(Michael van Laack) Während die Querdenker nach Ansicht der Berliner Humboldt-Universität für zehntausende Infektionen verantwortlich sind, stellen die Fußballprofis von Bayern München, die bis gestern ein Turnier in Katar gespielt haben, infektionslose Übermenschen dar. Sie müssen nach Reisen in Hochrisiko-Gebiete nicht in Quarantäne. Denn sie sind im Gegensatz zu den sie u.a. durch TV-Gebühren und Werbung finanzierenden Normalbürgern systemrelevant.

Dass alle, die Millionen durch das Profifußball-Geschäft verdienen, bessere und für die Gesellschaft wichtigere Menschen sind, hat auch der letzte Trottel begriffen, als Steuerhinterzieher Uli Hoeneß nicht nur vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, sondern sogleich wieder Präsident bei FC Bayern München werden durfte. Jeder andere hätte danach irgendwo als Mini-Jobber sein Leben fristen müssen, weil Unternehmen Straftäter, die Geld nehmen oder behalten, das ihnen nicht gehört, äußerst suspekt sind.

Das Volk wird eingesperrt, Fußball-Millionäre nicht!

Jeder Bundesbürger oder Inhaber eines deutschen Wohnsitzes, der aus einem Hochrisiko-Gebiet nach Deutschland zurückreist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Diese Pflicht zur Selbstisolation ist in den Verordnungen aller Bundesländer festgeschrieben. So weit so gut.

Aber wir wissen, dass die Reichen, Schönen und Mächtigen sich immer mal wieder gern Ausnahmen in Gesetze und Verordnungen schreiben (lassen). Sei es beim Nichtraucherschutz, wo es in diversen Gebäuden des Bundes eine andere Raucherbereichsregelung gibt als in Kreis- oder Landesverwaltungen. Sei es bei Restaurants, die nahe an Landtagsgebäuden liegen und in der ersten Lockdown-Phase im November einfach zu Betriebskantinen umgewidmet wurden. Und so auch bei der Quarantäne-Reglung für Fußball-Millionäre und die ihnen dienenden Stäbe.

Laschet und Söder halten Fußball-Profis für systemrelevant

In der  Corona-Verordnungen lesen wir, dass von Quarantäne bei der Rückreise aus Hochrisiko-Gebieten alle auszunehmen sind, die in unserem Land das  Gemeinwesen und den Wirtschaftsverkehr aufrecht erhalten. Zu dieser Gruppe gehört – man höre und staune – kein Mitarbeiter des Gesundheitswesens oder der Polizei, kein Feuerwehrmann und kein Altenpfleger. Sehr wohl aber alle Mitarbeiter von Ministerien des jeweiligen Landes oder des Bundes. Und selbstverständlich Profisportler! Also all jene, die jeder Bürger über indirekte Steuern (Produktkosten für Sponsoring und Werbung sowie Rundfunkgebühren) mitfinanziert.

Das liest sich dann in Söders Verordnung so: Jede Person ist von der Selbstverpflichtung zu Isolation befreit, der oder die „zur Vorbereitung, Teilnahme, Durchführung oder Nachbereitung internationaler Sportveranstaltungen durch das jeweilige Organisationskomitee akkreditiert werden oder von einem Bundessportfachverband zur Teilnahme an Trainings- und Lehrgangsmaßnahmen eingeladen“ ist.

Wenn der Profi-Fußball stirbt, dann stirbt Deutschland… oder so!

Einfach nur großartig. Ich bin sehr froh, dass es wenigstens noch ein paar Menschen in Deutschland gibt, die sich keine Sorgen darüber machen müssen, dass sie Einnahmeverluste erleiden, weil sie ihren Job für knapp zwei Wochen nicht mehr machen können. Und die auch weiterhin arrogant alle anblaffen dürfen, die sich über diese Ungerechtigkeit aufregen. Denn sie sind systemrelevant. Der Pöbel sollte lieber dankbar sein, dass ihm zum Brot auch weiterhin uneingeschränkt Spiele geboten werden. Deshalb, Danke, dass ihr Münchener Helden zum Wohle des Vaterlandes und nicht aus Eigennutz das Turnier in Katar gewonnen habt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.