(Michael van Laack) Während Altmaier, Söder, Spahn und Kollegen eine Fortsetzung des aktuellen Lockdowns bis Ostern anstreben und manches Bundesland stufenweise Ausstiegsszenarien für die Zeit ab März entwickelt, sorgt sich Ralf Stegner. Allerdings nicht um die älteren Menschen, die an Corona erkranken und sterben, sondern darum, dass die AfD aus der Fortsetzung der seit Monaten ebenso verfehlten wie rechtlich umstrittenen Lockdown-Politik Nutzen ziehen könnte.

Denn wir wissen aus früheren Tweets: Wenn Stegner „Rechtsradikale schreibt, meint er primär die bürgerliche Mitte. Ohne es zu beabsichtigen gibt Stegner in seinem morgendlichen Tweet zu: Wenn wir den Weg des grundgesetzwidrigen Grundrechtsentzug weiter verfolgen, wenn wir die Gastronomie und den Einzelhandel in mehr Insolvenzen treiben, ist unsere Wiederwahl in Land und Bund in Gefahr.

Der „böse“ Teil der Gesellschaft könnte triumphieren

Mit diesem Tweet macht er sich definitiv das RKI um seinen Präsidenten Lothar Wieler zum Feind, dem die CDU heute pflichtbewusst öffentlich zum Geburtstag gratuliert und auch noch einmal daran erinnert, dass er diesen mit Abstand zu feiern habe. Denn das regierungstreue Robert-Koch-Institut verbreitet wie die Kanzlerin und andere zahlreiche Horror-Meldungen über Mutanten.

Kritiker an der Corona-Politik sind Spinner

Aber am Beispiel Ralf Stegner zeigt sich auch der Pauschalisierungstrend hinsichtlich der Kritik an der Lockdown- und Impf-Politik. Wer den besonderen Schutz vulnerabler Gruppen anmahnt, die EU für das Impf-Desaster kritisiert… wer vor Absterben ganzer Wirtschaftszweige warnt und die Wichtigkeit der Schulbildung betont… wer (erfolgreich oder nicht) gegen Vorschriften wie z.B. den 15 km-Radius oder das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit klagt… der ist rechtsradikale.

Denn in den politischen Weltbildern der Christ- und Sozialdemokraten tut der anständige und aufrechte Bürger klaglos dass, was man ihm anweist. Der gute Bürger schaut zu seiner Regierung auf und pflückt dankbar alle Worte von den Lippen der Kanzlerin und des Gesundheitsministers.

Den Umfragen geschuldet

Das Stegner und andere SPD-Kader sich heute drehen und mahnen, ist nicht ihrer Sorge um Wirtschaft oder Menschen geschuldet. Wenn die Umfragen nicht darauf hindeuten würden, dass die Zustimmung der Bevölkerung zur Lockdown-Politik zunehmend schwindet und bereits eine knappe Mehrheit mit der Politik der Bundes- und Landesregierungen unzufrieden ist, hätte Stegner diesen Tweet heute nicht abgesetzt.

Dann hätte es geheißen: „Der Lockdown muss weitegehen. Denn die Gefährlichkeit der Mutationen steht allen vor Augen. Den Bürgern ist bewusst, dass sie weitere Opfer bringen müssen und sie tun es gern. Den Rattenfänger von Corona-Leugnern, Rechtsradikalen und Spinnern ist es nicht gelungen, das Band zwischen Politik und Volk zu zerschneiden.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.