(Michael van Laack) All den Querdenkenden und Corona-Zweiflern, den Kämpfern für Grundrechte und individuelle Freiheit, die sich seit fast einer Schwangerschaft und auch heute wieder mit den immer gleichen Argumenten und Befürchtungen, Theorien und Aufrufen zum Ungehorsam äußern – sei es im Netz oder vor den Kameras – rufe ich zu: Geht jeden Tag auf die Straße, sammelt die Hunderttausende oder Millionen Gleichdenkenden, die es nach Eurer Ansicht oder tatsächlich gibt.

Macht einen Generalstreik, besetzt Parlamentsgebäude oder Polizeiwachen, fackelt meinetwegen auch Autos und Tankstellen ab wie BLM und Antifa in den USA! Setzt starke Zeichen, statt zu lamentieren! Das alles wollt Ihr nicht? Dann schweigt bitte ab jetzt, versetzt die Bevölkerung nicht weiter in Unruhe, hört auf Zweifel zu säen und denkt zur Abwechslung nicht nur an Eure eigene kleine Welt. Nicht an Eure Rechte, Eure Freiheiten, Euren Willen! Handelt oder schweigt! Gefährdet Euch auch gern selbst nach Lust und Laune. Um Eurer Mitmenschen willen aber haltet Euch freiwillig an die Reglungen dieses Lockdown. Keiner verlangt von Euch, dass Ihr es aus Überzeugung tut. Macht es einfach den Mitmenschen zuliebe.

Der Worte sind genug gewechselt!

Wir müssen das alles nicht mehr diskutieren. Die Corona-Politik der vergangenen Monate ist aus verschiedenen Gründen ein einziges Bild des Jammers und der Hilflosigkeit. Auch eine Geschichte der Fehleinschätzungen und des Versuchs, über das „Bevölkerungsschutzgesetz“ einen Testballon für die Installation einer politischen Religion zu starten. Und ich habe auch wirklich keine Lust mehr, erneut hin- und herzuwenden, was zum Thema Grundrechte, Wahlkampf, negative Vorbilder, Wichtung der Infektionszahlen und Inzidenzen usw. usf. in den vergangenen Monaten vor allem von David Berger und mir zu diesem Thema kritisch geschrieben worden ist.

Auch Reitschuster, Tichy, Restle und wer auch immer finden täglich neue kleine Themen zum Corona-Komplex und leuchten entsprechend ihrer Kundschaft Diverses aus. Das ist alles legitim. Aber nichts scheint mir in diesen Tagen noch zielführend. Jetzt macht entweder Eure Revolution oder verzichtet auf zivilen Ungehorsam und passiven Widerstand. Über solche „Wattebäuschchen“ lacht die Regierung, wird sie aber gewiß mit Wonne gegen die Partei der bürgerlichen Mitte verwenden.

„Ich“ ist tot, es lebe „Wir“. Maskenlose Demos und „witzige“ Bildpostings wirken in diesen Tagen gespenstisch, bewirken außer Selbstvergewisserung oder weiterer persönlicher Frustration auch nichts mehr.

By the way: Die Inspiration zur Artikelüberschrift habe ich diesem Song entnommen, der mit dem Thema aber auch mal gar nichts zu tun hat. Es sei denn, man überträgt auch den Begriff der Hingebung auf die Bereitschaft, um des Lebens anderer willen etwas von sich zu geben.

Das Gesundheitssystem ist tatsächlich in Gefahr

Ich verstehe Euch alle, liebe Leser unseres Blogs. Und in vielen meiner Artikeln gehe ich stets mit der Bundesregierung und anderen Playern hart ins Gericht. Auch in Corona-Fragen. Aber wir erreichen in diesen Tagen einen Punkt, an dem das „Ich“ hinter dem „Wir“ zurückstehen muss. Jetzt gilt es, die Generation 50 plus konsequent zu schützen. Und da unser Staat noch keine chinesischen oder gar nordkoreanischen Strukturen hat, wird das nur funktionieren, wenn alle begreifen:

Es ist jetzt müßig, ob ich eine Mund-Nasen-Maske für sinnvoll halte oder nicht. Eine bessere Alternative dazu gibt es eben nicht. Mein Wunsch, was auch immer zu feiern (sei es nun ein Geburtstag, eine Hochzeit oder eben auch eine große Familien- bzw. Freundesfeier an Weihnachten/Silvester muss jetzt zurückstehen. Ja, Oma und Opa werden traurig sein, wenn die Enkel in diesem Jahr nicht auf ihrem Schoß sitzen. Aber wie würdet Ihr als Mama oder Papa damit umgehen, wenn Ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wüsstet, dass die Oma – die ansonsten zu Hause bleibt und Abstand hält – sich bei Eurem Kind oder Euch selbst angesteckt hätte und stirbt?

Man kann nichts zurückverfolgen – Also bin ich es nicht gewesen!

Wer in diesen Tagen absichtlich ohne Maske die Nähe zu fremden Menschen beim Einkaufen oder was auch immer sucht, ist entweder lebensmüde, oder es ist ihm sch…egal, ob er jemanden ansteckt. Wer von einem Recht auf Shopping und beliebigen Konsum pocht, der möge mal ins Grundgesetz schauen. Dieses Recht besteht nicht. Es gibt auch kein Recht auf Schwimmbäder, Saunen, Fitnessstudios, Restaurant-, Kino- oder Theaterbesuche. Das alles haben wir in den Konsumgesellschaften des Westens seit Jahrzehnten. Bisher war es einfach eine Selbstverständlichkeit. Wer ein paar Euro auf dem Konto hat – viele haben das nicht – der kann es sich gut gehen lassen.

Und nun kommt dieses Drecks-Virus, dass rund um den Erdball für überfüllte Intensivstationen sorgt und zigtausend trauernde Hinterbliebene zurücklässt. Und wie reagieren viele bei uns: Mir wird die Freiheit genommen und das Recht… Ja, stimmt! Sie wird uns genommen. Und das darf auch kein Dauerzustand für die nächsten Jahre werden. Nicht nur aus wirtschaftlicher sondern auch aus psychologischer Sicht.

Manche scheinen bereit, um der Durchsetzung ihrer „Rechte“ wegen schwere Erkrankungen oder den Tod anderer durch Leichtsinnigkeit, Trotz oder Widerstandlust in Kauf zu nehmen. „Wichtig ist, dass ICH überlebe. Und mich wird es schon nicht erwischen. Und falls doch: ich werde es sicher überleben! Ich bin gesund und gehöre auch zu keiner gefährdeten Altersgruppe. ich will Pizza, ich will Glühwein, ich will Nägel lackieren lassen, ich will Weihnachtseinkaufs-Rausch.“

Ich will, Ich will, Ich will! Ich, Ich, Ich!

Dieses Virus ist anders als viele, die wir in den vergangenen Jahrzehnten gesehen haben. Es ist hochgradiger infektiös. Es ist heimtückisch, weil es Infektionen oft wochenlang verbirgt, denn noch einmal wochenlang milde Symptome zeigt und plötzlich zuschlägt im Körper. Und ja, diese Welt hat schon schlimmeres gesehen: Die Schwarze Pest, die Spanische Grippe. TBC-Wellen. Und ja, es sterben mehr Menschen jährlich an Herzinfarkt oder Lungenkrebs. Aber entweder sind sie erkrankt, weil sie selbst unsolide gelebt haben oder Umweltfaktoren die Erkrankungen auslösten.

Aber in diesen Tagen – Weihnachten und Silvester hin oder her – solltet Ihr Euch selbst fragen: Worum geht es mir? Nur darum, dass ICH lebe. oder möchte ich auch alles, was ich beitragen kann. tun, damit auch andere weiterleben können. Es heißt immer: Dies und Jenes spalte die Gesellschaft. Vieles davon spaltet auch. Gerade spaltet das Virus das Volk. Wollen wir das zulassen? In den nächsten Wochen und Monaten haben wir die Gelegenheit zu zeigen, wie wichtig uns wirklich der Zusammenhalt und Bestand des Gemeinwesens ist. Ich oder Wir. – Daran wird sich entscheiden, wohin in den nächsten Jahren auch in anderen Fragen die Reise geht. Wie sozial dieses Land bleibt.

Und wie menschenfreundlich der Mensch! Es geht jetzt nicht um Angela Merkel. Die muss weg, keine Frage. Aber andere müssen nicht weg und schon gar nicht ins Grab. Kann einer von uns dem Nächsten die Verlängerung seines Lebens schenken? Nein, drum sollten wir alles unterlasen, was zur Verkürzung der Lebenszeit unserer Nächsten beiträgt. Mutwillig dazu beiträgt. Oder auch grob fahrlässig. Alles darüber hinaus liegt in Gottes Hand.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.