(Michael van Laack) Niemand hat aktuell den Mut, Angela Merkel auf ihrem Weg zur vertieften Spaltung der Gesellschaft und in  eine wirtschaftliche Rezession spätestens 2022 zu stoppen. Ein Gremium, das in der Verfassung überhaupt nicht vorgesehen ist, bestimmt seit elf Monaten die Geschicke unseres Vaterlandes. Planlos und willkürlich erscheinen seine Aktionen. Und niemand, der die Macht dazu hat, stellt sich diesem Irrsinn in den Weg.

Es scheint fast so, als wolle Angela Merkel – bevor sie endgültig im Herbst von der Macht lassen muss – noch einmal voll auskosten, was ihr verloren geht, weil ihre Fraktion sie vor zwei Jahren in einem kurzen Anflug von Widerstandsbereitschaft zur Resignation nach dieser Legislatur gezwungen hat. „Mein Volk soll Masken tragen, so lange ich noch im Amt bin!“ scheint ihr Ansinnen zu sein. Anders lässt sich nicht erklären, warum morgen mit großer Wahrscheinlichkeit eine Verschärfung des Lockdowns „beschlossen“ wird.

Ein in der Verfassung nicht vorgesehenes Gremium beschließt…

…und niemand probt den Aufstand. Ganz im Gegenteil: Die Fraktionen von Union, SPD und Grünen verhindern eine Bundestagssitzung vor möglichen weiteren Grundrechtseinschränkungen wie einer vom Bundeskanzleramt angestrebten deutschlandweiten Ausgangssperre. Sie – die vom deutschen Volk gewählten Vertreter eben der belange dieses Volkes – legen bereitwillig das Schicksal des Landes in die Hände eines im Grundgesetz nicht vorgesehenes Gremium, bestehend aus der Kanzlerin, den Ministerpräsidenten und einigen handverlesenen Experten.

Ein Ministerpräsident hat Entscheidungsbefugnis nur für die Grenzen seines Bundeslandes. Seit Monaten aber werden uns von Angela Merkel und ihrer Entourage die Ergebnisse dieser Veranstaltungen stets als Beschlüsse für Deutschland verkauft. – Auch in den Medien gab es bis vor wenigen Tagen kaum Kritik an diesem Gremium. Dass sie nun einsetzt, mag auch daran liegen, dass der ÖRR bei sich verschärfender wirtschaftlicher Lage um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags sorgt und die Zeitungen fürchten, Abonnenten zu verlieren. Anders lässt sich das bisherige Schweigen nicht erklären.

Jeden Montag grüßt das Murmeltier

An Wochenende melden die Gesundheitsämter wenig bis gar nicht. Auch wird dann weniger getestet. Nach nunmehr elf Monaten Corona-Krise ist es der Politik immer noch nicht gelungen, dass Melde- und Testwesen so zu organisieren, dass nicht nur von Montag bis Freitag von 8 bis 16.00 Uhr gearbeitet wird. Jens Spahn scheint das noch gar nicht aufgefallen zu sein, denn heute Morgen jubelte er darüber, dass es unter 8.000 Neuinfizierte gäbe. Spätestens übermorgen wird er dann wieder Sorgenfalten auf der Stirn haben wegen steigender Zahlen. Dabei fallen trotz steigender Infektionszahlen seit zwei Wochen der R-Wert und die Inzidenz klar.

Warum fordert Merkel Verschärfung bei sinkenden Zahlen

Weil sie sich daran berauscht, ihr Volk zu knechten? „Nein, weit gefehlt!“ – antworten die Kritiker ihrer Kritiker! „Wir haben ja jetzt die bösen Mutationen. Die sind zwar bislang kaum erforscht, aber wir wissen auf jeden Fall, dass sie sehr gefährlich sind. Deshalb können wir trotz sinkender Werte die Restriktionen nicht nur nicht lockern, sondern müssen sie verschärfen“.

Ohne die Mutationen müsste man nun bald über Lockerungen nachdenken. Sie aber sind die Rettung der letzten Verteidigerin der freien Welt. Denn sie weiß: Noch ein paar Monate Deutschland im Lockdown halten. Dann man hat ausreichend Argumentations-Munition, um eine Verschiebung der Bundestagswahl ins Jahr 2022 zu begründen. Z. B. mit mangelnder Vorbereitungszeit für Wahlkämpfe, da jetzt erst einmal das wirtschaftliche Desaster, das man selbst angerichtet hat, bewältigt werden muss. Das könne ein Deutschland im Regierungsumbruch nicht leisten.

Nachkriegsdemokratie ist an Corona gestorben

Wie auch immer! Ob nun tatsächlich Verschärfungen  kommen oder nicht, ist fast schon egal, denn die angerichtet Schäden können zumindest psychologisch kaum mehr größer werden. Und wirtschaftlich, sagt die schwarze Null der SPD – Olaf Scholz – sei noch viel Luft zur Neuverschuldung.

Das Entscheidende ist: Die von Angela Merkel zwar nicht erfundene aber eingeführte politische Religion, die in der Weltgeschichte immer in den Totalitarismus geführt hat, ist nun fest verankert. Während das Corona-Szenario ablief, wurden in der EU die Weichen für einen Zentralstaat gestellt. Die Haftungsunion ist fast vollendet, dem Migrationspakt der UNO soll ein europäischer verpflichtender Migrationspakt an die Seite gestellt werden. Energiepolitisch wird man durch den Green Deal alle zu Veganern umerziehen und darauf vertrauen, dass uns schon irgendjemand mit Strom versorgen wird, wenn die EU-Staaten aus Kohle, Öl, Gast und Atomenergie ausgestiegen sind.

„And now, the end is near – And so I face the final curtain!“ Der letzte Vorhang für Angela Merkel ist noch nicht gefallen. Aber der für den Erhalt eines Europas der eigenverantwortlichen Nationalstaaten steht kurz davor.  Hinter den Kulissen ziehen sie schon am Seil. Corona hat es möglich gemacht! Und soll es noch ein paar Monate länger möglich machen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.