(Michael van Laack) Mindestens einmal wöchentlich beglückt uns die letzte Verteidigerin der freien Welt mit einem Video-Podcast. Heute erklärt sie uns, dass digitales Lernen im Lockdown als Aufbruchszeichen verstanden werden sollte, um in Zukunft mehr Wissen ohne menschliche Hilfestellung oder im Austausch mit unseren Freunden und Bekannten zu erwerben. Das gälte allerdings nicht nur für Schüler und Studenten. Auch Senioren sollten – statt die Volkshochschule zu besuchen – lieber interaktiv lernen.

EINES TAGES werden wir den Lockdown hinter uns lassen

Das sagt die Kanzlerin wie alles davor und danach ohne eine Emotion, die auch nur einen Anflug des Bedauerns zum Ausdruck bringt. Denn schließlich liegt – wie die Kanzlerin schon vor einigen Wochen sagte – in der Pandemie eine Chance für eine neue Weltordnung. Und dazu gehört eben auch die Veränderung des Lernens.

Denn auch wenn wir EINES TAGES alle Freiheitsbeschränkungen hinter uns gelassen haben, wird eines bleiben, meint die Kanzlerin: „Unser Leben ist digitaler geworden.“ Kinder und Jugendliche seien nun über eine lange Strecke zu Hause digital unterrichtet worden, jubelt Merkel. Unerwähnt lässt sie freilich, dass bundesweit mehr als 50 % des Digitalunterrichts wegen Serverzusammenbrüchen oder Leitungsproblemen ausfiel. Vor allem aber, dass Hunderttausende Kinder in dieser Zeit weiter abgehängt wurden, weil sie aufgrund der finanziellen Situation in der Familie keinen Zugang zu den erforderlichen digitalen Kommunikationsmitteln hatten.

Virtuelle Hörsäle und Video-Konferenzen sind gute Wege

„Das alles ist aus der Krise der Pandemie geboren, aber wir können es auch als Rückenwind sehen.“ Klar! Denn für Merkels politische Religion, die in den Totalitarismus führen soll, wäre es viel angenehmer, wenn man über mehr digitales lernen, arbeiten und kommunizieren ein Volk dazu bringen könnte, täglich freiwillig und ganz ohne Maskenpflicht und Mindestabstand mehr „Social Distancing“ zu betreiben.

Sich beim Lernen Aug in Aug gegenüber zu sitzen, intensiv zu kommunizieren, auch mal vom Thema abzuweichen und Privates austauschen… All das passt nicht in Huxleys, von der Leyens und Merkels schöne neue Welt.

Corona ist kräftiger Schub für Digitale Bildung

Die Kanzlerin ist in Feierlaune. Das hat doch jetzt alles so toll geklappt, warum dann nicht mehr davon. Warum z.B. sollen Arbeitnehmer teure Fortbildungsveranstaltungen besuchen, die der arme Arbeitgeber auch noch mit Urlaub unterstützen und finanzieren muss. Zudem haben die Bürger dann zu viele Möglichkeiten, sich während der Seminare privat auszutauschen oder gar am Abend in einer der wenigen noch existierenden Kneipen ein Bierchen zu trinken und sich kaum mithörbar über die Regierung zu echauffieren.

Da ist doch digitales Lernen für Arbeitnehmer viel besser: Ein Knopfdruck in einer Regierungsstelle… und schon kann man mithören, ob die Mitarbeiter sich nur über ihren Job oder auch über Privates austauschen.

Und die Senioren? Die „Oma-Sau-Generation“ sucht ja immer noch gern Volkshochschulen auf oder besucht Vorträge in Vereinsheimen. Das muss sich ändern. Im interaktiven Lernen – am besten mit von der Bundesregierung erstellten Lerninhalten – liegt die Zukunft.

„Nationale Bildungsplattform“ soll Wissen für den Alltag vermitteln

In einem ersten Schritt wollen Merkel und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek Menschen jeden Alters und jeden Bildungsstandards (das wird lustig) mit staatlich kontrollierten Lerninhalten beglücken. Wir können uns schon denken, was da zu Gender, Klimawandel und Migration zwischen den Zeilen vermittelt wird.

Später soll die Initiative dann auf immer mehr Bereiche ausgeweitet werden, denn die Zukunft des Lernens sei – dem Corona-Gott sei Dank – digital. Viele ältere Menschen, so die Kanzlerin weiter, wünschten sich mehr Orientierung und digitale Hilfsangebote durch den Staat. Deshalb habe man gemeinsam mit dem Volkshochschulverband die Lern-App „Stadt/Land/Datenfluss“ entwickelt, die seit heute heruntergeladen werden könne… Hoffentlich steht genug Server-Kapazität bereit!

Die etwas andere digitale Revolution

Die App informiere über selbstbestimmte Datennutzung und gebe Hinweise auf zahlreiche Lerninhalte im Netz. Selbstbestimmt ist hier freilich nur eine Lackierung. Denn das Ministerium sorgt schon dafür, dass man ausschließlich auf die „richtigen“ Lern- und Informationsseiten geleitet wird.

Tatsächlich also könnten wir in Deutschland bald eine digitale „Revolution“ bekommen. Allerdings eine von oben nach unten durchgesetzte. Der Staat will die absolute Kontrolle über die Bürger. Und dazu gehört nun mal auch die Vermittlung des „richtigen“ Wissens. Für alle Lebensbereiche: Schule, Uni, Arbeitsplatz, Privates. Selbstständiges Denken, das Abwägen von Richtig und Falsch als Teil eines Lernprozesses, der Diskurs über bestimmte Inhalte und Thesen… das alles soll wegdigitalisiert werden im Post-Corona-Deutschland. Mit oder ohne Merkel. Dafür werden nun die Pflöcke eingeschlagen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.