(Michael van Laack) Die MSM haben es wie erwartet mit großer Genugtuung registriert. Der von ARD und ZDF zwar nicht geförderte aber doch präferierte und trotz Auflösung real immer noch existierende Flügel fuhr gestern und fährt heute verbal seine Krallen aus. Nichts mehr wünschen sich ARD, ZDF, BILD, FAZ, Süddeutsche und die weiteren großen „Leitmedien“ als den Sieg der Mannen um Gauland, Höcke, Chrupalla und Weidel und Schattenmann Götz Kubitschek.

Denn nur dann können Altparteien und Hauptstadt-Journaille das Märchen von der AfD als „Partei der Antisemiten im Bundestag“, dem „politischen Arm des gewalttätigen Rechtsextremismus“ und der „zutiefst nationalsozialistischen Partei“ aufrecht erhalten. Man darf also davon ausgehen, dass hinter den Kulissen auch die genannten MSM fleißig daran arbeiten, „Material“ oder Informationen zu finden, um Meuthen nachhaltig zu beschädigen und so Merkels und Haldenwangs Liebling – dem Flügel – zum Sieg zu verhelfen. Und es ist zu befürchten, dass sich mancher Flügler andienen wird, ihnen scheinbar geeignete Informationen zu überlassen. Zumindest die Investigativen bei RTL und t-online arbeiten bereits seit einigen Wochen an diesem „Projekt“.

Auch der Verfassungsschutz wäre alles andere als begeistert, wenn es der bürgerlichen Mehrheit gelänge, den Flügel zahnlos zu machen. Also seine Protagonisten aus der Partei auszuschließen oder zum Austritt zu bewegen. Das Schlimmste, was Merkel oder „Betreutes Denken-TV“ passieren könnte, wäre eine Spaltung der AfD, die den Bürgerlichen imn der „Schockphase“ kurzzeitig zwar zwei oder drei Prozent kosten dürfte, sie aber mittelfristig wieder für 15 oder mehr Prozent der Bürger wählbar machen würde.

Fügt Gauland der Partei absichtlich Schaden zu?

Mit Wonne berichtete deshalb gestern der SPIEGEL über Alexander Gaulands „Abrechnung“ mit Jörg Meuthen. Dieses Wording ist kein Zufall. Zur allergrößten Freude der aufrechten und Anständigen SPIEGEL-Redaktion führte der Ehrenvorsitzende aus, man müsse auch mit PEGIDA und Querdenken weiter zusammenarbeiten. Ganz egal, ob man dann als Beifang mit Rechtsradikalen (wie z.B. NPD-Mitgliedern) in Berührung käme. Man dürfe mit allen zusammenarbeiten, die Kooperation müsse ledlich für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar bleiben. Also z.B. kein öffentliches Auftreten bei und mit manchen und keine gemeinsame Demo-Anmweldung.

Auch mit Kritik an einem der Bundessprecher sparte der Ehrenvorsitzende nicht. Meuthen habe „eine Rede gehalten, mit der er die Hälfte der Partei beschädigt hat. Warum, das habe ich bis heute nicht verstanden.“ Darüber hinaus machte Gauland klar, man müsse den Verfassungsschutz als Feind betrachten und nicht als staatliche Institution, die ihre Aufgabe, die Verfassung zu schützen, auch nur im Ansatz ernst- und wahrnähme.

Zahlreiche Kader entsetzt über Gaulands Äußerungen

Um auf Dauer Erfolg haben zu können – so hielten ihm viele in internen Kommunikation vor – bräuchte jede Partei ein positives Image. Nur so könne dauerhaft Wählerzuspruch gesichert werden. Und nur eine prozentual nicht durch einen Fauxpas nach dem anderen – nahezu alle von Flüglern verursacht – gebeutelte und zerstrittene Partei könne ein Fundament schaffen, auf dem poltisch wirkmächtige Arbeit für unser Vaterland möglich ist.

Wo Gauland sagt „Es gibt leider einige Leute bei uns, die zu stark in Richtung des Verfassungsschutzes denken; so kann man aber keine echte Opposition sein“, muss man ihm massiven Realitätsverlust oder bösen Willen attestieren. Zweifellos handelt das BfV wie jede weisungsgebundene Behörde seit Bestehen der Bundesrepublik nicht immer neutral. Aber auf Dauer werden immer weniger Menschen eine Partei wählen oder ihr gar angehören wollen, die durch Reden und Akte einiger Mitglieder, die glauben, sie stünden als „nationale Bewegung“ über dem Recht und der Verfassung, als Beobachtungsfall eingestuft wird.

Gauland Kritik an Meuthen irritiert sehr

Eine Grundsatzrede zur Rettung der Partei – so viele Mitglieder in interner Kritik – in einen Angriff auf das national-patriotische Lager umzudichten und den Flügel auf unrealistische 50% aufzublasen, sei äußerst befremdlich. Statt sich zu echauffieren und unter einem Vorwand den Parteitag vorzeitig zu verlassen, wäre es nach Ansicht vieler Gaulands Pflicht gewesen, seinen Einfluss zu nutzen, um zur wirklichen Einheit aufzurufen, statt zuzulassen oder gar im Hinterzimmer zu fördern, dass mancher Delegierte böswillig Meuthens Rede als Spaltungsaufruf missinterpretierte.

Allerdings nicht zu einer Einheit mit völkischen Sozialisten und politisch vollkommen Inkompetenten, die primär keineswegs ihrer Qualifikation, sondern ihrer einem Schoßhund ähnlichen Gesinnungsreue zu ihm, Höcke, Kalbitz, oder gar Chrupalla in Ämter gehoben und Mandate erlangt hätten.

Gauland wolle aus der AfD eine „Bewegung“ machen. Das war sie nie. Und es war in den vergangenen Jahren auch nie das Ziel, eine solche aus ihr zu machen. Gegründet wurde die AfD als liberal-konservative Partei – verortet in dem, was man die bürgerliche Mitte nennt.

Wo wir nicht herrschen, soll Ödland sein!

Wer etwas anderes aus der AfD machen wolle, schade ihr massiv. Auch und wahrscheinlich sogar deutlich mehr, wenn er Gauland heißt! Das sei dem alten Politstrategen und „Ziehsohn eines CDU-Ministerpräsidenten“ auch zweifellos klar. Zahlreiche Mitglieder der Partei (darunter nicht wenige Mandatsträger und ranghohe Kader) warfen Gauland gestern vor, er habe erkannt, dass die Meinung des Flügels nicht mehrheitsfähig ist und auch mittelfristig nicht werden könne. Deshalb habe er mit anderen führenden Köpfen die Parole „Verbrennt die Partei!“ ausgegeben, ähnlich dem Führerbefehl „Verbrannte Erde“. Nach dem Motto: Wenn wir nicht herrschen können, soll nichts mehr da sein, über das sich herrschen lässt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.