(Michael van Laack) Bisher dachte ich ja, ideologisch sei das Corona-Kriegswinter-Video der Bundesregierung nicht mehr zu toppen. Doch der EDEKA-Konzern, dessen Mitarbeiter den sehr speziellen Fetisch besitzen, Lebensmittel zu lieben, hat es dann doch geschafft. Begleiten wir den alten weißen, griesgrämigen, kinder- und vermutlich auch ausländerhassenden „Herrn Schmidt“ bei seiner Konversion zum dankbaren Dhimmi. Und was hat ihn so verändert? Die Zuwendung einer muslimischen Familie nach seiner Corona-Erkrankung.

Ein typischer Biodeutscher!

Griesgrämig, kinderfeindlich, zwischen 55 und 75 Jahre alt. Seine Frau hat er vermutlich durch seine schlechten Charaktereigenschaften schon früh ins Grab gebracht. Also lebt er allein. Und er hasst es, wenn sein freudloses Leben durch Kinderlärm gestört wird. Außerdem vermüllen Migrantenkinder gern die Straßen. Auch das passt zu einem adretten und tugendhaften Deutschen nicht.

Aber der Mann kann auch lächeln. Zum Beispiel beim Schmücken seines Adventskranzes, der vermutlich auch ein Schutzeichen gegen unsensible muslimische Kinder ist. Ohnehin scheint außer ihm in der Siedlung kein Mensch ohne Migrationshintergrund zu leben. Misstrauisch beäugt er deshalb auch die spielenden Kinder im Hof. Ob die seinen Tannenbaum zerstören wollen?

Der Adventskranz fällt – Corona kommt

Während er noch all die lieben und guten muslimischen Mitbürger mit seinem bösen Blick durchbohrt, erhält er vom Gesundheitsamt die traurige Nachricht: Sie haben sich mit Corona infiziert! Als folgsamer und pflichtbewusster Bürger beginnt er umgehend zu husten, sich kraftlos zu fühlen und torkelt in seine Wohnung. Vermutlich am nächsten Tag erhält er den Quarantänebeschluss vom Gesundheitsamt, den er vor die Wohnungstür klebt, nachdem er den Adventskranz heruntergerissen hat. Denn Weihnachten fällt dieses Jahr nun auch für ihn wegen Corona aus.

Die muslimische Großfamilie rettet den Heiligabend

Schnitt – Am Heiligabend sitzt die Großfamilie Tee trinkend beisammen. Im Hochhaus gegenüber hängt ein kleines blondes Engelchen eine Kugel an den Christbaum. Das rührt den ältesten(?) Sohn der Familie tief in seiner barmherzigen Seele an und bringt ihn auf eine großartige Idee. Zwar war der alte weiße Mann immer garstig, aber als Muslim verzeiht man alles. Nicht-Muslimen eine Freude zu machen, ist Sinn und Lebenszweck aller Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft.

Schnell geht der junge Held noch einmal einkaufen (vermutlich bei EDEKA). Gemeinsam mit Mama und anderen Familienmitglieder bereitet er dann ein typisch deutsches Weihnachtsessen zu, das selbstverständlich auch alle Muslime kennen und schätzen: Weihnachtsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen. Und damit der Beschenkte auch weiß, dass nicht etwa der AfD-Ortsverband sondern die besagte Familie ihn bekocht hat, stellen sie das Essen mit ein paar Spinat-Baklava als Zugabe vor seine Wohnungstür. Dann verstecken sie sich, um seine Reaktion zu beobachten. Als Herr Schmidt die Gans dankbar anlächelt, wünschen sie ihm noch freudestrahlend „Frohe Weihnachten“. Zum Abschluss die EDEKA-Botschaft: „Lasst uns froh und bunter sein!“

Der alte Mann ist den Tränen nahe, ich bin es auch. Einfach nur großartig. Corona überwindet den Hass, den viele Christen auf Muslime haben. Dass ich das noch erleben darf!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.