(Michael van Laack) Zweierlei bewundere ich an Ralph Brinkhaus: Sein freies Reden ohne Skript und die Inbrunst, mit der es ihm immer wieder gelingt, sich und manch anderen das Regierungsversagen schön zu saufen. In seiner heutigen Rede hat er es dann aber doch übertrieben.

Er warnte davor – und schaute dabei auch in Richtung Regierungsbank – Fehler Versagen zu nennen, sonst würde in Zukunft niemand mehr etwas zugeben. Und er bezeichnete den Föderalismus als Hemmnis im Corona-Management.

Jeder macht mal Fehler – Also nicht künstlich aufregen

Die typische Struktur von Unionsrednern in der Pandemie: Zu Beginn der Rede die AfD angreifen, dann die Regierung loben, Entscheidungen verteidigen, Fehler kleinreden und auf eine goldene Zukunft verweisen.

Alexander Gauland (Brinkhaus‘ Vorredner) habe überhaupt nicht das Recht, die Arbeit der Bundesregierung zu kritisieren und ein besseres Impfmanagement zu fordern. Schließlich leugne seine Partei von Beginn an die Existenz des Virus. Immer sehr wirkungsvoll. Denn Lügen über die AfD werden mit besonders viel Applaus bedacht. Daraus saugt auch Ralph Brinkhaus Energie für die dann folgende Rede.

Und so kam er nach dem Lob für Merkel auch gleich zur Sache: es müsse Schluss sein mit der Skandalisierung von Fehlern der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten. Dazu solle man dann besser schweigen, auf keinen Fall aber dürfe von versagen gesprochen werden. Das traumatisiere die handelnden Personen und führe dazu, dass sie gar nichts mehr zugeben.

Föderalismus nur außerhalb von Krisen sinnvoll

Selbstverständlich sei er – meinte der Unions-Fraktionsvorsitzende – für Föderalismus! Aber nur in guten Zeiten. Krisenmanagement müsse ausschließlich aus dem Kanzleramt kommen. Deshalb müsse in Corona-Zeiten die Chance ergriffen werden, da ein wenig am Grundgesetz herumzutüffteln.

Revolution steht auf unseren Fahnen! – Und in Brinkhaus Gesicht!

Deshalb erneuerte Merkels „Erster Ritter“ auch noch einmal seine Forderung, dass Reformen nicht mehr ausreichten. Mit Blick auf den Föderalismus bräuchte es eine „kleine“ Revolution, um den Staub der letzten 200 Jahre hinwegzufegen.

Wir können uns also schon ausmalen (ohne schwarzmalen zu müssen), was uns bevorsteht, wenn im Herbst Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün die Macht übernimmt. Bei Rot-Rot-Grün müssen wir uns über das Grundgesetz oder Grundrechte ohnehin keine Gedanken mehr machen!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.