(Michael van Laack) Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ist bestürzt. Als Flüchtlingsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist es für ihn natürlich sehr wichtig, die Existenzberechtigung seines Amtes nachzuweisen. Das geht selbstverständlich nur, wenn Asylanten in ausreichender Zahl „gerettet“ werden und nach Deutschland einreisen können.

Dass von den beiden großen Kirche mitfinanzierte Flüchtlingsschiff „Seawatch 4“ – mit großem medialen Aufwand als deutsche Arche Noah für afrikanische Flüchtlinge inszeniert, liegt seit dem 23. Dezember in Palermos fest, weil die italienischen Behörden das Schiff beschlagnahmt habe. Aus ihrer Sicht tragen Schiffe wie dieses dazu bei, dass Geschäft der Schlepper am Leben zu erhalten. Es ginge nicht um Rettung aus Seenot, sondern um die Aufforderung sich in Seenot zu begeben, um dann in einen sicheren deutschen Hafen, z. B. im Schwarzwald verbracht werden zu können.

Wir retten vor dem Ertrinken, meint Erzbischof Heße

„Solange die Staaten Europas keine wirksame Seenotrettung im Mittelmeer gewährleisten, bleiben die Aktivitäten ziviler Seenotretter unverzichtbar. Sicherlich stellt die Seenotrettung keine langfristige politische Lösung dar. Aber das ist auch gar nicht ihr Anspruch. Stattdessen geht es den Seenotrettern darum, schutzsuchende Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Ohne ihr Engagement wäre die Zahl der Toten um ein Vielfaches höher.“, führte Heße in einem Interview mit dem Kölner Domradio aus.

Richtig ist allerdings, dass Schiffe wie dieses immer wieder Menschen dazu animieren, sich auf kleinen Nussschalen in die Fluten zu stürzen, weil die NWOs, die diese Schiffe betreiben, mehrsprachig auf Twitter und Facebook regelrecht für ihre Schiffe werben. Deshalb haben ja auch mittlerweile manche Staaten erklärt, an ihren Küsten keine Schiffe mehr anlanden zu lassen, deren Geschäft der Transport von in „Seenot“ geratenen Flüchtlingen ist. Dass aber ignoriert der Hamburger Erzbischof vollständig und kaschiert die Aufforderung, sich in Lebensgefahr zu begeben als Werk der Nächstenliebe.

Corona schränkt Mobilität von Flüchtlingen ein

Während die Kirche sich ansonsten solidarisch mit der Bundesregierung gibt, was Mobilitätseinschränkungen der Bundesbürger betrifft und sich nicht einmal negativ über den sinnlosen 15 km-Radius geäußert hat, sieht Heße hier eine große Beschwernis für Flüchtlinge und Arbeitsmigranten, die wegen Einreisebeschränkung kaum mehr nach Deutschland gelangen könnten und im Land durch Ausbrüche von Corona in Massenunterkünften gefährdet sein könnten. Auch sie sollten nach Ansicht des Erzbischofs als „vulnerable Gruppe“ gelten.

So sagt er. „Die Pandemie trifft Flüchtlinge und Migranten mit voller Härte. Ich denke etwa an die Sorge vor Infektionsausbrüchen in größeren Gemeinschaftsunterkünften, an neue Hürden bei der Asylverfahrens- und Sozialberatung, an die massive Beeinträchtigung bisheriger Integrationserfolge oder an die negativen Folgen für den Zugang zu Schutz in Europa. Denn mit der Einschränkung von Mobilität wird die Möglichkeit, Asyl zu beantragen, in Mitleidenschaft gezogen.“

Familienzusammenführungen können nicht stattfinden

Obwohl die Kirche beim „Kampf gegen rechts“, an dem sie sich in Treue zur Bundeskanzlerin selbstverständlich gern und massiv beteiligt, immer wieder darauf hinweist, dass nur Nazis behaupten, ein einziger Flüchtling zöge oft einen Familien-Clan hinter sich her, fürchtet Heße darum, dass der aktuell kaum stattfindende Familiennachzug für die hier Schutz suchenden zu unerträglichen Härten führen könnte.

„Die [Reisebeschränkungen] führen dazu, dass Familienzusammenführungen nicht stattfinden können und Resettlement-Verfahren auf Eis liegen. Dies betrifft auch das staatlich-zivilgesellschaftliche Aufnahmeprogramm ‚Neustart im Team‘, für das wir uns als Kirche starkmachen. Faktisch gibt es derzeit also kaum sichere Zugangswege – und das in Zeiten, in denen die Situation der Schutzsuchenden in den Erstaufnahmestaaten nicht besser, sondern schlechter geworden ist.“

Aufnahmebereitschaft muss wieder steigen

Die „Koalition der Willigen“ darf nicht länger zögern. Corona hin oder her, meint der Erzbischof. Zunächst müsse die EU und allen voran Deutschland Finanzhilfen bereitstellen, mit denen z. B. in Griechenland oder Bosnien Übergangslager errichtet werden können, die eine vernünftige Lebensqualität gewährleisteten. Dann aber gälte es – noch während der Pandemie – eine Koalition der Willigen zu bilden, die jeden aufnimmt, der in einem Flüchtlingslager ankommt.

Wer unser Nächster ist, bestimmt die DBK!

Die römisch katholische Kirche hat nichts dazugelernt. Während man die eigenen Gläubigen seelsorgerisch unterversorgt, soll der Blick nach Außen geschärft werden. Ja, wenn mein Nächster in Not ist, soll ich ihm als Christ helfen. Aber ich habe nicht die Verpflichtung, jeden Menschen, der irgendwo auf der Welt in Not geraten ist, aus der Ferne zu betreuen oder über eine weite Strecke in mein Haus zu transportieren, damit ich ihn als meinen Nächsten bezeichnen kann.

Linientreu dem Staat und des Ziels einer „offenen und bunten Gesellschaft“ versucht die Kirche aber seit Jahren, jedem ein schlechtes Gewissen zu machen, der auf Deutschland finanziell begrenzte Mittel hinweist oder vor sozio-kulturellen Verwerfungen warnt. Flüchtlingsfeind, Islamfeind, Nazi – in diesen Kategorien denken mittlerweile auch viele Kirchenvertreter über Kritiker. Und behandeln sie auch so. Das hat selbstverständlich auch nichts mit Nächstenliebe zu tun. – Welcher Nächste geliebt und welcher verdammt werden muss, maßen sich Kleriker und einige Laienverbände an, ganz allein entscheiden zu können.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.