(Michael van Laack) Verböte es nicht der Respekt vor dem Amt des Bundeskanzlers, hätte ich schon in der Überschrift unverpunktet gefragt: „Frau Dr. Merkel, wollen Sie uns verarschen?“ Hier möchte ich nun kurz darlegen, worin in der Frage eines harten Lockdowns die für alle sichtbare Schieflage zwischen einer angeblichen oder tatsächlich dramatischen Situation besteht.

Fassen wir zusammen: Trotz der Maßnahmen des „Lockdown Light“ sehen wir keine Besserung bei den Werten, die die Entscheidungsgrundlage der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin bilden: Die Zahl der Neu-Infektionen steigt mäßig, der bundesweite Inzidenzwert ähnlich sanft, die Covid-19 zugeordneten Todesfälle erreichen neue Höchstwerte. So weit so schlecht!

Warnung vor Kollaps des Gesundheitssystems

Diese Warnungen hören und lesen wir fast seit Beginn der Pandemie. Da nun alle Werte doppelt bis dreifach höher liegen als beim totalen Lockdown im Frühjahr, der ja hauptsächlich zum Schutz der Krankenhäuser und der alten Menschen kam, klingt die Warnung nun eigentlich plausibler als seinerzeit.

Wenn diese Gefajr also nun realer ist als im Frühjahr,  dann bitte erklären Sie uns, Frau Bundeskanzlerin, warum sie in der geschilderten dramatischen Lage nicht binnen dreier Verwaltungstage den harten Lockdown durchführen? Alle Kitas, Schulen, Unis und den Einzelhandel (außer Lebensmittel und Apotheken) dicht machen, Homeoffice anordnen, Kontaktverbote verschärfen?

17 Tage haben wir noch Zeit? Wofür?

Ach ja, wegen der Weihnachtseinkäufe, oder? Ein wenig Verständnis für den Einzelhandel hat man dann ja doch noch. Einen zweiten Geschäftszweig nach der Gastronomie platt zu machen, liegt (zumindest derzeit) augenscheinlich nicht im Interesse der Regierung. Aber was macht das Virus eigentlich in dieser Zeit? Wie verhält es sich in den kommenden 17 Tagen? Anders, als in den Vergangenen sechs Wochen seit Beginn des Lockdown Light“? Macht es im Gegensatz zu den Schülern ab sofort vorgezogene Weihnachtsferien? Ihre bisherigen Maßnahmen fruchten überhaupt nicht, Frau Bundeskanzlerin. Das haben sie erkannt, sagen Sie. Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps, sagen Sie.

Nun gut Frau Bundeskanzlerin: Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Arzt Ihnen erklärte: „Frau Merkel, Sie stehen unmittelbar vor einem schweren Herzinfarkt. Das kommt davon, weil sie jeden Tag zu viele Stunden zum Schutz unseres Vaterland arbeiten. Ich empfehle Ihnen dringend, von heute an nur noch 17 Tage übermenschliche Kraftanstrengungen zu vollbringen und sich dann umgehend für drei oder vier Wochen vollständig zurückzuziehen.“ Würden Sie ihn nicht fragen: „Wer garantiert mir, dass ich nicht schon in den nächsten 17 Tage den Herzinfarkt bekomme, den Sie als unmittelbar bevorstehend erkannt haben, Herr Doktor?“

Gefährdet die Kanzlerin um des Mammons willen Menschenleben?

Also, Frau Bundeskanzlerin… Nun erklären Sie das uns dummen Bürgern einfach mal: Liegt alles nur an den Corona-Leugnern und AfD-Wählern? Gäbe es keine Gefahr, wenn die sich anständig benehmen würden? In diesem Fall sollte man diese Personen allesamt identifizieren und in Zwangsquarantäne stecken!

Oder liegt es nicht vielleicht daran, dass Grippe-Viren und auch Viren der Covid-Klasse mit Beginn der kalten Jahreszeit Jahr um Jahr zu stärkerem Infektionsgeschehen führen? Weil dem bekanntlich so ist und Covid-19 x-mal gefährlicher wie eine normale Grippe… Wäre es dann nicht verantwortungslos, dem Virus bis Weihnachten eine massive Ausbreitung zu gestatten? Wie können Sie all die Toten, all die später vermutlich von Folgewirkungen Betroffenen, ohne Wimperzucken verantworten? Nur weil im Weihnachtsgeschäft der Rubel rollen muss? Geld oder Leben? Ist das Ihre Fragestellung? Sind das Ihre Entscheidungskriterien? Und haben Sie sich für Geld entschieden?

Warten auf passenden Lockdown-Termin ist keine Strategie

So jedenfalls scheint es! Denn ansonsten bliebe nur noch eine Option: Die Corona-Leugner haben recht und das Ganze ist eine riesige Show. Schlecht choreographiert zwar, – vor allem zum Jahresende hin – aber eine Show für 80 Millionen Menschen. Entweder, Frau Bundeskanzlerin, die Sache ist brandgefährlich, dann gilt es SOFORT massiv zu handeln. Oder aber, es ist ganz egal, ob der harte Lockdown in sieben, 17 oder 170 Tagen kommt, weil weder das Gesundheitssystem überlastet wird noch eine dramatische Todes- und Infektionsrate zu erwarten ist. Oder Ihnen das alles am Allerwertesten vorbeigeht entgegen bisheriger Beteuerungen. Ihre 17 Tage Strategie ist auf jeden Fall etwas für den A…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.