Bodo Ramelow fordert: Totaler Lockdown sofort, um Gesellschaft gleichmäßig zu zerstören!

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Ausschnitt aus: Von Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0

(Michael van Laack) Der durch Merkels Weisung, die Wahl Kemmerichs rückgängig zu machen, in das Amt des Ministerpräsidenten zurückgekehrte Bodo Ramelow bedankt sich nun bei der Kanzlerin. Er sei im Unrecht gewesen bei der Bewertung der Dramatik der Corona-Krise. Die allweise Kanzlerin habe hingegen frühzeitig erkannt, wie bedrohlich das Virus sei. Nun fordert er im vorauseilenden Gehorsam, die deutsche Wirtschaft müsse in den totalen Lockdown.

„Die Kanzlerin hatte Recht, und ich hatte Unrecht. Es hilft ja nichts. Die Kanzlerin hat es immer wieder in aller Deutlichkeit gesagt, aber im Kreise der Ministerpräsidenten wollte man es nicht so recht hören – auch ich nicht.“ leistete Thüringens MP gestern in der FAZ demütig vor seiner Schutzherrin Abbitte. Der Artikel ist – wie so viele – hinter einer Bezahlschranke verborgen.

Jetzt hilft nur noch ein „richtiger Lockdown“

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, dürfte sich Ramelow denken. Wenn das verhasste Großkapital nicht durch Steuern und Sonderabgaben um sein Vermögen erleichtert und die Staatsverschuldung mit normalen Mitteln in der im Ostblock seinerzeit üblichen Manier nicht in die Höhe getrieben werden kann, müssen wir halt die Gunst der Stunde nutzen und das Land mit einem totalen Lockdown zugrunde richten.

Wenn das alles schnell genug wirkt, wird die Zahl der Arbeitslosen noch vor der Bundestagswahl im Herbst in die Höhe schnellen durch Insolvenzen und andere finanzielle Schieflagen. Dann wäre sie endlich wieder da, die Stunde der Arbeiter- und Bauernpartei. Deshalb ist Ramelow der Meinung: „Wir müssen jetzt einfach einmal komplett eine Pause machen“. „Ich sehe keine Alternativen. Der Fehler, den wir in ganz Deutschland gemacht haben, war, dass wir den Dezember nicht genutzt haben, um tatsächlich auch die allgemeine Wirtschaft in eine Pause zu schicken.“

Schon vor Weihnachten hätten totale Wirtschaftspause gebraucht!

Ramelow ärgert sich darüber, dass ihm das nicht schon vorher eingefallen ist. Denn wenn wir im Dezember den totalen Lockdown gemacht hätten, wäre dem Einzelhandel wenigstens sein ganzes Weihnachtsgeschäft kaputtgemacht worden. So konnten sich die Bonzen ihre Säckel immerhin noch zu dreivierte füllen.

Es gehe ja nun mal gar nicht, dass nur Gastronomen, Hoteliers, Künstler und Solo-Selbstständige, Schausteller und alle Kinder zur Pandemie-Abwehr stillgelegt werden. „Alles, was nicht lebensnotwendig ist oder systemisch nicht abgestellt werden kann, hätte [im Dezember] vier Wochen lang angehalten werden müssen.“, meint der kommunistische Ministerpräsident von Merkels Gnaden.

Aber das könne man ja jetzt alles noch nachholen. Totaler Lockdown bis Ende Februar. OK, Strom brauchen die Leute ja noch und Wasser auch. Aber die gesamte Industrie, die keine Lebensmittel herstellt oder Ersatzteile, die z. B. notwendig sind, damit der Fuhrpark der Politiker weiter am Laufen gehalten werden kann, sollte jetzt endlich ruhen.

In Thüringen steigen die Zahlen, also muss Deutschland bluten

Von 400 auf 1290 sei die Zahl der Neuinfektionen in Thüringen gestiegen in den vergangenen vier Tagen. In anderen Bundesländern würde das auch bald geschehen. Deshalb müsse man jetzt mal richtig in die Vollen gehen. Viel hilft viel, scheint Ramelows Motto zu sein. Und auch Bayerns Markus Söder scheint der Ansicht zu sein, dass noch größere Anstrengungen unternommen werden müssen:

„Die soziale Balance stimmt nicht mehr, und auch nicht die gesamtwirtschaftliche Ausgewogenheit.“, sagt Ramelow. Wenn schon die Alten und Kinder vereinsamen und auch die Gastronomie zum Teufel geht, wäre es aus seiner Sicht nur gerecht, wenn man jetzt auch andere Wirtschaftsbereiche ins Elend treibt.

Oktober-Prophezeiung der Kanzlerin hat sich erfüllt

Merkel habe schon im Oktober vorausgesagt, wo wir heute stehen. Aber auch in den Reihen der CDU gäbe es zu viele Bremser, denen Gewinne und Arbeitsplätze wichtiger wären als Menschenleben. Die Kanzlerin sei beinahe schon eine einsame Streiterin für die Wahrheit geworden. Ihr wolle er sich nun zugesellen und hoffe, doch noch die Ministerpräsidenten-Kollegen bewegen zu können, die persönlichen Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts auf null zu setzen und möglichst viele Betriebe und Unternehmen zum Stillstand zu verurteilen.

„Ich appelliere an alle Verantwortungsträger, also auch an mich selber, jetzt die Kraft zu haben für strikte Maßnahmen. Wir müssen aufhören, den Menschen Angst zu machen, sondern über die gesellschaftliche Belastung reden. Die halte ich für sehr einseitig. Das ist nicht nur ungerecht, sondern, wie wir alle sehen können, auch unwirksam.“

Merkel wird das wohlwollend zur Kenntnis genommen haben und sich jetzt vielleicht noch einmal überlegen, ob sie nicht doch noch einmal im Herbst für weitere vier Jahre als Kanzlerin zur Verfügung steht. Dann gern mit Bodo Ramelow – ihrem Schüler und Schützling – als Vizekanzler.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.