(Michael van Laack) Immer häufiger nahmen Bundespolitiker in den vergangenen Monaten Stellung zu innerkirchlichen Fragen. Möglichweise ermuntert durch die Gleichschaltungs-Beflissenheit sowohl evangelischer als auch katholischer Bischöfe auf den Themenfeldern Klimawandel, Migration, Kampf gegen rechts und in diesen Tagen vor allem Corona. Das ermuntert manch einen Berufs-Politiker, auch in theologischen Fragen Wünsche zu äußern und Ratschläge zu erteilen.

AKK hat sich zur Abschaffung des Zölibats geäußert, die Bundesfamilien-Ministerin zur Priesterweihe der Frau, Heiko Maas zum Primat des Papstes, Ursula von der Leyen zu all diesen Fragen. Nun fühlt sich augenscheinlich auch Reichs… Bundesgesundheitsminister Jens Spahn berufen, der römisch-katholischen Kirche zu erklären, was lehrmäßig in ihr so alles falsch läuft. Er und vermutlich auch sein Mann (oder seine Frau?) – wie auch immer – leiden sehr stark darunter, dass ihnen der Segen verweigert wird.

Ich glaub, mich boxt ein Hamster!

Was nutzt eine x-millionen-teure Villa und ein Ermäch… Bevölkerungsschutzgesetz, wenn der Segen von oben nicht all die Akte begleitet, die man als Politiker und im Privatleben setzt? Genau – Nichts! Deshalb fühlt sich Spahn ungesegnet und hofft darauf, dass sich die Kirche bald seiner Lebenswirklichkeit anpasst!

Ausschnitt aus dem unten verlinkten Artikel von "Kirche und Leben", der Wochenzeitung des Bistums Münster v. 18.12.20

Wie queer.de auf Basis einer zuerst von „Kirche und Leben“ verbreiteten Nachricht der Katholischen Nachrichten Agentur (KNA) berichtet, verstört Jens Spahn die Tatsache, dass die Kirche zwar Motorräder und Hamster segne, aber homosexuellen Paaren jeglichen Segen (gemeint ist wohl auch das Sakrament der Ehe) verweigere. Kann man einem Nagetier zugestehen, was man dem obersten Corona-Helden verweigert?

Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Die Frage der Segnung (nicht das Ehe-Sakrament) für homosexuelle Paare ist aus pastoraler Sicht durchaus der Diskussion wert. Was aber nervt, ist der immer wieder gemachte Versuch, dies über Pressure Groups oder herausgehobene Protagonisten zu erreichen und nicht über eine in der Sache auch gern hart geführte theologische Debatte.

„Die Kirche ist ein Teil von mir!“

Größenwahn findet sich ja immer wieder bei Politikern, Nicht nur bei deutschen, sondern z.B. auch bei österreichischen, wie wir am Beispiel von Adolf Schicklgruber unseligen Andenkens leidvoll erfahren mussten. Deshalb muss es eigentlich auch nicht verwundern, dass Spahn sich als römisch-katholischer Christ nicht als Teil der Kirche betrachtet, sondern die Kirche als Teil von sich. Wie kann ein Teil nur dem Ganzen den Segen verweigern? Wahrlich ein Skandal, oder?

„Gerade der Versuch, die Sexualität einer strikten Moralvorstellung zu unterwerfen oder sie gar zu tabuisieren, passt nicht zu meinem religiösen Selbstverständnis“ Das ist ja alles OK lieber Jens. Niemand zwingt Dich, Mitglied von etwas zu bleiben, dass mit dem eigenen Selbstverständnis nicht kompatibel ist. Wäre ich z.B. mit einem Mitgliedsausweis der CDU an der Nabelschnur angetackert geboren worden… an meinem 14. Geburtstag wäre ich um 0:00 Uhr per Mail ausgetreten. Kannst Du auch machen, lieber Jens. Aber nerv bitte nicht rum und missbrauche Deine herausgehobene Stellung als Bundesminister zur medial wirkungsvollen Verbreitung Deiner Privatmeinung.

„Irgendetwas“ kommt nach dem Erdenleben –  Cool!

Irgendetwas? So, So. Auch das ist eigentlich typisch für einen Berufs-Politiker: Niemals konkret aussprechen, worum es geht. „Mein Glaube macht mich zuversichtlich, dass nach dem Leben noch etwas kommt. Das gibt mir innere Ruhe.“ Man nennt das ewiges Leben oder ewige Gottesferne, was danach kommt, mein Gutester. Oder kurzgefasst: Himmel und Hölle. Also such Dir was aus. Obwohl… Ob Dir das, was für Dich möglicherweise danach kommt, auf Erden innere Ruhe geben sollte? Wir wissen es nicht, hoffen aber selbstverständlich das Beste!

„Eine Kirche, die im Jahr 2020 keine Frauen im Priesteramt zulässt oder Ehepaaren den Segen verwehrt, macht es vielen Mitgliedern schwer, ihr zu folgen. Auch der Umgang mit den Missbrauchsfällen hat viel kaputt gemacht.“ gibt unser Gesundheits-GröFaZ dann noch zum besten! Vielleicht sollte er mal in der Bibel lesen. Oder ist die kein Teil von ihm? Da finden wir nicht nur Hinweise zur Frage des Priesteramts und zum Sakrament der Ehe, sondern auch den Satz: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Womit ich selbstverständlich nicht sagen will, dass Jens Spahn Kinder sexuell missbraucht hätte… Es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten, Christus am Kreuz im übertragenen Sinn weitere Wunden hinzuzufügen. Viel kaputtmachen kann man an Menschen altersunabhängig auch durch ganz andere Akte. Und das nicht nur, wenn es im Sommer auf dem Balkon schneit!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.