(Michael van Laack) Einmal mehr wurden am Tag vor der Kungelrunde Pläne durchgestochen. Diesmal jedoch solche, die nicht nur das Bundeskanzleramt zu verantworten hat, sondern die mit zwei Schwergewichten aus dem Kreis der Ministerpräsidenten (Söder und Müller) abgesprochen wurden, deren Aufgabe es nun sein wird, ihre jeweiligen Partei-Kollegen auf Linie zu bringen.

Die deutsche Vierer-Bande liebt es hart!

Was Merkel, Scholz, Söder und Müller in den vergangenen Tagen ausgeheckt haben, werden nun Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), Finanz-Staatssekretär Wolfgang Schmidt (SPD), der Chef der Senatskanzlei Christian Gaebler (SPD) und die Bevollmächtigte Bayerns, Karolina Gernbauer (CSU) werbend den anderen Ministerpräsidenten vorstellen. Aus einigen Bundesländern gäbe es zaghafte Protestrufe.

Aber man sei – so heißt es auf den Fluren des Kanzleramtes – sehr zuversichtlich, dass man doch noch einmal alle auf Linie bringen könne. Der Lockdown dürfe nicht wesentlich aufgeweicht werden und schon gar nicht enden!

Vor Schnelltests keine weitreichten Lockerungen

Flächendeckende Schnelltests können frühestens Anfang April bundesweit zur Verfügung gestellt werden. Vorher gibt es keine weitere Öffnungsperspektiven. Die Gastronomie wird kein Frühjahrsgeschäft in Biergärten eröffnen können und auch Ostern wird ausschließlich zu Hause im kleinen Kreis gefeiert. Das hat Weihnachten und Silvester so gut geklappt, dass Merkel und die Ihren es noch einmal so wieder holen möchten.

14 Tage-Inzidenz statt sieben Tagen, damit der Lockdown länger dauert!

Lediglich Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sollen dem täglichen Bedarf zugerechnet werden. Sie dürfen unter Einhaltung strengster Auflagen und einem Kunden pro 20 qm überall wieder die Pforten öffnen. Für alle anderen Einzelhändler gilt weiter die magische Zahl von einer Inzidenz 35 im jeweiligen Bundesland, bis sie unter ebensolchen Auflagen öffnen dürfen. In Regierungskreisen erwartet man diesen Wert nicht vor Mitte bis Ende April. Aber keine Sorge: Finanzminister Scholz hat angekündigt, dass die nun möglichen März- und Aprilhilfen spätestens Weihnachten ausgezahlt werden.

Weiterführende Schulen bleiben geschlossen

Beim Lehrbetrieb soll bis Ostern und in die wohlverdienten Osterferien hinein alles so bleiben wie es ist. Nur Kitas und Grundschulen dürfen im Wechsel- oder Präsenzbetrieb geöffnet werden. Doch auch hier gilt: Steigt die Inzidenz wieder oder erkranken mehrere Schüler bzw. Lehrer einer Einrichtung, ist sofort Schicht im Schacht. – Na ja, das Schuljahr ist ohnehin verloren, wird man sich denken. Und die psychischen schäden bei vielen Schülern und Eltern ohnehin schon sehr groß. Dann kommt es auf ein paar Wochen mehr Unterrichtsausfall auch nicht mehr an.

Neue Hürde: 14-Tage-Inzidenz

Alles in allem ist das, was die kleine Kungelrunde vor der großen Kungelrunde erarbeitet hat, ein Albtraum. Denn die 14-Tage-Inzidenz ist eine neue Hürde und es gibt Null Perspektive für die Gastronomie und für den größten Teil des Einzelhandels eine unbefriedigende. Irgendwann nach Ostern sollen sie öffnen dürfen. aber auch nur dann, wenn der Staat bis dahin schneller impft, genug Tests zur Verfügung stellt und die böse Mutante nicht die 35er-Inzidenz in weite Ferne rücken lässt.

Merkel hat nichts dazugelernt

Jetzt kann man nur noch hoffen, dass mehrere Ministerpräsidenten diese Unstrategie nicht mitmachen. Oder dass die Gewerbetreibenden sich zusammenschließen und zu Zehntausenden ihre Läden und Gaststätten mit den bereits bestehenden herausragenden Hygiene-Konzepten wiederöffnen. Denn so viele Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeiter, wie dann benötigt würden, hat auch IM Erika nicht zur Verfügung. Ganz abgesehen von den Bildern, die um die Welt gehen würden, wenn schwer bewaffnete Polizisten in den Einkaufsstraßen Geschäfte schließen und Kneipen räumen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.