(Michael van Laack) Nestbeschmutzung! Kollegenschelte! Unter diese Überschrift könnten böswillige „Freunde“ der alternativen Medien zweifellos das stellen, was hier folgt. – Es fällt mir nicht leicht, weil ich bis heute trotz manche Irritation nicht im Geringsten an Jürgen Fritz‘ intellektuellen Potential und seinem Differenzierungsvermögen gezweifelt habe. Zumindest letzteres scheint verdunstet zu sein!

UPDATE 19.00 Uhr: Wenige Stunden nach Erscheinen dieses Artikels hat Jürgen Fritz mein Facebook-Profil blockiert. Tja, jetzt weiß ich zumindest, in welche Kategorie er mich einordnet…

Trotz der zunächst nur als Haarriss sichtbaren Entfremdung, die sich dann aber rasch zu einem Bruch mit den bürgerlichen und liberalkonservativen Milieus entwickelte. Und trotz seiner zunehmenden Hinwendung zu linksliberalen Milieus – den Dealern der Volksdroge namens Sozialismus – habe ich Fritz‘ Blog auch dann noch aufmerksam und weitgehend wohlwollend verfolgt und in den sozialen Medien kommentiert, als sich neben dem politischen Kurswechsel auch der dramatische Reichweitensturz schon seit Monaten in nackten Zahlen öffentlich nachverfolgen ließ.

Blockieren = Verbannen, Zum Schweigen bringen

Heute nun hat Jürgen Fritz sich auf Facebook zu einem Aufruf verstiegen, der nicht unkommentiert bleiben darf, weil er als Paradebeispiel steht für die immer unerträglicher werdende Strategie des Ausschlusses bürgerlicher, liberalkonservativer und patriotischer Stimmen aus dem Diskurs.

Auf seinen Facebook-Account erschien am Morgen (12.12.20) folgender Aufruf:

Bitte um präzise Definition: Ab wann ist man „Rechtsextremist“?

Nach welchen Kriterien sollen wir blockieren? Woran erkenne ich einen Rechtsextremisten? Soll ich nur esoterische Hitleristen bzw. Menschen blockieren, die die nationalsozialistische Politik loben und sich zurückwünschen? Antisemiten und Antizionisten sicherlich auch, oder? Nur die politisch auf der allgemeingültigen Bewertungsskala rechts stehenden? Oder wäre es auch in Ihrem Sinn, wenn wir alle User blockierten, die sich antisemitisch äußern? Also auch Mitglieder der Linkspartei, der Jusos, Karl-Marx-Fans, Grüne Israelfeinde usw.

Und woran erkenne ich sonst noch so einen Rechtsextremisten? An einem Shirt, auf dem die 88 zu finden ist? Oder reicht schon 1683?  „Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein“, dürfte auf Ihrer Skala wohl auch ein zu blockierender Kommentator sein. Und Leute, die ein Stauffenberg-Shirt tragen mit den Unterschrift „Es lebe das heilige Deutschland“… Sind das auch Rechtsextremisten?

Klimawandel, Corona, Asylpolitik

Wo fängt bei diesen Themenfeldern Rechtsextremismus an und hört legitime Kritik auf, Herr Fritz? Ist es noch OK, wenn man (wie ich das gestern und vorgestern in Artikeln tat), die Lockdown-Politik der Bundesregierung als unglaubwürdig bezeichnet? Oder wenn man (wie manche es tun) danach fragt, woher die EU-Billion für die Klimarettung kommen soll? Ist man aus Ihrer Sicht schon rechtsextrem, wenn man vor der Vernichtung des Mittelstands, der Gastronomie und des nicht virtuellen Einzelhandels durch zu lange Lockdown-Phasen warnt?

Sind intellektuell auf Augenhöhe mit hyperdemokratischen Lichtgestalten wie Ihnen stehende Kritiker der Migrationspolitik oder der politischen Ideologie (es ist ja keine Religion) des Islams Rechtsradikale ab dem Moment, ab dem sie nicht zu mindestens 80 % Ihre Ansichten teilen?

„Butter bei die Fische“, lieber Jürgen Fritz!

Bitte, Herr Fritz definieren Sie uns allen präzise, welche Personen wir aufgrund welcher Ansichten als „rechtsextem“ einstufen und blockieren sollen. Denn die „Antwort“, die Sie in Ihrem Artikel „Merkmale des Rechtsextremismus“ bereits im Oktober 2019 gaben, ist ebenso schwammig wie tendenziös und deshalb unbefriedigend: Anti-aufklärerisch, Ablehnung des Christentums, Anti-Amerikanismus, Dogmatismus und ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken, Hohe Gewaltlatenz und Gewaltakzeptanz, Negierung der universalen Gleichberechtigung aller Menschen… Mir fallen spontan mehr als 50 Menschen ein, auf die fast jedes dieser Attribute zutrifft, die aber entweder politisch Links stehen oder fast apolitisch sind.

Und behalten Sie bitte bei Ihrer Antwort die Schilder in den Schaufenstern vor Ihrem geistigen Auge und im Hinterkopf, auf denen „Deutsche wehrt Euch, kauft nicht bei Juden“, „Den Nazis kein Brot“ oder „AfD-Mitgliedern ist das Betreten verboten“ stand bzw. steht. Sind jene, die solcherlei in verschiedenen Epochen getextet und verbreitet haben für Sie im ersteren Fall Rechtsextreme, die man zu blockieren hat? Und in den beiden anderen Fällen Mutige, Aufrechte und Anständige, die man auf seiner FB-Liste unter „Besondere Freunde“ zu führen hat?

Blockiert Eure Mitmenschen – Schändlich!!!

Ihre Freunde im Geiste?  Bedeutet Diskurshoheit für Sie, alle Menschen in den sozialen Netzwerken als feindlich, verachtenswert, vogelfrei und eben deshalb auch als blockierungsbedürftig zu betrachten, die nach einer anderen Façon selig zu werden wünschen als Sie?

Was übrigens David Berger und mich ganz besonders interessieren würde: Stehen auch wir und all die anderen Blogger der „alternativen Medien“, mit denen Sie einst gut und gern zusammengearbeitet haben, aus Ihrer Sicht bei den Rechtsextremisten? Sind wir deren journalistischer Arm oder stehen zumindest an der Schwelle zu diesem Milieu?

Ein persönliches Schlusswort

Lieber Jürgen Fritz! Ihre Schwerpunkte im Philosophiestudium waren Erkenntnistheorie und Ethik. Ethisch ist manches, was Sie in den letzten Monaten an Kurznachrichten auf FB und an anderen Orten veröffentlichten, kaum mehr zu rechtfertigen. Das da oben definitiv nicht. Man muss sich ja auf Facebook oder wo auch immer nicht mit „Rechtsextremisten“ „befreunden“. Man kann Postings auf nicht öffentlich setzen, bei denen man aus Erfahrung vermutet, dass bestimmte Gruppen darauf unangemessen reagieren werden. Man kann auch Kommentare zu öffentlichen Postings löschen, die nicht gefallen, muss sich also nicht mit jedem auf eine öffentliche Diskussion einlassen. Aber ein Aufruf zur Blockade von Profilen, die nach nebulösen Kriterien bewertet werden (aus dem Bauch heraus oder weil es politisch unkorrekt erscheint)… Das ist unterirdisch! Und eine Selbstbeleidigung Ihres  Intellekts!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.