(Michael van Laack) Als Mandatsträger zu einem anderen Thema eine Rede im Bundestag oder den Landtagen halten, kommt häufiger vor, als manche vermuten würden. So gesehen stellt Markus Pretzells gestrige Rede im Landtag von Nordrhein-Westfalen nichts Außergewöhnliches dar. Doch hatte er nicht das Ziel, ein aus seiner Sicht nicht ausführlich genug beackertes aktuelles politisches Thema aufzurufen, sondern einzig und allein, der AfD insgesamt und Prof. Dr. Jörg Meuthen im Besonderen massiven Schaden zuzufügen.

Aktuelle Stunde zu Transparenz anlässlich eines Maskendeals

Der traditionsreiche Textilhersteller van Laack mit Stammsitz in Mönchengladbach und der Sohn des amtierenden Ministerpräsidenten. Ein Masken-Deal, in den auch Laschet senior  verwickelt war? Gab es für einen der Beteiligten finanzielle oder sonstige Vorteile? Das alles ist möglicherweise noch nicht ausreichend aufgeklärt und wurde im Landtag schon mehrfach kontrovers diskutiert.

Marcus Pretzell – ehemaliges FDP-Mitglied, dann bis September 2017 Mitglied der AfD und für diese zuvor als Spitzenkandidat in den Landtag von NRW eingezogen, danach Mitglied der „Blauen Partei“ um seine Gattin Frauke Petry. Pretzell – nach Auflösung der Partei wegen Erfolglosigkeit nun fraktionsloses Mitglied des Landtags – nutzte am gestrigen Freitag das Podium zu einer Rede, die vermutlich den Auftakt zu einer Generalabrechnung mit seinen einstmaligen Förderern bilden soll.

Behauptungen ohne Substanz

Vorwürfe gegen Jörg Meuthen, Maximilian Krah, Alice Weidel (ohne ihren Namen ausdrücklich zu erwähnen) und andere, die entweder mit Fragen verbunden wurden oder unbelegt blieben. Bis auf die Wahlkampfhilfe für Jörg Meuthen 2016, die dieser aber nicht zu seiner eigenen Bereicherung verwendet, sondern im Dienst der Partei investiert hat, wie er seinerzeit selbst einräumte: „Es waren gerundet für Inserate 27.000 Euro, für Flyer 17.000 Euro, für Plakate 41.000 Euro und für Grafik 5000 Euro.“

Seit Monaten ist ein Heer von Investigativen von NDR, WDR, t-online und „Correctiv“ damit beschäftigt, weitere Belege für Bereicherung und illegale Zuwendungen zu finden. Bislang erfolglos. Auch Frauke Petry stocherte vor einigen Wochen nur um Nebel und machte in einem als Enthüllungsbericht angekündigten Interview unbelegte Angaben. Gleiches tat nun gestern Marcus Pretzell. Allerdings nicht als Privatmann, sondern als Landtagsabgeordneter, der Immunität genießt.

Korruptionsvorwürfe gegen Meuthen

Also ob all das nicht genug wäre, legte Pretzell dann auf Twitter nach. Weiterhin belegt er nichts, sondern stellt lediglich Anschuldigungen in den Raum und reagiert mimosenhaft, wenn er wegen seines Runs scharf kritisiert wird:

Und weiter:

Und heute Morgen nun der eindeutige Korruptionsvorwurf. Unbelegt wohlbemerkt. Pretzell muss auch nichts belegen. Denn er weiß, die MSM werden begierig all die mehr als mäßig entstellte und in Scheinfragen verpackte Wahrheit aufsaugen. So steht er endlich in dem grellen Rampenlicht, dass ihm gebührt, in das ihn möglicherweise ehemalige Parteikollegen der AfD seinerzeit nicht lassen wollte. Es muss Verletzungen gegeben haben. Seine Person oder vielleicht auch seine Gattin Frauke Petry betreffend. Ansonsten ist der Hass nicht zu erklären.

Mimosenhaft!

Er hat das Recht,  jeden zu beschuldigen, den er zu beschuldigen beliebt. „Verklagt mich  doch, dann erzähle ich noch mehr Geschichten“, scheint die Botschaft zu lauten. Austeilen kann Pretzell sehr gut. Doch in rhetorische Fragen und Definitionskonstruktionen verpackte Kritik an ihm: Das geht gar nicht. Das muss juristisch unterbunden werden.

Cui bono?

Zum Schluss ein persönliches Wort an den Herrn Landtagsabgeordneten: Wenn Sie all das beweisen können, was Sie gestern und in den Monaten davor stets angedeutet haben, dann legen Sie es bitte endlich auf den Tisch. Ansonsten müsste ich annehmen, dass Ihr Interesse an der Vernichtung der AfD die einzige Motivation ist. Vielleicht aus Enttäuschung, vielleicht aus Rache, vielleicht um im Gespräch zu bleiben.

Aber ganz gewiss nicht, um unserem Land und seinen Menschen zu dienen. Jene, die sich die Hände reiben ob ihrer Andeutungen, stehen politisch dort, wo auch sie – so hoffe ich – unser Vaterland nicht sehen wollen: Links. – Wenn Ihr Gewissen mit Blick auf die AfD ein reines ist; wenn Sie um belegbare Vorgänge wissen sollten, die von öffentlichem Interesse sind; dann, Herr Pretzell legen Sie all das zeitnah auf den Tisch. Gleiches sollte Ihre Gattin tun. Ansonsten wäre es klug, über diese Angelegenheit für immer zu schweigen! Denn so erledigen Sie lediglich das Geschäft der Feinde alles wahrhaft Liberalen, Bürgerlichen und Konservativen.

Bereiten Sie bitte diesem unwürdigen Schauspiel ein Ende! So oder so!

***

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.