(Michael van Laack) Wer befürchtet hatte, bald wieder in die harte – „unserer Demokratie“ schadende – Lebenswirklichkeit der freiheits- und grundrechtsreicheren Zeit vor Corona entlassen zu werden, dem dürfte gestern Abend ein ganzer Virusklumpen vom Herzen gefallen sein. Allen anderen nicht! Doch die sind nach den Umfrage-Ergebnissen der Wahrheitsforschungs-Institute ohnehin in der absoluten Minderheit.

Die Ministerpräsidenten und Angela Merkel – die neue Generalbevollmächtigte für alle Bundesländer – haben bei ihrer turnusgemäßen Konferenz beschlossen, die jetzt geltenden Restriktionen bis mindestens zum 10. Januar 2021 aufrecht zu erhalten. Dies stehe selbstverständlich vollkommen im Einklang mit dem Ermä… Bevölkerungsschutzgesetz.

Hinweis: Keine Satire, schlimmstenfalls eine Realsatire. Realistisch betrachtet aber wohl nur eine Überzeichnung in Wenigem.

Inzidenz 50 – Der magisch-heilige Grenzwert

Alle Bundesländer lägen noch weit über diesem gesteckten Ziel, auch wenn in einigen die Zahlen schon auf dem richtigen Weg nach unten seien. In anderen Bundesländern gäbe es allerdings immer noch leichte Aufwärtsbewegungen. Deshalb bleibe alles beim alten. Selbstverständlich würden (Stand jetzt) die versprochenen Weihnachtsgeschenke verteilt.

Christkind Merkel und die Elche vor dem Schlitten des Weihnachtsmannes Drosten hatten ja bereits bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche die großzügige Erlaubnis erteilt, sich in der Zeit vom 23.12.20 bis 01.01.21 mit zehn Menschen zu treffen. Also mit einem im Verhältnis zur Adventszeit verdoppelten Superspreader-Haufen.

Quarantäne Hotels für Oma, Opa und die bucklige Verwandtschaft

Das Problem mit zu den Jahresabschluss-Feierlichkeiten (vor IM Erikas Erscheinen auf der Bühne der Weltgeschichte Weihnachten und Silvester genannt) anreisenden Verwandten und Freunden ist auch schon fast gelöst: Ausgesuchte Quarantäne-Hotels sollen während dieser Tage die Pforten öffnen. Da aus Gründen des Gesundheitsschutzes die Stammbelegschaft dieser Gastronomien nicht eingesetzt werden kann, überlegen sich manche Bundesländer ernsthaft, ob man nicht Personal der so genannten vierten Schicht (Freizeit oder Urlaub) aus Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern einsetzen kann.

Köche habe man dort ja genug, die Krankenschwestern werden Zimmermädchen und das Altenpflege-Personal übernimmt den Service in den Restaurants. Eine weitere Option wäre die Verpflichtung von Beamten mit diversen Talenten, die temporär ins Gastgewerbe wechseln könnten. In anderen Bundesländern hingegen ist man der Überzeugung, dass sich das Stammpersonal aufgrund der Corona-Weisungen an den Tagen zwischen den Jahren nicht infizieren und deshalb arbeiten kann. Ab dem 02.01.21 besteht dann selbstverständlich wieder erhöhte Ansteckungsgefahr. Zweifelos ist Covid-19 ein staatstreues Virus und wird sich entsprechend verhalten.

Zu große Familien in getrennten Hotels unterbringen

Da man die Quarantäne-Hotels selbstverständlich maximal zu 20 % auslasten kann, müssten ggf. Mama und zwei Kinder in dem einen Hotel und Papa mit einem weiteren Sprößling fünf Kilometer weiter im nächsten Dorf nächtigen, wenn sie Oma und Opa besuchen möchten.

Doch selbstverständlich gilt gleiches Recht für alle, sogar für Jens Spahn. Leute die in einer kleinen Gruppe an seiner beliebten 72 bis 120 Stunden währenden Christmas Snow Session teilnehmen wollen würden, müssten getrennt im Adlon und im Steigenberger am Kanzleramt nächtigen, falls in seiner bescheidenen Hütte die Zahl der erlaubten Schlafgäste bereits erreicht wäre. Das ist hart…

Und nach dem 10. Januar 2021?

Das besprechen wir dann in aller Ruhe am 4. Januar, versicherte die Bundeskanzlerin leutselig. Dann werde man ja sehen, wo die Sterberate und die Inzidenz läge. Über das dann ggf. notwendige Handeln wollte Merkel nicht spekulieren. Sie wies lediglich zum gefühlt Hunderttausendsten Mal darauf hin, dass wir noch nicht über den Berg seien.

Vor allem aber darauf, dass die Zulassung des Impfstoffs in der EU nicht vor Ende 2020 zu erwarten sei. Dann wolle man erst einmal – wie im Ermä… Bevölkerungsschutzgesetz vorgesehen – das medizinische Personal impfen und danach die aufgrund von Vorerkrankungen besonders gefährdeten Gruppen. Anschließend müsse man ja auch noch schauen, wie das so mit den Nebenwirkungen laufe. Denn Zulassungen im Eilverfahren könnten ja nicht alles so berücksichtigen wie normale Zulassungsverfahren.

Nebenwirkungen an Klinikpersonal und Vorerkrankten testen? Ups!

Auch wenn ich kein Freund aller Corona-Restriktionen bin… Sollte man vielleicht doch nicht lieber die Testreihen in aller Ruhe durchlaufen lassen. Weil… Na ja… Weder ein Krankenschwestern- noch Ärztesterben dürfte im Sinne des Erfinders sein. Und auch nicht das Dezimieren Vorerkrankter. OK, Letzteres könnte im Interesse der Krankenkassen liegen, dann müssten sie vielleicht die Zusatzkosten-Pauschale 2021 nicht wie angekündigt  drastisch erhöhen. Aber wirklich schön wäre das irgendwie nicht, oder? Auf der anderen Seite: Hoffentlich erinnern sich Drosten und Spahn nicht an Contergan und beginnen erst mit den Impfungen, wenn alle von geimpften Freunden oder Familienangehörigen Geschwängerten ein gesundes Baby entbunden haben.

Beim Schreiben wird mir langsam klar: Ein zweischneidiges Schwert. Vielleicht sollten wir  deshalb doch überlegen, uns Befestigungen für den Mund-Nase-Schutz an die Ohren tackern zu lassen, denn die Stoff- oder Gummibänder werden schnell porös und reißen. In die Schläfenknochen geschraubte Titan-Kettchen, an denen sich dann die Masken befestigen lassen. Denn das ganze könnte – wenn man sich gestern auf den Subtext von Merkel, Müller und Söder konzentriert hat – noch etwas länger dauern als sagen wir… 202X! Notfalls könnte in die vierte Novelle des Ermä…Bevölkerungsschutzgesetz die Verpflichtung zur Implantierung dieser Titankettchen hineingeschrieben werden. Wäre zweifellos auch in Einklang mit dem Grundgesetz zu bringen. Und den Bundestag muss man ja nicht abstimmen lassen. Da reicht bekanntlich eine ausführliche Information. Läuft!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.