(Michael van Laack) Die Kirche gedenkt am Tag nach Weihnachten ihres „Ersten Martyrers“, des heiligen Stephanus. Um des Glaubens oder einer „Sache“ willen sterben – Dieses Motiv zieht sich durch viele Kapitel der Kirchengeschichte und der allgemeinen Weltgeschichte. In den letzten eineinhalb Jahrhunderten rückte es wieder deutlicher vor das geistige Auge einer breiten Öffentlichkeit, verstärkt in den letzten beiden Dekaden.

Das große Sterben an den Kriegsfronten in den beiden Weltkriegen zum Beispiel. Ein Opfer bringen für Kaiser und Vaterland oder Führer und Volk. Reinhard Meys „Alle Soldaten wollen nach Haus“ galt sicher auch damals schon für viele, aber ganz gewiss nicht für alle Soldaten. Oder für ihre Angehörigen, die mit stolzerfüllter Brust den Heldentod des Sohnes verkündeten. Auch für die „Große sozialistische Oktober-Revolution“ und die „Schlacht der Arbeiter und Bauern“ im kaiserlichen China gingen viele Menschen freiwillig in den Tod, bereit ein Opfer für das große Ganze zu bringen.

Islamische und christliche Martyrer – Alle in einen Sack?

Durch die islamischen Terroranschläge der vergangenen Jahrzehnte (ganz egal ob von professionellen Teams oder ein „Einsamen Wölfen“) hat der Begriff Martyrer insgesamt Schaden genommen. Sehr zur Freude der MSM, die nach den „Nazis“ schon seit Jahrzehnten nichts so sehr hassen, wie das Christentum im Allgemeinen und die römisch Katholische Kirche im Besonderen.

Auch Politiker ziehen immer dann – wenn es ihnen zur Verteidigung der Buntheits-Ideologie notwendig erscheint Parallelen zwischen dem Christentum und dem Islam, zwischen den das eroberte Jerusalem zurückerobernden Kreuzrittern und der Vertreibung von Christen (auch in diesen Stunden) aus muslimisch dominierten Regionen z.B. Aber sie spielen eben gern auch die Martyrer-Karte aus: „Was heulen denn die Christen rum, bei ihnen sind Martyrer doch auch Helden?“

Islamische Martyrer sind Mörder, christliche geben ihr Leben hin

Hier „Allahu Akhbar rufen“, eine Handgranate und drei Maschinengewehrsalven in die Menge und dann den Sprengstoffgürtel zünden. Oder mit einer Machete bewaffnet, bekleidet mit einem Reinheit symbolisierenden Tuch oder Gewand möglichst viele Christenkehlen durchschneiden. Und dann die Polizei solange angreifen, bis dieser nichts anderes mehr übrig bleib, als Allahs Diener zu erschießen. In den beiden hier genannten Fällen ist ein Platz in einem der Himmel sicher, wo unendliche Genüsse in jeder Form auf den „Martyrer“ warten.

Dort der christliche Martyrer. Gefangen oder zumindest bedrängt von einer Gruppe, die ihn dazu bringen will, von seinem Glauben an Gott abzuschwören. Es wäre für ihn ein leichtes zu sagen: „OK, Mädels und Jungs! Ihr habt mich überzeugt! Das mit Christus ist alles Quatsch. Sehe ich ein. Unterschreibe ich Euch auch gern notarisch beglaubigt. Von ganzem Herzen, aus der Tiefe meiner Seele und mit all meinen Kräften ich ab jetzt die wahren Götter verehren, die ihr anbetet oder aber blind dem Führer oder der Führerin folgen, die unsere Nation an die Spitze der Weltregierung führen wird.“

Ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Die einen töten Menschen, weil ihr Gott – der zwar den Namen trägt, den auch arabische Christen verwenden (Allah), aber nicht nur nicht derselbe Gott ist, sondern entweder der Widersacher (Satan) persönlich oder einer seiner „Dämonen-Fürsten“ – ihnen das im Koran und den Hadithen entweder ausdrücklich befiehlt oder doch dringend empfiehlt, auf gar keinen Fall aber als sittlich schlechtes Handeln beschreibt.

Die anderen lassen sich lieber töten, als dass sie ihren Glauben verraten und somit Gott, der am Kreuz um ihrer Sünden willen gestorben ist – bildlich gesprochen – ins Angesicht speien und ihm weitere Wunden hinzufügen. Auch heute noch werden Menschen um ihres Glaubens und auch ihres „Andersseins“ willen getötet. Der Islam und indische Religionen praktizieren immer noch die archaische Form der Steinigung: Für Ehebrecherinnen, für Konvertiten zum Christentum, für Homosexuelle.

Der Islam hat diese Form der Tötung aus dem jüdischen Umfeld gesaugt und übernommen. Mohammed (und vor allem seine erste Frau machtgierigen Charakters und unseligen Andenkens) sich ja aus allen ihm bekannten Religionen das herausgepickt hat, was ihm gefiel. An vielen Abenden berichteten die Kaufleute aus den Gebieten, die sie durchzogen, sprachen über ihre eigene Religion oder die der Länder, die sie bereist hatten. Aus alldem haben sich Mohammed und seine Nachfolger eine giftige Tinte gebraut, mit der sie den Koran und die Hadithen zu Papier brachten. Ersteren, nachdem ein Dämon, der sich Erzengel Gabriel nannte, Mohammed den Koran diktiert hatte. All dies sollte bedenken, wer in unseren Tagen die christlichen mit anderen Martyrern vergleicht, die aus religiösen Motiven handelten.

Für Christus sterben? Mag sich niemand vorstellen müssen!

„Ich würde sofort mein Leben hingeben um Christi willen“ Wer das aus dem Brustton der Überzeugung zu mir sagen würde, gehört entweder zu den Auserwählten, die schon während des Erdenlebens ihre Heiligsprechung von Gott persönlich erhalten haben (die gibt es zweifellos) oder aber dem- bzw. derjenigen sind die Bindungen an Eltern, an Kinder, Enkel und die vielen anderen, die oder ihn lieben und seiner bzw. ihrer Liebe und Tatkraft bedürfen, vollkommen gleichgültig. Und eben das ist es nicht, was Christus von uns erwartet.

Christus fragt nicht unsere Bereitschaft ab und möchte sich dieser täglich neu versichert wissen. Dennoch ist es selbstverständlich denkbar, dass ein jeder von uns von der ein oder anderen Minute in eine Situation kommt, in der es abzuwägen gilt: Was ist wertvoller? Mein Leben oder mein Vorbild für jene, die an das glauben, an das ich glaube? Schwierig, Schwierig… Im wahrsten Sinn des Wortes eine situationsbezogene Einzelfallentscheidung.

Nach diesen zumindest teilweise eher unerfreulichen Gedanken möchte ich dann doch noch etwas Helles bringen. Kurze Gedanken des vielen unserer Leser mittlerweile vertrauten Kardinals Ildefons Schuster aus seinem Liber Sacramentorum (II. Band: Der Beginn der Königsherrschaft Christi, Regensburg, 1929) zu Lesung und Evangelium des Stephanus-Tages:

Gedanken zur Lesung (Apg 6, 8-10; 7, 54-59)

Das Urteil des Hohen Rates und die Steinigung des Stephanus vor den Mauern Jerusalems. Der Evangelist Lukas hat die näheren Einzelheiten wohl vom hl. Paulus selbst erfahren, dem die Schreckensszene unauslöschlich im Gedächtnis haften blieb. Gegen Stephanus erheben sich besonders die Diasporajuden in der heiligen Stadt; er stirbt als Opfer seines Eifers für die Verbreitung des Evangeliums unter den Nichtjuden.

Als Hellenist trat er zuerst an die Hellenisten heran, an die Alexandriner und Cyrenäer, in der Hoffnung, sie weniger feindselig und weniger beschränkt in ihren Auffassungen vom Messias zu finden. Doch der Same des Christentums musste erst in die Erde gesenkt und mit Blut begossen werden. So stirbt der Heilige als Opfer des religiösen Fanatismus der Juden. Das Evangelium aber breitet sich weiter aus trotz der Menschen. Saulus, der grimmige Verfolger von heute, wird morgen ein Apostel. In seiner Brust trägt er schon, wenn auch gegen seinen Willen, den Beruf, der ihn zu den äußersten Grenzen der Erde führen wird.

Gedanken zum Evangelium (Mt 23, 34-39)

Stephanus ist nicht nur Martyrer, sondern zugleich auch eine der markantesten Persönlichkeiten des apostolischen Zeitalters. Die Griechen geben ihm geradezu den Titel Apostel; die römische Kirche zählt ihn zu den „Propheten, Weisen und Schriftgelehrten“, deren traurige Geschicke sie uns im heutigen Evangelium vor Augen führt. Jerusalem, die bevorzugte Stadt Gottes, steinigt alle jene, „die zu ihr gesandt werden“, d. h. die Gesandten Gottes. Doch jetzt ist das Maß der undankbaren Stadt voll. Der Herr zieht seine Hand von ihr zurück und überlässt sie ihrem traurigen Schicksal.

Für immer wird aber der Hirt Israel sein Volk nicht vergessen; er wird sich den Söhnen Jakobs in Barmherzigkeit wieder zuwenden, sobald sie ihn als ihren Erlöser anerkennen. Der Willkommensruf: „Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn“, den die Juden einst dem Heiland versagten, ist die Bedingung für die Wiederversöhnung. Mit diesem festlichen Zuruf begrüßt die Kirche täglich die Herabkunft des göttlichen Lammes auf unsere Altäre.

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie ihn für sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelWeihnachten 2020: Das Virus, die Krippe und die Liebe!
Nächster ArtikelWeihnachtsgrüße aus der Politik
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.