(Michael van Laack) „Was erlauben sich Maas?“, möchte man mit einem bekannten Trainer von Bayern München fragen. Zum einen, weil er als Außenminister aber auch mal gar nichts mit dem Corona-Komplex im Inneren zu tun hat; zum anderen, weil er sich einer Diktion befleißigt, die man vor dem GroKo-Regime Merkel nur aus Diktaturen kannte.

Grundrechtsentzug ist für den ehemaligen Bundesjustizminister offenbar ein selbstverständliches Tool, um Bürger auf Linie zu bringen. So lesen sich jedenfalls seine Gedanken, die er heute in „BILD am Sonntag“ preisgab.

Regierung darf mit Grundrechten nach Belieben verfahren

„Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen.“, sollen nach Maas‘ Ansicht also z.B. wieder Kinos, Restaurants und Fußballstadien besuchen dürfen. Die Frage, wer sie dort bedienen soll, bleibt jedoch ungeklärt, weil die meisten Mitarbeiter in der Gastronomie bekanntlich nicht zu den drei bevorzugten Impfgruppen gehören. Die 101jährige Dame, die vorgestern zum zweiten mal geimpft worden ist, könnte also nach Ansicht des Herrn Außenministers schon in ca. zehn Tagen (wenn der Impfschutz vollständig wirkt) wieder ins Theater oder zum Kegeln gehen. Allein versteht sich. Dies erübrigt sich allerdings, so lange der Lockdown noch besteht.

Du nimmst niemandem ein Beatmungsgerät weg? Du bist ein Guter!

„Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können. Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg.“ Maas Logik ist unbeschreiblich: Wer geimpft ist, landet nicht mehr auf der Intensivstation. Deshalb darf er wieder ins Restaurant oder den Puff, auch wenn er dort vielleicht noch andere anstecken und auf die Intensivstation schicken könnte.

Pech hat, wer sich noch nicht impfen lassen konnte

Dass Deutschland auch in den nächsten Monaten noch über zu wenig Impfstoff verfügen wird, um jeden, der sich impfen lassen möchte, zu impfen, ist Maas ganz egal. Für das Versagen der Regierung kann die Regierung nicht verantwortlich gemacht werden. Punkt!  Er schwadroniert: „Die [Gastronomie und Kinos] haben ein Recht darauf, ihre Betriebe irgendwann wieder zu öffnen, wenn es dafür eine Möglichkeit gibt. Und die gibt es, wenn immer mehr Menschen geimpft sind. Denn wenn erst mal nur Geimpfte im Restaurant oder Kino sind, können die sich nicht mehr gegenseitig gefährden.“ Wann irgendwann ist, ob im April oder Oktober und auch welchen Jahres… Darüber schweigt sich Maas aus.

Prima. Dann bleiben alle unter 60jährigen erst einmal bis Ende Juni 2021 zu Hause. Denn vorher gibt es ja definitiv kein Angebot für alle. Selbst wenn es das geben sollte, wird es mindestens bis Ende des Jahres dauern, bis alle Impfwilligen geimpft sein können. Vielleicht sogar bis ins erste Quartal 2022. Nach Maas‘ Vorstellungen werden die Grundrechte dann scheibchenweise zurückerstattet. Und wie sieht es mit denen aus, die sich nicht impfen lassen wollen (nach jüngsten Umfragen immer noch 35 % der impfähogen)? Darüber sagt Maas selbstverständlich nichts. Muss er ja auch nicht, denn die bekommen ihre Grundrechte nicht mehr zurück. Zumindest nicht, bis Herdenimmunität erreicht ist. Irgendwann Ende 2022 oder so!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.