(Michael van Laack) Viele haben es vorausgesagt: Wenn man Ökostrom-Einspeisungen fördert, seine Kohle- und Atomkraft abbaut, auf Windrad- und Solarparks setzt und Co2 besteuert, werden die Energiekosten dramatisch steigen. „Alles nur ungrüne und klimafeindliche Panikmache!“ riefen die einen. „Die überwältigende Mehrheit der Bürger will große Opfer für die Energiewende bringen!“ die anderen. Gefragt freilich wurden die Bürger nicht, sondern einmal mehr vom Alternativlosigkeits-Denken der Bundeskanzlerin überrollt.

33,77 Cent zahlen die Deutschen mittlerweile im Schnitt für eine Kilowattstunde Strom. Ein historischer Höchstwert. Die Hälfte des Preises bilden Abgaben und Steuern. Aber das ficht unsere Regierung nicht an. Schließlich hat Deutschlands Wirtschaft den Anspruch, überall Spitze zu sein. Nun auch endlich bei den Stromkosten. Endlich sind wir auch Energiekosten-Weltmeister! Gewiss werden auch deshalb bei den Millionärskindern in der Führungsetage von „Fridays For Future“ die Champagnerkorken knallen. Denn nun werden sich die Deutschen dreimal überlegen, ob sie wirklich einen Gefrierschrank, Computer oder Fernseher brauchen.

Fukushima – Für Merkel Zeichen zum Aufbruch in die neue Zeit

Nachdem es am 11. März 2011 infolge eines Erdbebens in drei von sechs Reaktorblöcken zur Kernschmelze gekommen war, gab Angela Merkel einen Tag später bekannt, dass alle 17 deutschen Kernkraftwerke für drei Monate einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden sollten. Ob sie eine Naturkatastrophe der Stärke des Tōhoku-Erdbebens überstehen würden, sollte geprüft werden, auch wenn Seismologen versicherten, dass Beben dieser Stärke auf unserem Teil der Kontinentalplatte frühestens in 20 Millionen Jahren möglich wären. Wenige Tage später wurde entschieden, die sieben ältesten deutschen AKWs vorerst abzuschalten, weil das Risiko zu hoch sei.

Ihre Ankündigung hatte ausschließlich wahltaktische Ziele. Sie hoffte, so den Grünen in Baden-Württemberg am 27. März 2011 das Wasser abgraben zu können. Doch das Gegenteil geschah. Merkels Ankündigung wurde von vielen Wählern dort als Eingeständnis gewertet, dass die Grünen mit ihrer Anti-Atomkraft-Politik recht hätten. So wurde Kretschmer der erste grüne Ministerpräsident. Nach diesen Polit-Tsunami war die Richtung für Merkel klar: Die CDU konnte den Vertrauensverlust nur wettmachen, wenn sie unbeirrt an dem einmal eingeschlagenen Weg festhielt. Bei weiten Teilen der SPD und den Grünen rannte sie damit offene Türen ein. Und so beschlossen Bundestag und Bundesrat mit deutlicher Mehrheit am 30. Juni 2011 die Abschaltung aller deutschen AKW binnen weniger Jahre. Diesen Tag kann man getrost als jenen bezeichnen, an dem der Marsch der Unionsparteien nach links begann.

Energiewende wird Deutschlands Wirtschaft vernichten

Schon jetzt beginnt das Leid der energieintensiven Industrie (z. B. Aluminium- und Stahlproduktion) Zwar bekommen diese immer noch preiswertere Energie als der normale Bürger, weil sie größere Mengen verbrauchen. Aber auf dem Weltmarkt lassen sich deutsche Produkte aus diesen Branchen immer schwieriger verkaufen, weil Indien, China und die USA günstiger die gleichen Qualitäten anbieten können.

Andere Branchen werden die in den nächsten Jahren stetig steigende Co2-Bepreisung selbstverständlich an die Kunden weitergeben. So wird alles teurer. Nicht nur PKW oder Möbel, Flüge oder Computer. Auch die Lebensmittelpreise werden steigen, denn für die Herstellung nahezu aller Produkte wird Strom benötigt.

Hinzu kommen neue Verpackungsmaterialien, die einen besseren „ökologischen Fußabdruck“ hinterlassen, aber in der Herstellung viel teurer sind. Kunststoffe sollen ebenfalls so weit als möglich verschwinden. Gleichzeitig will man die Wälder schonen und Monokulturen vermeiden. Doch wo soll das ganze Papier herkommen oder das Stroh, der Mais oder der Reis, aus dem neue Verpackungsmaterialien produziert werden können? Und woher der viele Tofu oder andere Produkte, die wir dringend benötigen werden, wenn alle Bürger zu Veganern umerzogen wurden und trotzdem auf ein veganes Rinderfilet Appetit haben?

Bis 2030 Verbrennungsmotoren abschaffen

Schon jetzt muss Deutschland fast 30 % seiner Energie aus anderen Ländern zukaufen. Gern auch „schmutzigen Strom“ aus Kohle oder Kernkraft. Denn bis wir uns fast komplett auf Wind und Sonne umgestellt haben, muss ja dennoch alles weiterlaufen. Und ein Industrieland verbraucht viel Strom. Sogar die FFF-Kids, auch wenn manche vielleicht glauben, sie müssten ihre Smartphones nur lange genug in den Wind halten bei Demos, um die Akkus wieder aufzuladen.

Schon bald werden wir aber nach dem Willen der Regierung noch mehr Strom verbrauchen. Immer teurer werdenden Strom, denn die Preisentwicklung sagt für die nächsten fünf Jahre (weiter wagt man nicht, zu blicken) neben der Co2-Steuer eine Erhöhung auf bis zu 60 Cent pro Kilowattstunde voraus. Trotzdem sollen bald nur noch E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Das wird nicht nur viele Verkehrstote mehr bescheren (denn leise Fahrzeuge missachtet man schneller als laut dröhnende), sondern vor allem viele Bürger dazu bringen, aufs Auto zu verzichten, weil sie sich die teure Elektromobilität noch weniger leisten können, als die bis dahin immer höher steigenden Benzinpreise.

Deutschland schafft sich auch ohne Migration ab

Aber keine Sorge. Spätestens zehn Jahre nach dem Aus für den Verbrennungsmotor (also 2040) soll das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs so gut ausgebaut sein, dass selbst das letzte Schwarzwalddorf über einen Elektro-Busbahnhof verfügt.

Gegen die Kosten, die auf den einzelnen Bürger wegen der Energiewende zukommen werden, sind die Kosten für Asylanten und Migranten verschwindend gering. Denn für die Billion Euro, die sich Brüssel für den Klima-Change im Green Deal vor einigen Monaten beschert hat, haften zu knapp 28 % die deutschen Steuerzahler. Dazu dann noch Arbeitslosigkeit durch das Sterben großer Industriezweige, höhere Einkaufspreise. Auch wenn Angela Merkel vermutlich im Herbst dieses Jahres abgeht: Sie hinterlässt unserem Vaterland ein Erbe, dass man gern ausschlagen würde. Aber man kann es nicht. Dafür hat die Alternativlose frühzeitig gesorgt!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.