(Michael van Laack) Markus Söder und Michael Kretschmer haben heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz einen 10-Punkte-Plan der Bundesländer Bayern und Sachsen vorgelegt, wie das Volk ruhig gehalten und gleichzeitig verhindert werden kann, dass das Ende des Lockdowns zu schnell herbeigeführt wird. Diesen wollen sie am kommenden Mittwoch der durch die Verfassung nicht legitimierten Kungelrunde mit der Bundeskanzlerin als Musterbeispiel vorlegen.

Bloß kein Öffnungsrausch

Ungeachtet der drohenden Insolvenzwelle in Gastronomie und Einzelhandel warnte Söder vor einem Öffnungsrausch, der das bisher Erreichte (was war das noch gleich) wieder gefährde. Man müsse vorsichtig bleiben bei den Öffnungen. Frisöre, Baumärkte, Gartencenter, Zoos – da droht keine große Ansteckungsgefahr. Aber ein Öffnungsrausch – so befürchtet Söder wohl – könne zu einem Kaufrausch führen, der die Einkaufsstraßen überfülle und der bösen Mutation zum Sieg verhelfe.

Tschechische Grenze zu Bayern und Sachsen ist „das Herz Europas“

Und dieses Herz leide aktuell besonders unter Corona. Deshalb müsse – um einen Herzstillstand des Patienten Europas zu verhindern, das Grenz-Management zu Tschechien verschärft werden. Zudem müssten die Hotspots mit zusätzlichen Impfstoffmengen versorgt werden.

Dazu sei vorzugsweise der umstrittene Impfstoff AstraZeneca zu verwenden, der in vielen Bundesländern noch in ausreichendem Maß zur Verfügung stehe, weil er dort so beliebt sei, wie saures Bier. Deshalb werden Sachsen und Bayern den Bund bitten, diese Überschüsse in die Hotspots umzuleiten. Denn sonst könne man dort in diesem Schuljahr keinen Unterricht mehr stattfinden lassen.

Impfstoff und Schnelltests an Tschechien verschenken

Zudem brauche man auch deshalb mehr Impfstoff als andere Bundesländer, weil man einiges an Tschechien verschenken wolle. Selbstverständlich auch Schnelltests, denn davon hat Deutschland ja aktuell genug, um jeden Bürger drei Wochen lang zweimal wöchentlich testen lassen zu können.

Zwar ist das bei einer Inzidenz über 700 nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der verpufft. Aber wen interessiert das schon. Aktionismus bleibt weiter das Gebot der Stunde. zudem müssen Söder und Kretschmer den verschenkten Impfstoff ja nicht aus eigener Tasche bezahlen.

Selbstverständlich werden wir den Menschen Freiheit zurückgeben

Aber nur dann, wenn sie mit den Freiheiten (z.B. der Erlaubnis, sich die Haare schneiden lassen zu dürfen) auch verantwortungsvoll umgingen, meint Söder lakonisch. Denn die Verantwortung dafür, welche Freiheit Bürgern gewährt werden dürfe, liege ausschließlich bei der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten. Sonst käme man rasch voll in die dritte Welle. Und dann sei Zero Covid – also der totale Lockdown der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens – kaum mehr zu verhindern.

Kretschmer: Öffnungen an Schnelltests binden

Viele Aussagen des sächsischen Ministerpräsidenten waren mit denen von Söder identisch. Bei den Schnelltests wies er allerdings noch einmal explizit daraufhin, dass diese ein wichtiges Element bei der Entscheidung sein müssten, in welchen Regionen Einzelhandel und Gastronomie wieder öffnen dürften und auch, wer die geöffneten Lokalitäten wieder betreten dürfe. Ohne Schnelltest-Nachweis also kein Betreten möglich?

Offensichtlich, denn Kretschmer hat sich gestern auch für eine Impfflicht ab Ende des Sommers ausgesprochen, die man dann „diskutieren“ könne, wenn ausreichend Impfstoff für alle Bürger zur Verfügung stünde. Bis dahin muss man sich halt mit schnelltest behelfen. Am Eingang zum Bekleidungsgeschäft oder dem Restaurant den Nachweis eines aktuellen beim Arzt oder in der Apotheke durchgeführten Schnelltests erbringen. Und schon steht dem gehorsamen Bürger die Einkaufs- und Genusswelt wieder zur Verfügung. Große Zeiten stehen uns bevor!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.