(Michael van Laack) Zur Beratung eines Antrags der AfD-Fraktion, einen Bundesbeauftragten zur Bekämpfung von Christenfeindlichkeit zu installieren, sprach auch Martin Patzelt (CDU), u.a. Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Schon im Eingang seiner Rede nannte er die weltweite Christenverfolgung ein zu verurteilendes „Phänomen“. Phänomene freilich sind unerklärliche Vorgänge, deren Ursachen sich nur vermuten lassen. Diesen Eindruck wollte er augenscheinlich auch erwecken, denn der zu Deutschland gehörende Islam darf nicht beschmutzt werden.

Christenfeindlichkeit bekämpfen nicht mit Grundgesetz vereinbar

Patzelt: „ich halte diesen Antrag für falsch und ich halte ihn auch für gefährlich. Für falsch halte ich ihn deshalb, weil er nicht mit unserem Grundgesetz übereinstimmt. Die Präambel im Grundgesetz, die sich auf Gott bezieht, bezieht sich nicht auf den Gott der Christenheit. Sie bezieht sich auf den Gott aller Menschen, die ihn als letzte Instanz, als letzten Grund, als letztes Ziel erleben.“

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes hatten also auch den Dämonenführer Allah, den zum Mord animierenden indischen Gott Shiva oder Buddhas Nirwana vor Augen? Eine bemerkenswerte Sichtweise und eine haltlose Behauptung. Aber faktenarmes Argumentieren ist ja mittlerweile Markenzeichen der postchristlichen Regierungsparte.

Man darf als Christ nicht seine Religion als wahr bezeichnen!

„Und deshalb ist es falsch, einen Christenbeauftragten über die Anderen zu stellen.“ Der Staat dürfe nicht das Christentum als bessere Religion beschreiben. Die Lehren des Islam seien genauso wichtig und richtig wie die christlichen. Von niemandem könne verlangt werden, sich an westliche Moralvorstellungen zu halten, denn der genetische Code der Kirche und des Christentums sei Toleranz.

Christen haben eine schlimme Vergangenheit

Wenn wir die Christen  in Deutschland besonders vor Übergriffen schützten, würde damit ein fatales Signal in die Welt gesetzt, meinte Patzelt zudem. Dadurch würden die Gräben überall in der Welt vertieft (und der Islam provoziert?). Wir Christen „schämen uns“ für unsere schlimme Vergangenheit und sagen: „Unsere Eltern haben es nicht besser verstanden, aber sie waren auch immer geführt von Angst, von Vorbehalten. Ich erinnere an die Kreuzzüge, ich erinnere an den Dreißigjährigen Krieg. Ich erinnere mich, als Kind, wo mir gesagt wurde, wenn ich in eine evangelische Kirche, gehe, dann ist das Sünde.“ Wir Christen seien doch selbst schuld daran, dass wir verfolgt würden, denn wir seien es schließlich immer gewesen, die nach der Devise „Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein!“ gelebt hätten. Eine solche Religionsgemeinschaft verdient nach Ansicht des CDU-Mannes alles, aber ganz sicher keinen besonderen Schutz.

Auch Jesus würde die Muslime mit Hochachtung betrachten, denn…

…das mache die Kirche schließlich auch seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965). „Wir haben bald Weihnachten!“, ermahnt der CDU-Mann zum Schluss. Da sollte man mal in sich gehen. Das Christentum müsse aufhören, eine heterogene und Rituale pflegende Gruppe zu sein. Das aber könne nicht erreicht werden, indem ein Beauftragter installiert werde, der christenfeindliche Handlungen rügt. Was am Ende der Rede noch fehlte, war „Allahu Akhbar“ und ein Adventsgruß an Erdogan im Namen der Kanzlerin. Aber da die Redezeit bereits überschritten war…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.