(Michael van Laack) „Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst!“ Dieser Satz aus der von den Juroren des Seminars für Allgemeine Rhetorik an der Eberhard-Karls-Universität zu Tübingen als historisch eingestuften Rede unserer Gott-Kanzlerin Angela Merkel am 18. März diesen Jahres hat wohl den Ausschlag gegeben. Und so wurde der letzten Verteidigerin der freien Welt heute die Auszeichnung „Rede des Jahres 2020“ zuteil. Wie die MSM sind auch wir zu Tränen gerührt!

Seit 1998 vergibt das Seminar diese „vielbeachtete“ Auszeichnung. Angela Merkel befindet sich in bester Gesellschaft. Einige ihrer würdigen Vorgänger waren z.B. Joschka Fischer (1999), Daniel Cohn-Bendit (2000), Oskar Lafontaine (2007), Sigmar Gabriel (2009), Margot Käßmann (2010), Gregor Gysi (2013), Cem Özdemir (2018) und last but not Least unser aller zwar nicht demokratische legitimierte aber doch bestens für ein solches Amt geeignete Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (2019). 2006 geriet der Preis kurzzeitig unter Beschuss, weil man ihn versehentlich an Papst Benedikt XVI. für seine Regensburger Rede verliehen hatte. Da diese Rede islamfeindliche Anmerkungen enthielt, war die Empörung groß. Danach erfolgte die Vergabe wieder linientreu.

Niemand besitzt mehr Empathie als Angela Merkel

Nein, diese Überschrift ist keine eingeschobene Satire sondern Teil der Begründung für die Verleihung des Preises: „Die Rede ist anschaulich geschrieben und gut strukturiert, engagiert vorgetragen und sorgt durch Wiederholungen und Variationen zentraler Gedanken für Eindringlichkeit. Durch bemerkenswertes Empathievermögen gelingt es Merkel, für Verständnis und Verantwortung zu werben. Sie formuliert einen großartigen und überzeugenden Appell an Vernunft und Einsicht, an Gemeinsinn und Solidarität: ‚Wir werden als Gemeinschaft zeigen, dass wir einander nicht allein lassen.'“

Als „Kind der DDR“ versteht sie die Sorgen und Nöte der Bürger

„Überzeugend bringt sie eigene Erfahrungen ein, nutzt ihre eigene Biografie und Autorität, um als Rednerin für ihre Sache einzustehen. ‚Für jemandem wie mich, für die Reise- und Bewegungsfreiheit ein schwer erkämpftes Recht waren, sind solche Einschränkungen nur in der absoluten Notwendigkeit zu rechtfertigen.'“

Niemand kennt Corona so gut wie die Kanzlerin

„Mit großem rhetorischem Können verdeutlicht Merkel die Allgegenwärtigkeit des Virus und die damit verbundenen Gefahren und erreicht dabei eine starke emotionale Wirkung, indem sie die Konsequenzen der Pandemie deutlich macht: ‚Das sind nicht einfach abstrakte Zahlen in einer Statistik, sondern das ist ein Vater oder Großvater, eine Mutter oder Großmutter, eine Partnerin oder Partner, es sind Menschen. Und wir sind eine Gemeinschaft, in der jedes Leben und jeder Mensch zählt.’“

Am Schluss ihrer Lobeshymne auf die Gottgleiche weisen die Juroren dann auch noch pflichtmäßig darauf hin. dass „Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme immer wieder neu beschworen werden müssen!“ Um diesen Schwur zu erleichtern, heben sie die Kanzlerin mit der Verleihung des Preises auf einen neuen Schild: Angela Merkel – die begnadetste Rednerin, die das Deutschland, in dem wir alle gut und gerne leben, jemals gesehen hat.

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht…

Es hat schon mancher einen Preis verliehen bekommen, der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllte oder die ihm zugeschriebenen Prädikate nicht erfüllte. Z.B. Barack Obama. Er erhielt den Friedens-Nobelpreis als Vorschusslorbeeren. Oder Aung San Suu Kyi, – ebenfalls mit dem höchsten Friedenspreis ausgezeichnet –  die nicht einfach nur die Vertreibung einer Bevölkerungsgruppe in ihrem Land zusieht, sondern sie in gewisser Weise fördert.

Deshalb sollten wir erst einmal abwarten, was das Jahr 2021 uns bringt. Vielleicht das Sterben ganzer Berufs- und Handelszweige? Hohe Arbeitslosigkeit? Heerscharen von phasenweise vereinsamten Menschen, die psychologischer Hilfe bedürfen? Kinder- und Jugendliche, die nicht nur Bildungsdefizite kaum mehr aufholen können, sondern auch im häuslichen Umfeld verstärkt physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt sind?

Ein Haufen untilgbarer Schulden, den Steuerzahlern aufgebürdet durch die eigene Corona-Politik und jene der EU? All das wissen wir zwar nicht sicher, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Deshalb sollte man sich gut überlegen, wem man für welche Leistungen einen Preis verleiht. Bevor er der- oder demjenigen am Ende doch vor die Füße fällt und in tausend Scherben zerbricht, die sich nur noch für den Altglas-Container der Geschichte eignen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.