(Michael van Laack) Von der Corona-Thematik ein wenig verdeckt tobt um den konservativen Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki, seit Monaten eine Schlammschlacht. Angeführt von den Sozialisten des so genannten „Synodalen Wegs“ und des „Zentralkomitees der Katholiken“ bemühen sich die Mainstream-Medien mit der gleichen Verve, mit der sie einst den von Merkel ungeliebten Bundespräsidenten Wulff aus dem Amt schrieben, nun den einflussreichsten konservativen Bischof Deutschlands zu zerstören.

Hintergrund ist ein von Woelki nicht veröffentlichtes Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln. Woelki und sein Stab haben rechtliche Bedenken, es zu veröffentlichen. Recht jedoch ist etwas, dass Linke immer gern umgehen, wie man ja auch an den zahlreichen Rechtsbrüchen und -beugungen der Bundesregierung in den vergangenen Jahrzehnten sehen kann. Deshalb fordern die „Fortschrittlichen“ und „Zukunftsweisenden“, also die ehrlichen, aufrechten und anständigen Katholiken um die radikalfeministische Bewegung Maria 2.0 und dem rechtlich unverbindlichen – aber zum Dogma erhobenen – „Synodalen Weg“ nicht nur die Veröffentlichung des Gutachtens, sondern den möglichst zeitnahen Rücktritt Woelkis.

Wie in der Politik: Konservative abschalten als Endziel

Während die MSM mit Verfehlungen in Bistümern progressiver und somit lupenrein gerechter und demokratischer Bischöfe sehr milde umgehen (z.B. wurde das Finanzgebaren des Münchener Kardinal Marx im Gegensatz zu dem des Limburger „Protzbischofs“ Tebartz nie skandalisiert), werden konservative Bischöfe, Priester und Laien stets offen angegriffen. Denn alle, die sich der Abschaffung des Zölibats, der Priesterweihe der Frau, dem Ehesakrament für Homosexuelle oder der Gründung weiterer Abtreibungshilfe-Vereine entgegenstellen, sind irgendwie Nazi.

Der „Kampf gegen rechts“ tobt in der Kirche nicht nur in Merkels Sinn politisch, sondern auch theologisch. Wer an der Lehre der römisch-katholischen Kirche festhält und sie gar öffentlich verteidigt, muss weg. Notfalls auch mit dem Aufblasen eines Vorgangs zum Skandal.

Bätzing – unerbittlicher Kämpfer gegen die Lehre der Kirche

In einer Online-Pressekonferenz übte Bätzing nun massive Kritik an seinem „Mitbruder“ Woelki, der ihm bei der Zerstörung zahlreicher kirchlicher Lehren und der weiteren Anbiederung an Merkels Politik und den sogenannten „Zeitgeist“ noch im Weg steht.

Er, der 2018 im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal seine eigene Kirche als „Täterorganisation“ bezeichnete und so einen Generalverdacht über alle aussprach, die für sie und in ihr arbeiten…

Er, der auch gegen den Willen der Weltkirche eine „Wiedervereinigung“ mit der evangelischen Kirche durchsetzen will und seiner Kirche empfiehlt, die eigene Lehre zu protestantisieren…

Er, der sich noch nie explizit gegen Abtreibung geäußert hat und linksgrünversiffte frühkindliche Sexualerziehung auch in den Kitas seines Bistums Limburg befürwortet…

Der Bock macht sich zum Gärtner

Er, der sich gemein macht mit radikalen sozialistischen und atheistischen Feministinnen, die eine Frauenkirche fordern, in der endlich die Macht an das weibliche Geschlecht abzugeben sei. Eine Kirche, deren Gottheit intersexuell mit deutlich weiblicheren Ausprägungen ist. In der wieder Doppelklöster wie im Mittelalter eingerichtet werden, damit die Kirche ihren eigenen Nachwuchs produzieren und bei Überschuss auch abtreiben kann…

Er, der von der priesterlichen Ehelosigkeit ebenso wenig hält wie vom Primat des Papstes, dafür aber sehr viel vom Gendersternchen…

Er, der eigentlich ein progressiver Protestant im katholischen Bischofsgewand ist und sich willfährig wie einst Reichsbischof Müller in allen politischen Fragen (Klimawandel, Migration, Kampf gegen rechts, EU-Zentralstaat, Corona-Restriktionen) in den Dienst der Regierung stellt…

Rücktritt Woelkis würde freie Bahn für die Linken bedeuten

Eben dieser Mann also, der nur noch dem Schein nach ein römisch-katholischer Christ ist, fordert nun unter fadenscheinigen Argumenten Erzbischof Woelki zum Schuldeingeständnis auf und schließt auch die Notwendigkeit seines Rücktritts nicht aus.

Er und die Seinen spalten, bringen Unfrieden, sorgen so für mehr Kirchenaustritte. Denn die meisten Katholiken lassen sich – wie auch die meisten Bürger in Corona-Fragen – von der Meinung der MSM leiten. Und die lautet: Woelki ist ein Vertuscher, vielleicht sogar selbst ein Straftäter. Woelki muss weg!

Betteln um Kirchenaustritte

In der oben erwähnten Online-Pressekonferenz führte Bätzing nun aus: „Die Krise, die entstanden ist, weil das Gutachten nicht jetzt öffentlich ist, die ist nach meiner Ansicht nicht gut gemanagt worden.“ Ein Gutachten wohlgemerkt, das rechtliche Problematiken enthält. Das noch einmal geprüft werden muss, bevor ein Papier veröffentlicht wird, welches möglicherweise falsche justiziable Anschuldigungen enthält. Wie hätte Bätzing wohl reagiert, wenn Woelki das Gutachten so veröffentlicht hätte und dann eine Klageflut gegen das Erzbistum die Folge gewesen wäre? Vermutlich in gleicher Form!

Bätzing befeuert Zweifel an der Kirche

Dann hätte der Vorsitzende der DBK ebenfalls Woelkis Qualifikation infrage gestellt, weil er der Kirche finanziellen und anderen Schaden zufügen würde. So aber sagte er gestern: „Die Vorgänge im Erzbistum Köln um die Bestellung, Nichtveröffentlichung und Neuvergabe von Gutachten haben dazu geführt, dass viele am Willen kirchlicher Autoritäten zu vorbehaltloser Aufklärung zweifeln“. „Es sind erhebliche Irritationen entstanden.“ Diese Worte stellen fast schon einen Flehen um Kirchenaustritte da.

„Strukturen der Vertuschung müssen aufgedeckt und beseitigt, die Namen der Verantwortlichen genannt, die Ergebnisse der Untersuchungen veröffentlicht werden.“ Bätzing setzt hier offensichtlich voraus, dass auch Woelki vertuschen will, nicht vor eventuellen hohen Folgekosten bei Klagen gegen justiziable Äußerungen schützen. Die Praxis, das man häufig zwei oder mehrere Gutachten zum gleichen Thema einholt, bevor man sich öffentlich äußert, scheint dem Limburger Bischof unbekannt.

Die Hetzjagd kann beginnen

Nein, Woelki muss weg! Und dazu ist jedes Mittel recht. Auch Schmähkritik gegen den Mitbruder, dem er zum Abschluss erklärt: „Dabei kann auch ein Rücktritt kein Tabu sein.“  Der Bischof, für den sonst Solidarität mit wem auch immer ein hoher Wert ist und der von allen seinen Mitarbeitern Loyalität verlangt, verhält sich gegen Woelki öffentlich illoyal. Er ist es, der den Kölner Erzbischof nun zur Hetzjagd freigegeben hat. Wird auch er es sein, der ihn erlegt? Oder überschätzt Bätzing sein Gewicht in Rom, wo am Ende entschieden wird, wenn Woelki nicht freiwillig gehen sollte?

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.