(Michael van Laack) Na ja, immerhin ist Daniel Funke kein Bundestagsabgeordneter der Union. Dafür aber Lobbyist bei der Burda-Gruppe, die unter anderem die Bunte, den Focus und die Superillu herausgibt und auch im Maskengeschäft nicht untätig blieb. Doch zur Beruhigung: „Der Vertrag mit der Burda GmbH ist nach Angebotseingang nach einem standardisierten Verfahren zu marktüblichen Preisen geschlossen und abgewickelt worden.“, hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Na dann!

Liegt ein Interessenkonflikt vor?

Nein, doch nicht bei Jens Spahn. Der ist ehrlich im Gegensatz zu den teilweise korrupten MdB und MdL der Unionsfraktion. Vielleicht hat er ja auch gar nicht gewusst, dass sein Göttergatte als Büroleiter der Burda-Repräsentanz in Berlin arbeitet. Geld hat man einfach, man muss nicht darüber reden, wo es herkommt! Deshalb zum Mitschreiben: Das war ein ganz seriöses Geschäft. Und falls nicht, gilt es zu bedenken: Jens Spahn ist unverzichtbar in der pandemischen Lage von nationaler Tragweite.

Er ist der Einzige, der noch den Durchblick hat. Wenn andere sich nicht an seine in der Öffentlichkeit geäußerten Vorgaben halten und ihn im Regen stehen lassen beim Maskenkauf, bei den Impfdosen-Bestellungen, bei der Verteilung der Impfdosen, bei der Impfgeschwindigkeit und bei den Schnelltests… Also das ist doch total mies, oder?

Daniel Funke wusste auch von nichts

Sagt zumindest Burda auf Nachfrage: „Der Vorstand der Hubert Burda Media hat dem Gesundheitsministerium im April 2020 angeboten, bei der Maskenbeschaffung zu helfen, als die Bundesregierung auf dringender Suche nach Schutzmasken war.“ Daniel Funke sei „zu keinem Zeitpunkt über die Transaktion informiert oder involviert“ gewesen. Na, da fällt uns doch allen ein Stein vom Herzen, das der Vorstand dieses Geschäft eingefädelt und durchgeführt hat, ohne seinen Berliner Büroleiter oder andere darüber zu informieren.

Wahrscheinlich hat ihm Jens dann irgendwann beim Gläschen Rotwein am Kamin und Schnee auf der Terrasse in der bescheidenen 4,6 Millionen Euro teuren Hütte erzählt: „Du Daniel, falls Du mal die Gelegenheit haben solltest, mit einem der Vorstandsmitglieder zu telefonieren, sag ihm/ihr/divers doch bitte ganz lieben Dank dafür, dass der Verlag uns so großzügig mit 570.000 Masken zu einem Spottpreis ausgeholfen hat.“ „Mach ich, Schatz. Danke, das Du mich darüber informiert hast. Denn nur selten laufen Geschäfte mit Berlin über meinen Schreibtisch in Berlin. Die grenzen mich bestimmt aus, weil sie homophob sind.“ „Ach Gottchen, das muss ich sofort der Diskriminierungsstelle melden!“ „Äääh… nein lass mal, Liebling! Vielleicht habe ich den Vorgang auf meinem Schreibtisch auch nur übersehen. Du weißt ja, in den letzten Monaten musste ich mich unglaublich intensiv um neue Immobilienzukäufe für unsere Altersvorsorge kümmern!“

Alles in Butter?

Wie auch immer es gelaufen ist: Hier bleibt mehr als nur ein Geschmäckle. Das fühlt sich eher an wie ein mit Vicious Vampire-Sauce übergossenes Stück Schnitzel. Die hat rund 300.000 Scoville-Einheiten Schärfegrad und führt pur genossen zu Verätzungen der Magenschleimhaut.

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelOlaf Scholz: Osterurlauber verantwortlich, falls Sommerurlaub ausfallen muss!
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.