(Michael van Laack) Eigentlich sollte es für alle Feministen und Feministinnen inklusive der Maria 2.0-Fans ein Grund zur Freude sein, dass die Kirche die Gottesmutter so sehr herausgehoben hat. Hinter ihr verblasst der Nährvater Josef zu einer biblischen Randfigur. Für unsere Gleichstellungs-Bewegten eine ideale Konstellation. Denn Väter sollen auch in der deutschen Lebenswirklichkeit der Gegenwart und Zukunft eine immer unwichtigere Rolle spielen.

Über Josef wissen wir nicht viel: Er war Zimmermann –  hat ein Kind großgezogen, dass nicht sein eigenes war – ist zur Volkszählung gereist und später mit seiner Familie geflohen – als die Luft rein war, nach Israel zurückgekehrt – hat bei der Suche nach dem 12-jährigen im Tempel geholfen – und war schon verstorben, als Jesu öffentliches Wirken begann.

Eine vorchristliche Patchwork-Familie?

Das wäre für die Bekämpfer der traditionellen Vater-Mutter-Kind-Familie ja mal ein positiver Ansatz. Denn nach heutiger Sicht hat der heilige Josef nicht einfach ein ihm unterschobenes Kuckuckskind mit großgezogen (was hierzulande nicht selten geschieht, wie Statistiken zu Ehescheidungsgründen zeigen), sondern sich bewusst für eine Frau entschieden, die nicht von ihm schwanger war. Das ist eigentlich eine noch größere Leistung als die eines Mannes, der eine Frau mit schon geborenen Kindern eines anderen Mannes heiratet.

Wäre da nicht dieser seltsame Vater: Gott, der Heilige Geist, der über Maria gekommen ist und Gottes Sohn buchstäblich in sie pflanzte. Damit wird auch dieser Josef für alle Atheisten (und das sind die meisten nicht nur radikalen Feministinnen mittlerweile – vollkommen uninteressant. Denn an solche einen Hokuspokus glauben sie nicht. Sie glauben an die Wissenschaft und alles, was sich auf Fakten basiert nachvollziehen lässt. Auch wenn sie in den vergangenen Jahrzehnten oft genug von der „Wissenschaft“ enttäuscht wurden und zudem oft intellektuell überhaupt nicht in der Lage sind, Beweisketten zu falsifizieren oder verifizieren. Was den Ohren schmeichelt und dem eigenen Lebensgefühl entspricht, wird als wissenschaftlich gesichert geglaubt, so hanebüchen es auch sein mag.

Maria, eine dominierende Ehefrau?

Dieses Bild wird unseren Gleichstellungsbewegten schon besser gefallen. Maria hatte in der Beziehung die Hosen an, oder? Josef durfte schuften, während sie sich nur um die Erziehung des kleinen Jesus gekümmert hat. Obwohl… Moment mal! Maria war so ein Küche-Kinder-Heimchen am Herd. Oder doch nicht? Denn in einer Zeit, in der die Frauen ansonsten oft nur als Sexualobjekt behandelt wurden und Kinder am Fließband gebaren (was bei der hohen Sterblichkeit auch notwendig war), blieb die Ehe von Josef und Maria kinderlos.

Weil er sie nicht angefasst hat? Oder gar, weil Maria ihn nicht ranließ, da sie heimlich in einer lesbischen Beziehung lebte? Letzteres würde unseren linken Freunden gut gefallen. De facto aber war es so, dass Josef und Maria Keuschheit gelobt hatten, denn sie wollten sich ganz und gar auf die Erziehung dieses einen ganz besonderen Kindes – des Sohnes Gottes – kümmern.

Toxische Männlichkeit

Neue Männer braucht das Land. Solche, die sich im ohne Pause gesprochenen „*innen“ wiederfinden. Solche, die ihrer Frauen ermuntern, die eigene Berufskarriere zu fördern und die Erziehung und Betreuung der Kinder entweder an den Staat oder die Großeltern zu delegieren. Männer, die sich den Bedürfnissen der Frauen in allen Lebensbereichen unterordnen und auch mal den „Mut“ haben, ihre feminine Seite zu zeigen.

So ein Mann war Josef freilich nicht! Er war ein „ganzer Kerl“, ein kräftiger Handwerker und vor allem ein Vater, der den Sohn lehrte – eine typisch männliche Eigenschaft – sich nicht in unzähligen Debatten zu verzetteln, sondern seine Arbeit tun. Er zeigte Jesus, dass das Leben kein Ponyhof ist. Ganz im Gegensatz zu vielen Vätern heute, die ihre Kinder zumeist auf Drängen der Mutter zwar gender- und klimagerecht (mit)-erziehen, aber gleichzeitig zu konfliktunfähigen Jugendlichen verziehen. Und ihnen oft auch mit auf den Weg geben, dass man kein ganzer Mensch ist, wenn man nicht mindestens eine Identitätskrise hinsichtlich seines soziologischen Geschlechts erlebt hat.

Erzeuger statt Vater

Josef war nicht der Erzeuger, für Jesus aber wie ein Vater. Immer mehr Frauen „von heute“ (morgen sind sie schon wieder von gestern) wollen aber keinen Vater mehr für ihre Kinder. Denn nach ihrer Auffassung kann auch die Frau in der Welt ihren Mann stehen und dann auch beide Eigenschaften – die des Vaters und der Mutter – gemeinsam mit den Erzieherinnen in der Kita – an ihre Sprösslinge weitergeben. Die Zahl der „alleinerziehenden Mütter steigt jährlich.

Entweder, weil es nie zu einer Partnerschaft oder gar Ehe nach der Zeugung kam. Oder weil, eine Trennung bzw. Scheidung erfolgte. 2018 gab das Statistische Bundesamt an, in 91,8 % der Fälle sei es die Frau, die die Scheidung einreiche. Das muss an der toxischen Männlichkeit liegen!

Josef kein Vorbild mehr, weil geschliffene Männlichkeit im Trend liegt

Das Gender-Gaga und die Gleichstellungsdebatten haben dazu geführt, dass nicht nur Druck ausgeübt wird, überall Quoten einzuführen. Nein, als typisch männlich identifiziertes Denken und Handeln muss ausgemerzt werden. Denn dieses ist der Urgrund allen Übels, Rassismus, Homophobie, Zerstörung der Umwelt – das alles gibt es nur, weil der Mann ein Mann ist. Weil er sich nicht der Gedankenwelt der Urmutter hingibt. Deshalb brauchen wir eine neue Generation Männer – so die Links-Feministen – die einfach nur noch Mensch ist, die mithilft, die Geschlechterrollen zu dekonstruieren, und damit gleich bei sich selbst beginnt. Indem sie die moderne Frau fragt, was ihr an ihrem Partner gefällt und was wegmuss außer dem Freudenspender zwischen den Beinen. Obwohl… dafür gibt es ja mittlerweile auch Ersatz in Hülle und Fülle!

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Gegrüßet seist Du, Josef…

…voll der Gnade Gottes, gesegnet bist Du unter allen Menschen und gesegnet ist das Kind, deiner jungfräulichen Braut Jesus. – Heiliger Josef, Du wurdest dem Sohn Gottes zum Vater gegeben. Bitte für uns in unseren Sorgen für unsere Familie, um unsere Gesundheit und bei der Arbeit und gewähre uns Deinen Beistand in der Stunde unseres Todes. Amen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.