Margot Käßmann: Lieber Impfdosen wegwerfen, als sie „Vordränglern“ geben

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Von Maik Meid - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,

(Michael van Laack) „Impf-Drängler gefährden das Leben anderer“ – Mit diesen Worten aus dem Mund von Margot Käßmann überschrieb die BILD gestern Abend einen Online-Artikel. – Kümmern Sie sich mal lieber um den Glauben Ihrer Schäfchen, Frau Ex-Bischöfin, als so eine derbe Impfmoral-Keule zu schwingen.

Einmal mehr soll das Versagen des Staates in der Impfkampagne auf andere abwälzt werden. Auf der einen Seite wird gefordert, manche Politiker und in Institutionen Verantwortung tragende sollten sich ob der Vorbildfunktion zuerst impfen lassen. Auf der anderen Seite kommt Kritik daran, dass Kommunalpolitiker und auch Bischöfe, denen Dosen zur Verimpfung angeboten wurden, die man ansonsten weggeworfen hätte, weil die Lagerdauer überschritten worden wäre, solche Angebote annehmen.

Schlechte Organisation und Impfunwilligkeit

Keine ausreichenden Lagerkapazitäten und unausgelastete Impfzentren hier, überschüssige Dosen dort. Der tatsächliche Grund dafür, dass trotz der viel zu wenigen bestellten und gelieferten Dosen an verschiedenen Orten Überschüsse liegen bleiben, sind Fehlplanungen und die schleppende Anmeldung bei den über 80jährigen. Diese kommen entweder in den Hotlines nicht durch, weil wieder mal ein Telefonserver im digitalsten Deutschland aller Zeiten zusammengebrochen ist, bevor auch nur 100 Leute anrufen können. Oder sie wollen sich nicht impfen lassen.

Letzteres gilt auch für medizinisches Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Viele trauen der Impfung nicht, weil sie befürchten, durch Nebenwirkungen ihren wertvollen Dienst für mehrere tage nicht mehr leisten zu können. Aber auch, weil es keine Studien zu Spätfolgen gibt.

Käßmanns Vorwurf ist abstrus

Und nun kommt die gefallene Moralapostelin Käßmann daher und will allen, die sich unberechtigt impfen lassen, vom Ende her gedacht die Verantwortung für den Tod zuschreiben, die nicht geimpft werden konnten, weil ihre Dosen fehlen. Dreister gehts nimmer!

Es sei doch allen klar, meint sie: Zuerst kommen die über 80jährigen, dann die über 70jährigen usw. Die staatliche festgelegte Impfreihenfolge infrage stellen? Nein, dass wäre für eine Funktionärin der Staatskirche EKD ein Sakrileg. Nicht einmal leise Kritik hören wir dazu, dass zahlreiche vulnerable Gruppen monatelang warten müssen. Alle Lungenkranken (Lungenfibrose, COPD 3 oder 4) unter 80 zum Beispiel. den nehmen doch eigentlich alle noch rüstigen über 80jährigen (und davon gibt es nicht wenige) die Impfdosen weg, oder?

Käßmann: Jeder ungeimpfte alte Mensch schwebt in Lebensgefahr

Nicht für Frau Käßmann, denn aus ihrer Sicht bestimmt der Staat, wessen Leben mehr wert ist. Niemals käme sie auf die Idee, den Begriff der „ungerechten Verordnung“ in die Debatte einzuführen. Und niemals würde sie Kritik an der EU, Merkel oder Spahn üben, die – um in ihrer Logik weiter zu argumentieren – durch verfehlte Impfbestellungen und schlechte Impfstrategien Hundertausende in Lebensgefahr bringen

Auch würde sie es nicht wagen, zu kritisieren, dass Kitas und Schulen so schleppend öffnen. Auch nicht, dass Lehrer zu den ersten hätten gehören müssen (wie das Klinikpersonal), die geimpft werden. Stattdessen wirft sie jenen „Amtspersonen“ Rückgratlosigkeit vor, die das Angebot einer überschüssigen Dosis annehmen, statt solange herumzutelefonieren, bis sich jemand findet, der berechtigt ist.

Wir beten Dich an, O unfehlbare Regierung

Na ja, was will man auch anders erwarten von einer moralfreien Ex-Bischöfin, die eine ebenso moralfreie und rückgratlose Bundesregierung unterstützt. Für evangelische Theologen wie sie ist eben nicht der Papst, sondern sind die Kanzlerin und Jens Spahn unfehlbar. Sie weisen den Weg zum Weiterleben (zur Impfung).

Wer früher stirbt, ist länger tot. Davor fürchten sich alle, die nicht (mehr) ans ewige Leben glauben. Wohl auch deshalb ist Margot Käßmann um die „richtige“ Impfreihenfolge so besorgt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.