(Michael van Laack) Dem bösartigen Spiel der Politkasper in Berlin in den letzten 72 Stunden muss ich meinen Beifall und somit die Unterstützung verweigern. Wer unseren Blog regelmäßig liest, wird sich daran erinnern, dass ich sowohl von März bis Mai als dann auch im Oktober die Corona-Restriktionen der Bundesregierung unterstützt oder doch zumindest nicht unreflektiert und dann nur sanft kritisiert habe. Doch genug ist genug!

Beim Kasperle-Theater gewinnt am Ende zumeist der Hauptdarsteller, seine Gretel und der Polizist, während Räuber, Krokodil und Teufel in den tiefen Brunnen geschubst werden. Das Spiel, das uns die Kanzlerin, ihre Minister und die Ministerpräsidenten in den Tagen bis Weihnachten aufzuführen gedenken, sieht als Sieger wohl eher die „bösen“ Figuren im Theater vor, die hier stellvertretend für das Virus stehen sollen.

Heute 30.000 Neuinfektionen

Ich bin auch weiterhin davon überzeigt, dass wir im Interesse der ganz jungen, vorgeschädigten und alten Menschen alles tun müssen und ggf. Einschränkungen in unserer Bewegungsfreiheit für einen gewissen Zeitraum hinnehmen müssen, aber…

Gestern Abend warnte Wirtschaftsminister Peter Altmaier – Dauergast in den meisten Talkshows – davor, wir könnten in französische Verhältnisse kippen. Denn ab einem Wert von 26.000 oder 27.000 sei ein point of no return mit Blick auf ein unmittelbar bevorstehendes exponentielles Wachstum gegeben. Heute sehen wir laut RKI 30.000 Neuinfektionen und einen Rekord bei den Sterbefällen.

Und was ist die Antwort der genannten Player auch an diesem Morgen: „Wir müssen mit harten Einschnitten rasch reagieren. Und deshalb werden wir nach Weihnachten…“. Das heißt, jene Politiker, denen das Konzept ihres „Lockdown Light“ vor die Füße gefallen ist und die seit einigen Wochen ein Horror-Szenario nach dem anderen entwerfen, erklären uns dreist: Das Virus-Feuer setzt immer mehr in Flammen. Deshalb werden wir nur noch zwei Wochen mit unserem gescheiterten „Lockdown Light“-Konzept arbeiten und dann nach Weihnachten (also ab dem 27.12.) das Virusfeuer einzudämmen beginnen.

Feigheit oder Herrschaftswissen?

Wartet man aus Feigheit 14 Tage? Ist es die Angst vor dem Unmut der Bürger, der sich ggf. auf der Straße zeigen würde? Zwar halte ich Bilder wie in Frankreich für nahezu ausgeschlossen, aber es könnten durchaus punktuell vor allem in Großstädten Lagen entstehen, die sich von der Polizei nicht wie bisher mit „Beregnung“ einfrieren lassen.

Oder die Furcht vor einer Insolvenz-Welle beim Einzelhandel zusätzlich zu der bereits dramatischen Lage für die Gastronomie und diverse Kleinbetriebe? Auch ein Zusammenbruch der Logistik, des Post- und Vertriebswesens in der Endphase des Weihnachtsgeschäfts könnte die Politiker zurückhalten.

Auf Querdenken zeigen ab jetzt wie Steine aus dem Glashaus werfen

„Gäbe es nicht all die maskenfreien AfD-Wähler und Querdenker, gäbe es auch keine Disziplinlosigkeit und wir hätten schon alles im Griff“ hieß es in den letzten Wochen aus vielen Politiker-Mündern. Und „Die gewissenlosen Rechten sind für steigende Todeszahlen verantwortlich“. All das sollte seit der begeisterten Aufnahme der Vorschläge aus der neuesten Leopoldina-Studie kein Politiker mehr zu sagen wagen.

Denn sie laufen sehenden Auges in ein exponentielles Wachstum hinein und sind bereit, um des schnöden Mammons oder der Wiederwahl 2021 wegen vor Weihnachten noch deutlich mehr Menschen pro Tag erkranken oder sterben zu lassen. Sie halten bis jetzt (Stand 11.12. – 10.00 Uhr) an ihren augenscheinlich nicht ausreichenden Maßnahmen der Oktober-Beschlüsse stoisch fest. Mehr als zwei Wochen darf das Virus so weitermachen. Gewissenloser geht es eigentlich nicht… falls – ja falls – die Situation wirklich so dramatisch ist, wie sie kommuniziert wurde und wird.

Ist doch alles nur halb so schlimm?

Das Gesundheitssystem stehe vor dem Kollaps. Das Virus verbreite sich in immer mehr Senioreneinrichtungen. Die Zahl der jungen Menschen unter 25, die sich infizierten, sei deutlich gestiegen. Alarm, Alarm! Aber das passt doch nicht! Warum dann noch über zwei Wochen warten? Weil das Gesundheitssystem vielleicht noch lange nicht vor dem Kollaps steht? Weil die Prozentzahl der betroffenen Senioren-Einrichtungen sehr klein ist im Verhältnis zur Gesamtzahl? Weil kaum Infektionen von den jungen Menschen an die anderen Generationen weitergegeben werden?

So muss das wohl sein, sonst würde man keine 14 Tage mehr warten. Im Frühjahr gab es wegen wesentlich geringerer Zahlen einen vollständigen Lockdown. Entweder also, man hat Erkenntnisse, die es rechtfertigen, bis Weihnachten zu warten – oder die Bundeskanzlerin, die Minister und Ministerpräsidenten sind skrupellose Akteure, die nur an ihr Image denken.

Schlusssatz

Suchen Sie sich das aus, was Ihnen plausibler erscheint, liebe Leser. Was mich betrifft, so verweigere ich ab jetzt dieser Corona-Politik jegliche öffentliche Verteidigung. Erst wenn mir plausibel das Motiv dieses Handelns vor Augen gestellt wurde, werde ich entscheiden, in welche Richtung ich mich in Zukunft öffentliche äußere! Ibi fas ubi proxima merces? So scheint es! Dies ater folgt auf dies ater. Unerträglich!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.