(Michael van Laack) In diesen Stunden tagt das Präsidium der CDU, um die bei den gestrigen Landtagswahlen geschlagenen Wunden zu lecken, um sich über die Kanzlerkandidatur zu unterhalten und vor allem auch darüber zu beraten, wie man das Volk in der Corona-Frage weiter hinters Licht führen kann.

Das offenbart ein Tweet des stellvertretenden BILD-Chefredakteurs Paul Ronzheimer, der augenscheinlich Zugang zu den Gesprächen hat:

Verschleierungsstrategie

Offensichtlich hat Spahn erkannt, dass sein und der Kanzlerin versagen bei der Bestellung der Impfstoffe, beim Impfen selbst und den Schnelltests mehr der CDU als der SPD zugerechnet wird. Ob er versteht, dass es daran liegt, dass die Hauptakteure in diesem Drama Mitglieder seiner Partei sind, bleibt selbstverständlich offen.

Abhilfe kann man – so der Bundesgesundheitsminister – nur schaffen, wenn man das Drama verschweigt und sich die wenigen Punkte herausgreift, die – zumindest nach Spahns Ansicht gut laufen. Selbstverständlich wird er darauf setzen, dass ARD und ZDF in den nächsten Tagen entsprechend auch nur die positiven Nachrichten framen und die Realität verschleiern. So geht halt CDU-Politik unter Merkel.

Kanzlerin: Friede, Freude, Eierkuchen

Das ein monatelanger Streit über den richtigen weg und Fehlentscheidungen in die jetzige desaströse Situation geführt haben, müsse ja keiner wissen, meinte Merkel. Die ganze Operation muss als Erfolg verkauft werden, damit die Wähler vor der BTW die CDU nur noch als geschlossene Partei in Erinnerung haben:

Laschet: Wenn ich nicht Kanzler werde, ist Scholz dafür verantwortlich

Bloß nicht die Schuld im eigenen Lager suchen. Peter Altmaier sei ein so toller und verantwortungsvoller Minister. Dass er die Novemberhilfen erst im März ausgezahlt habe, läge ausschließlich am bösen Wolf Olaf Scholz:

Deutschlands Zukunft ist schwarz, denn sie ist grün!

So, nun wissen wir es also: Die CDU will mit Märchen um Erfolge bei den nächsten Wahlen kämpfen und die Verantwortung für das eigene Versagen auf die SPD-Minister abwälzen. Kann man so noch vertrauensvoll in der GroKo zusammenarbeiten bis zum Herbst? Nein, selbstverständlich nicht. Aber vertrauensvoll ging es zwischen den beiden von Beginn an nicht zu. Deshalb werden sie durchhalten und bis zum bitteren Legislatur-Ende durchhalten.

Das Ganze war nur eine Zweck-Koalition, um die ewige Kanzlerin Merkel im Amt zu halten. Um das Land geht es der CDU schon lange nicht mehr. Zuerst die Partei, ist die Devise. Und lügen bis sich die Balken biegen, um des Machterhalts willen. Ob das die Wähler einmal mehr ignorieren werden? Vermutlich nicht, aber was nach Merkel kommt, dürfte noch schlimmer sein: Eine Ampelkoalition oder eine schwarzgrünes Bündnis unter einem schwachen CDU-Kanzler und einer sich heldisch gerierenden Vizekanzlerin Baerbock.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.