(Michael van Laack) Die Vorsitzende der SPD hat das Gejammer der Deutschen satt. Sie sollten eher froh sein, dass der Lockdown zu weniger Mobilität geführt hat. Weniger Fliegen und Auto fahren ist gut fürs Klima. Aber dieser erzwungene Verzicht reicht Saskia Esken nicht. Die Deutschen müssten umdenken und in Zukunft häufiger auf ihre lieben Gewohnheiten verzichten. Auch der Konsum von Fleisch müsse drastisch eingeschränkt werden.

Inlandsflüge braucht kein Mensch

Fliegen bedeute nicht weniger Mobilität: Man könne innerhalb Deutschlands alle Reisen mit der Bahn erledigen, sagte Saskia Esken der Zeit. Sie mache das schließlich auch so! Die einzigen Inlandsflüge, die sie für sinnvoll hält, sind solche, mit denen Organe transportiert werden, die zur Transplantation bestimmt sind. – Die SPD stehe für ambitionierten Klimaschutz. Die zu diesem Zweck notwendigen Einschränkungen würden nur Klimaleugner als Verbote und Verzichtsdruck empfinden.

Alle anderen wären dankbar, dass der Wohlstand trotz einschränkender Maßnahmen gesichert bleibt. „Wenn Sozialdemokraten das [innovativen Klimaschutz] angehen, dann werden am Ende nicht die mit dem kleinen Geldbeutel dafür bezahlen.“ Welche Gruppe sie damit meint, lässt Esken offen. Aber da ALG II-Empfänger und andere Sozialschwache ohnehin nur seltenst fliegen oder ein Auto besitzen, sollen vermutlich aus ihrer Sicht alle ab der monetären unteren Mittelschicht Opfer bringen und Verzicht üben. Also um die 70 Millionen Bundesbürger.

Esken isst seit 15 Jahren kein Fleisch

Aber sie möchte selbstverständlich dadurch anderen nicht den Appetit verderben oder gar Fleischkonsum verbieten. Das ist doch sehr nett von der SPD-Vorsitzenden, oder?

Es gehe lediglich darum, den Bürgern bewusst zu machen, wie schädlich Fleisch fürs Klima ist. „Natürlich müssen wir die CO₂-Emissionen in der Landwirtschaft senken, natürlich müssen wir für tierwohlgerechte Produktion“ fördern, meint die SPD-Vorsitzende. Und doch dürfe es nicht so sein, dass sich nur noch Reiche Fleisch leisten können.

Deshalb bleibt nur eine Möglichkeit: Alle Bürger essen weniger Fleisch, dann muss auch weniger produziert werden. OK, aber wie ist das mit dem geringeren Angebot? Wird sich das nicht auf den Preis auswirken? Nun… In dem Wirtschaftssystem, dass Frau Esken für die Zukunft vorschwebt, vermutlich nicht!

Heute essen die meisten Menschen dreimal am Tag Fleisch!

„Wer gerne gutes Fleisch isst, muss wissen, dass das in der Masse nicht ‚gut‘ hergestellt werden kann. In Zeiten, die manche gut und alt nennen, kam dreimal die Woche Fleisch auf den Tisch und nicht wie heute dreimal am Tag. Während Fleisch Jahrzehnte später fast zum selben Preis zu haben ist wie damals, sind andere Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide wesentlich teurer geworden. Das muss sich ändern. Und das geht am besten über eine zeitgemäße Subventionspolitik.“

Nun, gnädige Frau… Das mag in den Kreisen so sein, in denen sie verkehren. Viele Menschen tun dies nicht. Allerdings kaum aus ökologischen Gründen, sondern weil ihnen Käse, Honig und Konfitüre zum Frühstück oder Fisch zum Mittag auch gut schmecken. Oder weil sie schon jetzt nicht genug Geld haben. – Esken will Gemüse subventionieren. Wie das gegenzufinanzieren ist? Dazu gibt sie keine Auskunft.

Auch nicht dazu, welches Gemüse sie zu subventionieren gedenkt. Jenes, das Deutschland aus dem europäischen Ausland und Drittstaaten importiert und beim Discounter schon jetzt nicht sonderlich teuer vertrieben wird? Oder nur Gemüse aus der klimaneutralen Landwirtschaft, das hauptsächlich auf Wochenmärkten zu finden ist? Plant Frau Esken also reine Klientel-Subventionen? Und werden die Deutschen in Zukunft noch mehr Gemüse und Obst essen, als heute? Fragen über Fragen…

Corona hat die Bürger gelehrt, das Reisen überflüssig ist

„Zurzeit wird extrem wenig geflogen, und ich bin mir sicher, dass wir auch nach Corona auf einem deutlich niedrigeren Niveau bleiben werden, weil viele Reisen sich als überflüssig erwiesen haben.“ freut sich Norbert Walter-Borjans Kollegin. Aber schon sehr bald würden die Flugzeuge ohnehin alle mit Wasserstoff betrieben.

Nicht frühestens 2040 – wie die Technik-Experten behaupten – werde das erreicht, sondern vielleicht schon binnen eines Jahres. Die Entwicklung des Corona-Impfstoff habe schließlich gezeigt, wie schnell Wissenschaftler unter Druck arbeiten können. – Honecker hatte wenigstens noch Drei- und Fünf-Jahres-Pläne. Unter Kanzler Scholz und Esken als Wissenschaftsministerin würde daraus wohl der Ein-Jahres-Plan mit erheblicher Nichterfüllungs-Konsequenz.

Morgen wird Esken sich ein autonom fahrendes Auto bestellen

Die Benziner müssen weg. Das sei vollkommen klar. Spätestens in einem Jahrzehnt wolle sie nur noch E-Autos auf den Straßen sehen. Allerdings: Wer bitte braucht überhaupt noch ein Auto, fragt Esken.

In den Städten verzichten schon heute viele auf ein eigenes Fahrzeug. Und auf dem Land werde man in wenigen Jahren den öffentlichen Nahverkehr so hervorragend ausgebaut haben, dass Jedermann notwendige Fahrten auf diese Weise erledigen könne. Auch autonomes Fahren werde schon zeitnah möglich sein. Dann könne sich der Bürger sogar den fahrerlosen Bus oder das Taxi bestellen und müsse nicht einmal mehr auf Fahrpläne Rücksicht nehmen.

Danke für die Vision dieses Co2-freien sozialistischen Paradieses

Deshalb können wir Bürger ganz beruhigt sein: Auch wenn die Produktion vieler Konsumgüter in Zukunft gesenkt wird, droht niemandem Arbeitsplatzverlust. Die Energie kommt weiterhin aus der Steckdose, das „Fleisch“ vom Tofu-Bauern.

Und die neue Leber, die sich viele Bürger schon nach wenigen Monaten SPD-Regierung transplantieren lassen müssen, weil das mit dem Schönsaufen der Republik nicht ohne Nebenwirkung geblieben ist, darf mit einem Wasserstoffflugzeug transportiert werden. Läuft! Ich hätte da nur noch eine Frage, Frau Esken: Sie wissen schon noch, dass sie Vorsitzende der SPD sind und nicht von Bündnis 90/Die Grünen oder den SED-Erben?

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.