(Michael van Laack) Sebastian Kurz nennt es den „grünen Pass“. Den könnte es in Papierform oder auch digital geben. Ohne ihn soll weder das Reisen in Europa noch der Besuch eines heimischen Fitnessstudios möglich sein. Kurz appellierte an seine europäischen Regierungschef-Kollegen, sich seiner Idee anzuschließen und das Projekt zeitnah umzusetzen. Die Bundesregierung zeigte sich für die Idee schon vor einigen Tagen offen.

„Grüner Pass“ – Klingt nach Freiheit im Sozialismus

Nur wer sich impfen lässt, soll im vollen Umfang am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die anderen sollen nur arbeiten gehen und dem Staat mit Steuern die Finanzierungslöcher stopfen dürfen, die die Corona-Krise gerissen hat. Das ist die Vision des trotz seines Nachnamens nicht kleinen Österreichers.

Angela Merkel hat erst gestern Sonderrechte für Geimpfte „zum jetzigen Zeitpunkt“ abgelehnt. Klar, Spahns Impfdesaster hat das Stimmungsbild in Deutschland nicht sonderlich positiv gestaltet. Aber grundsätzlich hat die Bundesregierung keine Einwände gegen eine Zweiklassen-Gesellschaft. Vor allem dann nicht wenn die EU das organisieren würde und nicht Deutschland. dann läge der „Schwarze Peter“ in Brüssel.

„Volle Freiheit“ für Geimpfte und Genesene

„Wer geimpft ist, der soll volle Freiheit haben. Aber genauso auch jene, die gerade Corona hatten und von daher immun sind. Und auch all jene, die einen Test machen und durch den Test nachweisen können, dass sie negativ sind.“

Letzteres ist medizinischer Blödsinn. Denn ein Schnelltest hat eine hohe Fehlerquote und kann schon  24 Stunden später andere Ergebnisse zeigen Wie stellt Kurz sich das vor? Urlaubsreisen nur noch last Minute buchen gleich nach dem Schnelltest. Und eventuell nur Papa mit Kindern ohne Mama, weil die sich nicht hat impfen lassen? Man kann nur hoffen das diese Idee nie zur Wirklichkeit wird.

Israel als Vorbild? Seit wann denn das?

Wenn man im Zusammenhang mit den Impfquoten Israel für Deutschland bzw. die EU als Vorbild darstellt, ist das Geschrei groß. Aber in der Frage der Grundrechterückgabe nur gegen „grünen Pass“ scheinen sich alle einig: Israel ist unser Vorbild: Kurz sagt dazu:

„Ich setze mich dafür ein, dass wir in Europa einen grünen Pass zusammenbringen, wie es ihn in Israel gibt, am besten digital am Handy, wo jeder wieder alle Freiheit zurückbekommt, die wir so sehr schätzen“.

Freiheit als Eigentum der Regierenden

„Seine Freiheit zurückbekommt!“ Exakt auch das Verständnis der Bundesregierung. Auch nach Merkels Auffassung – das haben wir mittlerweile aus vielen ihrer Statements herausgehört – sind Grundrechte und Freiheit Besitz und deshalb Dispositionsmasse der Regierung. Bisher gibt es zu Kurz Vorschlag nur wenige Rückmeldungen von anderen Regierungen. Eine davon ist Deutschland.

Wir dürfen also gewiss sein: wenn die Impfquote über 15 % liegt, wird der Pass kommen. Und vorher gibt es auch keine Öffnungen. Und danach sehen wir die Zweiklassengesellschaft: Theater, Stadion, Restaurant, Fitnessstudio? Nur für die Braven. Die anderen  dürfen sich nur noch selbst bespaßen. oder sich im ÖRR ansehen und -hören, was sie alles verpassen, nur weil sie sich nicht impfen lassen wollen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.