(Michael van Laack) Der Herr Bundestagspräsident gewährte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) huldvoll ein Interview. Darin machte er klar, zwar irgendwie verstehenzu können, dass viele Deutsche für sich und ihre Angehörigen Immunität gegen das Corona-Virus wünschen, warnte aber vor Impfstoff-Rassismus: „Wir können unsere Ungeduld nicht zum Maß aller Dinge machen und den Menschen in ärmeren Weltregionen den Impfstoff wegschnappen.“

Können wir nicht, Herr Bundespräsident? Aber Lithium für Smartphone-Akkus, Wasservorräte (Quellen-Rechte) und auch manche Ackerfrucht schnappen wir denen doch auch weg. Oder lassen unsere Kleidung billig dort herstellen und die besten Hölzer für unsere Möbel importieren. Woher also dieser plötzliche Sinneswandel?

Lassen sich Ungeimpfte schlechter nach Europa importieren?

Die Caritas befürchtet, dass 2021 maximal 10 % der Menschen in den 70 ärmsten Ländern geimpft werden könnten, wenn sich die Industrienationen weiterhin große Mengen an Impfdosen für die eigene Bevölkerung sicherten. Dass heißt als. die nach Deutschland (Entschuldigung: politisch korrekt muss es „nach Europa“ heißen) flüchten, wären nahezu alle ungeimpft. Bräuchten wir nicht schon deshalb hier grö0ere Mengen an Dosen?

Und ist es nicht besonders wichtig, dass in den wirtschaftlich starken Ländern die Produktivität gesichert bleibt? Was hilft es, wenn in manchem afrikanischen oder asiatischen Staat die Menschen kerngesund vor ihrer Hand voll Reis sitzen, während z.B. der deutsche gerade von Fieberkrämpfen geschüttelt über seinem Filetsteak zusammenbricht und dem Arbeitsmarkt entweder gar nicht mehr oder zumindest für längere Zeit nicht zur Verfügung steht?

Schäuble will Deutschen wieder einmal schlechtes Gewissen machen

„Die Krise überwinden wir nur mit Solidarität, in Europa und auch darüber hinaus.“ mahnt Schäuble weiter. Da ist er wieder, dieser schwammige Begriff der Solidarität. Chefarzt: „Wenn wir mehr Impfdosen zur Verfügung gehabt hätten, wäre ihre Oma vermutlich nicht im April 2021 an Corona erkrankt und wenig später gestorben. Aber trösten Sie sich doch einfach damit: Ihre Oma ist solidarisch für die Vergabe ihrer Impfdosis an einen jungen Mann in Somalia gestorben. Der hat übrigens vorgestern einen Asylantrag gestellt. Wenn sie ihn kennenlernen möchten…“ Zugegeben, diese fiktive Äußerung eines deutschen Mediziners ist sehr krass formuliert. Doch sie drückt das aus, was Schäubles Ansinnen vom Ende her gedacht bedeutet.

Am Schwächsten orientieren?

Auch die Kritik des bayerischen Ministerpräsidenten am neuen Messias der Bundesrepublik – Jens Spahn – wies Schäuble zurück: „Es war richtig, dass Gesundheitsminister Jens Spahn den europäischen Weg gewählt hat und wir in Europa gemeinsam vorgehen“. Die Nummer, sich immer am langsamsten und Schwächsten zu orientieren, geht stets schief. Da müsste Schäuble nur einen Blick auf das deutsche Schulwesen und das ganze Inklusions-/Migrantenkinder-Fördergedöns werfen.

Die Leistungsfähigkeit der starken sinkt mittelfristig, die der schwachen bleibt auf dem Ausgangslevel. Was Schäuble in der Osnabrücker Zeitung fordert und verteidigt ist: Wenn Bananenrepubliken nicht unser Niveau erreichen können, müssen wir uns auf Augenhöhe herunterbeugen. – Das wird schiefgehen, wie so vieles in den vergangenen Jahren. Aber egal, wir haben ja unermessliche Geldreserven. Und falls unsere Bevölkerung neben der Geburtenunwilligkeit noch auf andere Weise dezimiert wird, wissen wir ja: Es gibt viele exportwillige Staaten mit immunen, gesunden, kräftigen und arbeitswilligen jungen Männern.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.