(Michael van Laack) Die Osterferien nahen und damit für manche die Gelegenheit, dem tristen Corona-Deutschland zu entfliehen und in südlicheren Gefilden zu entspannen. Das gefällt Finanzminister Scholz gar nicht. Lieber über Ostern allein oder im kleinsten Familienkreis zu Hause sitzen und auf bessere Zeiten warten, rät er.

Die Leute würden vor deutscher Lockdown-Gesundheit strotzend in den Urlaub fliegen, aus den zu Nichtrisiko-Gebieten erklärten Urlaubsorten mit dem Virus zurückkommen und wenige Tageoder Wochen später die Wellen vier und fünf auslösen, die auch der Bundesregierung den höchstverdienten Sommerurlaub verderben könnte.

Im Sommer einigermaßen normales Leben

Das wäre aber nur möglich, wenn sich alle noch ein paar Wochen gedulden, weil (zum gefühlt hundertsten Mal) die härteste Zeit nun vor uns liege. Es sei unverantwortlich, in der dritten Welle Deutschland zu verlassen und im Urlaub den Wellenreiter und Partymacher zu geben.

Doch Scholz hat auch „Hoffnung“ im Gepäck: Der „BILD am Sonntag“ erklärte er: „Bei aller Ungeduld: Langsam wird es besser. Jede Woche bekommen wir mehr Impfdosen, Ende April werden es vermutlich schon fünf Millionen, Ende Juni zehn Millionen pro Woche sein. Es gibt also die berechtigte Hoffnung, die Pandemie im Sommer zu überwinden. Dann wird ein einigermaßen normales Leben mit nur noch wenigen Beschränkungen möglich sein. Diese Aussicht sollte uns alle motivieren, sie macht Hoffnung.“

Bis dahin aber habe der brave Deutsche weiterhin das zu tun, was die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin in ihrer unermesslichen Weisheit beschließen. Aus dem Corona-Gefängnis Deutschland auszubrechen hält Scholz für eine desaströse Entscheidung.

Die Ministerpräsidenten können nicht machen, was sie wollen!

Wo können wir da auch hin. Die Gesundheit steht über dem Föderalismus, denn: „Wir schreiten nicht blind voran, sondern verharren auch mal einen Moment oder gehen, wenn nötig, einen Schritt zurück. Ich sehe keinen Grund, diesen vorsichtigen Pfad zu verlassen. Es muss aufhören, dass hochrangige Politiker unter Druck die Nerven verlieren und hektisch Ankündigungen machen, die nichts mit den gerade gemeinsam vereinbarten Beschlüssen zu tun haben.“

Das Vor und Zurück beschreibt Scholz also als den idealen Weg. Macht er auch so Finanzpolitik? Heute eine Woche geöffnet, dann wieder geschlossen. Das wird der Einzelhandel gewiss verkraften und die Schüler auch. Und falls nicht, wir haben schließlich in Deutschland großartige Insolvenzberater und Kinderpsychologen. Alles wird gut, solang der Bürger tut, was von ihm verlangt wird. Nicht denken, nicht diskutieren und schon gar nicht demonstrieren.

Wir bauen schnell noch 100.000 Ferienhäuser in Deutschland

„Aus meiner Sicht sollte es zu Ostern besser keine große Reisewelle geben. Das können wir uns in der aktuellen Infektionslage einfach nicht leisten. Vielleicht kann man innerhalb eines Landes ermöglichen, dass Ferienwohnungen genutzt werden können. Wenn aber ganz viele im großen Stil Osterurlaub machen, gefährdet das den Sommerurlaub von uns allen.“

Zumindest müssten wir das tun, wenn wir Scholz‘ Empfehlung folgen. Fragt sich nur wo. Denn dann bräuchten wir ein Bundesland, in dem Osterurlaub erlaubt ist. Oder die Kanzlerin hebt einfach den , für die Ostländer kurzfristig auf. Freiflächen haben wir da genug. Und nach dem Osterurlaub im Osten ist dann einfach Lockdown bis Weihnachten. Das würde uns allen viel Zeit ersparen, die wir aktuell am TV-Gerät verbringen müssen, um die neueste Ergüsse in der aktuellen Pressekonferenz zu hören.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.