(Michael van Laack) Die Regierungsmehrheit steht fest. Liegt das nur am Regierungsbonus? An den besseren Inhalten? Oder an der Unfähigkeit der Opposition, sich zu profilieren? Nein, nur daran, dass Angst und Furcht Veränderung verhindern. Furcht vor dem möglichen eigenen Corona-Tod oder dem von geliebten Verwandten und Freunden, vor dem (endgültigen) Verlust des Arbeitsplatzes.

Furcht vor dem totalen Lockdown und somit Verlust es eigenen Arbeitsplatzes, wenn man jetzt nicht bedingungslos alles mitmacht, alles erträgt und den Politikern alles verzeiht. In der Griechenland-Krise, nach der Flüchtlingswelle und während des FFF-Hypes sahen wir in Umfragen und auch bei Wahlen erhebliche Bewegungen in der politischen Landschaft. Grundsätzlich zu Lasten der Regierungsparteien. Während der Corona-Krise allerdings geschah das nicht. Furcht erhält Mehrheiten!

Heiliger St. Florian, zünd‘ andrer Leute Häuser an

Das ist eigentlich nichts Neues. Jede Gesellschaft besteht hauptsächlich aus Egoisten. Der Mensch ist sich und seinem engsten Kreis der Nächste. Selbst wenn alle Kneipen, Restaurants und Hotels in Insolvenz gingen, selbst wenn die Innenstädte überall aussterben würden: Hauptsache, es geht für mich und meine kleine heile Welt weiter.

Waren kann ich auch im Internet bestellen und irgendwann kommen dann schon wieder Leute, die – damit ich wieder ein leckeres Essen im Restaurant genießen kann – das unternehmerische Risiko auf sich nehmen und ein neue eröffnen. Die eigene Wohlfühlzone wird nicht mehr verlassen. Draußen, in der bösen Welt, herrscht das Virus. Die Regierung versorgt mich und schützt mich nach all ihren Kräften, wenn ich ihren Weisungen folge. Dazugelernt haben die Deutschen nichts in den letzten 150 Jahren.

Ihr müsst Opfer bringen, damit wir Euch erlösen können

Das System ist so einfach wie alt: Zunächst skizziere ich, welche Gefahren meinem Volk drohen. Dann erkläre ich ihm, das außer mir keiner die Möglichkeit hat, vor dieser Gefahr zu schützen. Anschließend fordere ich vom Bürger Verzicht oder schränke seine Freiheit ein. alles im Namen der drohenden Gefahr. Und nicht vergessen: ich werfe mit Süßigkeiten wie von einem Karnevalswagen um mich.

Diese Süßigkeiten bestehen aus zweierlei: Zum einen aus dem Versprechen, dass dann wenn sich alle uneingeschränkt an staatliche Vorgaben halten, die jeweilige Gefahr bald nicht mehr besteht. Zum anderen aus finanzieller Unterstützung und dem Versprechen, noch mehr Geld werde bald folgen.

Das sehen wir nicht nur bei Corona. In er Klimawandel-Debatte war es ähnlich. Die Grünen versprachen das klimaneutrale Paradies auf Erden. Sie stellten und stellen sich als Erlöser dar, als die Einzigen, die den Weg kennen und die Macht hätten (wenn man sie ihnen bei Wahlen gäbe), der Krise Herr zu werden. Freilich nicht ohne Opfer für die Bevölkerung doch mit der Aussicht auf ein gesünderes, besseres und somit längeres Leben nach der Durststrecke.

Bei Doktorarbeit betrügen, als Ankündigungsweltmeister agieren!

In Phasen wie diesen verzeiht das verängstigte Volk auch alle Fehler und Ungereimtheiten. Entschuldigt wird das oft mit „Wer viel arbeitet, macht auch viele Fehler. Nur deshalb sind Giffey und Spahn noch im Amt. Außerhalb des Krisenmodus würde man ihnen eine fehlerhafte Dissertation oder mehrfaches Nichteinlösen von Zusagen nicht durchgehen lassen.

Das weiß die Bundesregierung ganz genau. In Zeiten, in denen sich die Mehrheit der Bürger vor Schlimmerem fürchtet und mit großer Ungewissheit in die Zukunft schaut, kann sie beschließen, was sie will. Und auch Fehler in Serie schießen. Denn man braucht sie. Sie sind am Ende doch die Einzigen, die die Ressourcen besitzen. Sie verteilen das Geld (oder auch nicht). Sie geben Freiheit (die ohnehin kaum jemand mehr für ein Gut zu halten scheint, dass es zu verteidigen wert ist) zurück und haben die Macht Grundrechte zu nehmen.

Es ist nicht mehr aufzuhalten

Ihnen glaubt sich der größte Teil der Bevölkerung gewissermaßen ausgeliefert. Eine gefühlte (suggerierte) Co-Abhängigkeit und eine echte Hassliebe wächst. Und eben diese ist das Fundament jeder politischen Religion. Zu lange funktioniert das System schon, zu eingespielt und eingeschliffen ist es, als dass die Bürger noch die Kraft und den Willen hätten, sich Gedanken darüber zu machen oder gar zu wehren. „Gebt uns Brot und Spiele! Dafür schenken wir Euch gern unsere Freiheit!“ Große Zeiten…

Große Zeiten

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelJens Spahn bleibt Ankündigungs-Weltmeister: Doch keine Schnelltests ab 1. März!
Nächster ArtikelMinisterpräsident Pistorius entlässt Polizeipräsident wegen Kritik an Impfstrategie
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.