Leopoldina-Mitglied: Merkel & Co. missbrauchen die Wissenschaft für ihre Zwecke!

0
Collage mit Youtube Screenshot

(Michael van Laack) Noch ist Michael Esfeld Professor für Wirtschaftsphilosophie an der Universität Lausanne und Mitglied der Wissenschaftsakademie Leopoldina. Zumindest Letzeres vermutlich nicht mehr lange. Denn nun hat er in Corona- und Lockdown-Fragen öffentlich schärfste Kritik an der Bundesregierung geübt. Leider ist das Interview mit BILD hinter einer Bezahlschranke verborgen.

Merkel bevorzugt Ohrenschmeichler

Die Bundeskanzlerin und ihre Adlaten schaden in diesen Monaten massiv der Reputation der Wissenschaft. Denn sie ziehe „derzeit vor allem jene Wissenschaftler zu Rate, die bereit sind zu sagen, was die Regierung auch hören will“.

Dadurch würde auch ein anderer negativer Nebeneffekt entstehen, über den man sich nicht wundern dürfte. Wegen der offensichtlichen Instrumentalisierung durch die Bundeskanzlerin und ihren Gesundheitsminister würden sich immer mehr Menschen „von der Wissenschaft abwenden und anfangen, ganz grundlegende Fakten zu leugnen“. Anders ausgedrückt: Merkel und Spahn sind die Geburtshelferin für Verschwörungstheoretiker und Leugner der Existenz des Corona-Virus.

Falsche Funktion: Wissenschaft als Stichwortgeber der Regierung

Esfeld veranschaulicht die aktuelle Situation sehr schön. Wissenschaft verkomme zu einem Stichwortgeber der Politik. Das wäre so, als würde die Medizin – nachdem sie den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs bewiesen hat – der Regierung Empfehlungen zu Maßnahmen gegeben, die nun anzuwenden seien. Z.B. extrem hohe Steuern, einen Bußgeldkatalog und als letztes Mittel das bundesweite Verbot von Tabakverkauf und -konsum, um so der Politik eine Grundlage für ihre schon lange gewünschten Maßnahmen zu geben.

Wechselbeziehung zwischen Opfer und Täter: Corona-Stockholm-Syndrom

Am 8. Dezember 2020 sei es zu einem unübersehbaren politischen Missbrauch der Leopoldina gekommen, bewertet der in der Schweiz wirkende Professor die seinerzeitige Stellungnahme der Wissenschaftsakademie. Die fast wie bestellt gelieferte Empfehlung zeige aber auch, „wie sich Wissenschaftler von der Macht verführen lassen und alle wissenschaftlichen Standards und jegliche Verantwortung über Bord werfen.“

Wir erleben so etwas selbstverständlich an vielen Stellen. Macht korrumpiert! Und die Aussicht auf Beteiligung an Macht und Ruhm lässt manch einen ethische und moralische Bedenken schnell über Bord werfen. So wird aus Missbrauch nicht selten im weiteren Verlauf eine Beziehung, die als Co-Abhängigkeit beschrieben wird. Das gilt im sexuellen Bereich gleichermaßen wie für die Politik, eine der großen Huren Babylons.

Temporäre Lockdowns bringen gar nichts

„Wir haben nun erneut in mehreren Ländern gesehen: Es ist nicht möglich, mit einem temporären Lockdown die dauerhaft die Infektionszahlen zu drücken. Aber die Leopoldina hat ihre falschen Prognosen und Begründungen nie revidiert.“ Das vielgepriesene Irland habe z.B. nach zu frühen Lockerung eine Explosion der Fallzahlen gesehen.

Das Beispiel Irland hatte die Leopoldina der Bundesregierung als großes Vorbild dargestellt, was Merkel auch begierig aufnahm, die vor Weihnachten verzweifelt nach Verschärfungs-Begründungen suchte. Die bewusst fehlerhafte Empfehlung der Leopoldina, der die Entwicklung in Irland bekannt war, gab der kanzlerin eine Schein-Legitimation.

Gefälligkeitsbewertung für Merkel & Co.

In der Bewertung der Leopoldina finden sich keine Hinweise darauf, welche schweren psychische Schäden ein längerer Lockdown auch und vor allem bei Kindern und Jugendlichen anrichten könnte. Auch auf ein sich abzeichnendes Wirtschaftsdrama wurde kein Wort verwendet. Nicht einmal legitime Forderungen zahlreicher namhafter Wissenschaftler, sich vorrangig um vulnerable Gruppen zu kümmern, floss in das gefälligkeitsgutachten für die Bundeskanzlerin ein.

„Fast wie bestellt“ kann man daher auch dieses Papier nennen. Das RKI als regierungsabhängige Forschungseinrichtungen sagt bekanntlich schon seit langem nur noch das, was die Kanzlerin und ihr außerhalb der Verfassung stehendes Ministerpräsidenten-Gremium benötigen, um den Lockdown so auf und nieder sausen zu lassen, wie es in den vergangenen zwölf Monaten geschah.

Von Beginn an entzog sich Merkel jeglicher Kritik

Esfelds klare Worte lassen aufhorchen. Um einen kritischen und transparenten Diskurs von Beginn der Pandemie an zu vermeide, „setzte man Wissenschaftler ein, die mit großer Autorität in der Öffentlichkeit den Regierungskurs verteidigten. der Professor hofft„ „dass dieses Beispiel in künftigen Krisen nicht Schule macht.“

Aus unserer Sicht allerdings wird es Schule machen. Das Bevölkerungsschutzgesetz schreit regelrecht danach, in regelmäßigen Abständen angewendet zu werden. Und man wird jedes Mal regierungstreue Wissenschaftler benötigen, die ihre Karriere über ergebnisoffene Forschung stellen.

Niemand ist für den Schaden verantwortlich

„Die Politiker können sagen, dass sie nur der Wissenschaft gefolgt sind. Und die entsprechenden Wissenschaftler können sagen, dass sie die Politik nur beraten haben. So trägt am Ende niemand die Verantwortung“.

So sichert sich der Kreis der macht gegenseitig ab. Im Kriminalisten-Jargon: Wir wissen genau, dass diese zwei Personen die Täter sind. Aber sie geben sich gegenseitig ein Alibi. Alle anderen Spuren wurden vom Tatort unwiederbringlich entfernt, Mitwisser bestochen oder zum Schweigen gebracht.

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelRosenmontag: Kölner Gastronomie in verzweifelter Situation
Nächster ArtikelBerlin: Jetzt geht die Polizei mit Hubschraubern gegen Kinder vor
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.