du Tochter Jerusalems! Siehe, Dein König kommt zu Dir gerecht und als Heiland; er ist arm und reitet auf einer Eselin, auf dem jungen Füllen einer Eselin.“ (Sach 9, 9). Da Jesus sah, dass die Stunde der Erfüllung dieser Prophezeiung gekommen, sandte er zwei Jünger ab und befahl ihnen, eine Eselin und deren Füllen, das sie in einiger Entfernung finden würden, ihm vorzuführen. Der Heiland war zu dieser Zeit bereits in Bethphage auf dem Ölberge angekommen. Die beiden Jünger beeilten sich, den Auftrag ihres Meisters auszuführen und alsbald stand die Eselin samt dem Füllen für Jesus bereit.

Die heiligen Väter haben uns den Schlüssel zu den Geheimnissen dieser beiden Tiere gegeben. Die Eselin stellt das jüdische Volk da, welches bereits seit Langem unter dem Joch des Gesetzes stand; das Füllen, auf welchem nach dem Evangelium noch kein Mensch gesessen hatte (Mk 11, 2), bedeutet das Heidentum, welches bis dahin noch niemand gebändigt hatte. Das Loos beider wird sich in wenigen Tagen entscheiden. Weil es den Messias zurückgestoßen, wird das jüdische Volk preisgegeben und an seiner Stelle nimmt Gott die Nationen an Kindesstatt an, welche jetzt zwar noch wild sind, dann aber an ihn glauben und seinen Willen befolgen werden.

Als König zog er ein, als König starb er

So wollte Gott, der die Herzen der Menschen wie Wasserbäche lenkt, seinem Sohn einen Triumph in derselben Stadt bereiten, die wenige Tage darauf mit wildem Geschrei das Blut des göttlichen Messias fordert. Dieser Tag war ein Augenblick der Herrlichkeit für Jesus, und die heilige Kirche will, dass wir alljährlich das Gedächtnis dieses Triumphes des Gottmenschen erneuern. Zur Zeit der Geburt des Emmanuel sahen wir die Weisen tief aus dem Morgenlande kommen, wie sie in Jerusalem nach dem König der Juden suchten und forschten, denn sie wollten ihm ihre Huldigungen und ihre Gaben darbringen.

Heute ist es Jerusalem selbst, das sich wie ein Mann erhebt, um vor ihm her zu ziehen beide Tatsachen beziehen sich auf denselben Zweck, sie sollten die königliche Würde Jesu Christi anerkennen; die erstere vonseiten der Heiden, die zweite vonseiten der Juden; die erstere zur Zeit seiner Geburt, die zweite unmittelbar vor seinem Tode. Christus war geborener König, er war bis zu seinem Tode König. Bevor er in den Tod ging, musste seine königliche Würde von Juden und Heiden anerkannt werden – und als er am Kreuz hing, ließ der Vertreter der höchsten irdischen Gewalt in Jerusalem über seinem Haupt die Inschrift anbringen: Jeus von Nazareth, König der Juden; und so starb er auch als König.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.