(Michael van Laack) Ob Georg Maier (SPD) – der Vorsitzende der Innenministerkonferenz – diese Information schon hatte, als er gestern die Beobachtung der „Querdenken“-Bewegung forderte? Seiner Ansicht nach sind 33 Prozent der Demo-Teilnehmer Rechtsextreme.

Da entsprechend des Ergebnisses einer gestern veröffentlichten Studie 20% der Querdenker Bündnis 90/Die Grünen wählen würden, stellen Linksextreme und Rechtsextreme  nach Maiers Modell die absolute Mehrheit der Demonstrationsteilnehmer.

Aus Sicht des Thüringer Innenministers sind ohnehin alle Impfgegner auf den Weg in den Rechtsextremismus. Deshalb dürfte es wohl dringend geboten sein, dass Bundeskanzlerin Merkel die Ministerpräsidenten und den Verfassungsschutz anweist, so rasch als möglich ohne Zwischenstufen die Beobachtung der Querdenken-Bewegung zu veranlassen.

Gewaltbereitschaft der Querdenker enorm

„Wir kennen ja zum Teil unsere einschlägigen Charaktere, gerade in der Fußball-Szene, und müssen die im Vorfeld schon abfangen.“ Richtig so: Tief in die Augen blicken, die Kleidung in Augenschein nehmen und dann die einschlägigen Charaktere verhaften.

Nach den neusten Erkenntnissen der oben erwähnten Studie wäre es aber clever, vorab noch nach dem Parteiausweis oder der Wahlabsicht bei der Bundestagswahl 2021 zu fragen. Nicht das man hinterher feststellen muss, dass einige der „einschlägigen Charaktere“ Kreisvorstandmitglieder bei den Grünen sind. Nicht auszudenken, welche Schlagzeilen dann wieder zu lesen wären von wegen Polizeigewalt.

„Führer“ der Bewegung analysieren

Ganz wichtig sei es allerdings, die Protagonisten der Querdenker auf ihre Gesinnungstreue hin zu überprüfen. Da neben den echten Nazis auch die AfD, Fußballfans, Kampfsportler Besucher von Konzerten nicht rotgrünversiffter Barden, rein deutscher Jugendeinrichtungen und selbstverständlich alle Verschwörungstheoretiker zum Rechtsextremismus neigten, gälte es, die Führer der Bewegung zu analysieren. Wo stehen sie politisch, wer sind ihre Freunde? Kennen sie Menschen, die deutsche Schäferhunde besitzen. Wohnen sie gar auf einer Hindenburg- oder Bismarckstraße. Und wenn ja: Ist das wirklich Zufall?

Was man von den Sicherheitsbeauftragten der Non-Vogelschiss-Periode unseligen Andenkens gelernt hat: Schalte die intellektuellen Führer ab, dann hast Du Ruhe. Was das Netzwerkdurchsetzungsgesetz im virtuellen Raum versucht – die Abschaltung der oppositionellen Intellektuellen – soll nach Maiers Vorstellung in Zukunft immer dann geschehen, wenn sich Bewegungen gegen die Politik der Regierung bilden. Denn Opposition ist in großen Teilen rechtsextrem. Ich bin von Tag um Tag mehr gespannt, was die Innenminister am 9. Dezember auf ihrer Konferenz so alles beschließen werden.

Intellektuellen Widerstand abschalten

Die oben erwähnte Studie kommt zu dem Ergebnis: Sozialstrukturell handelt es sich um eine relativ alte und relativ akademische Bewegung. Das Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre, 31 Prozent haben Abitur, 34 Prozent einen Studienabschluss, der Anteil Selbstständiger ist deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung.

ARD und ZDF („Zum größten Teil bildungsferne Schichten“) wie auch der Innenminister mit seiner Bewertung, dass „einschlägige Charaktere“ mit rechtsextremen Ansichten die Bewegung dominierten, zeichnen ein Bild von der Zusammensetzung der Bewegung, die objektiver Betrachtung nicht standhält. Man mag zu den Ansichten und Zielen der Querdenker stehen, wie man will. Zumindest was den Intellekt betrifft, muss sie sich hinter BLM und FFF nicht verstecken. Hinter der ANTIFA schon gar nicht. Denn zum Brandsätze werfen und Polizisten verprügeln reicht ein IQ von 70, um verstehen zu können, dass und warum man atmen, trinken und essen muss.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.