(Michael van Laack) Wir erinnern uns: Als die November-Restriktionen zu Corona verhängt wurden, erklärten u.a. die Kanzlerin und Ermächtigungs-Minister Spahn, dass diese Einschnitte zwar für manche Bürger sehr hart seien, aber notwendig. Nur so wäre zu garantieren – so auch Annegret Kramp-Karrenbauer, dass wir ein „schöneres“ Weihnachtsfest feiern könnten. Dass scheint Schnee von gestern zu sein. Die Adventszeit dürfte für die Bundesbürger deutlich besinnlicher werden, als sie es sich vorgestellt haben.

Kaum naht der nächste Tag, an dem aber nun wirklich alles entschieden wird (in den vergangenen acht Monaten hatten wir schon sehr viele D-Days aus heißer Luft) geht es wiederlos. Nichts sei sicher. Alles habe doch irgendwie nicht so funktioniert, wie man es sich vorgestellt habe, obwohl doch die besten Kanzlerin aller Zeiten mit den besten Ministerpräsidenten der Weltgeschichte bei der jeweils letzten Zusammenkunft sicher waren, nun aber wirklich die Bevölkerung bestmöglich geschützt zu haben.

Finanzminister Scholz sucht schon nach neuem Geld

„Alles spricht dafür, dass die aktuellen Beschränkungen über den 30. November hinaus noch eine Zeit lang fortgesetzt werden müssen.“ lässt er sich heute in Deutschlandwahrheitszeitung Nr. 1 zitieren. Zum „Wie lang?“ will er sich zwar nicht konkret äußern, macht aber klar, dass sich gewiss noch irgendwo ein paar Milliärdchen für Kurzarbeiter und die Gastronomie finden lassen werden.

Es ist also alles gut. Es fällt lediglich die Adventszeit aus. Die Weihnachtsmärkte, das Bummeln durch Einkaufs-Straßen mit Weihnachtsbeleuchtung. Auch kommt Nikolaus nicht mehr in unser Haus, denn er könnte ja die Kinder infizieren. Alles gut, denn Geld ist genug da. Und es gibt ja auch noch Online-Shopping. Wer braucht schon noch den Einzelhandel.

Söder: Erst beim Inzidenzwert 50 werden die Glocken süß klingen!

„Um ein schönes Weihnachten verbringen zu können, müssen wir den Lockdown verlängern und sicher auch vertiefen.“ erklärte Bayerns Ministerpräsident der gleichen Zeitung. Was mit „vertiefen“ gemeint ist, können wir uns gut vorstellen. Weniger Kontakte, Schluss mit privaten Feiern. Vorzeitige Kita- oder Schulschließungen, damit die lieben Kleinen auch was von den Corona-Restriktionen haben. Nur noch ein Freund bzw. Freundin per Kind, kein Sex… Nein das nicht, denn noch sind keine unangemeldeten Hausbesuche vorgesehen. Aber wer weiß schon, was der unwürdigste aller Strauß-Nachfolger mit „vertiefen meint.

Darüber hinaus stellt Söder für den Fall, dass sich einige Ministerpräsidenten querstellen und in ihren Ländern Restriktionen abschwächen würden, um Weihnachten noch schärfere Maßnahmen als die in Tschechien und Österreich in Aussicht. Kein Wort davon, dass hunderte Ordnungsämter gemeldet haben, sie könnten schon jetzt kaum mehr kontrollieren, ob die Bürger gegen die Restriktionen verstoßen oder nicht. Was man nicht kontrollieren kann, sollte man auch nicht anordnen. Sonst verliert man auch den Rest der ohnehin schon kaum mehr vorhandenen Glaubwürdigkeit.

Selbstkritik? Fehlanzeige!

Außer Professor Drosten waren so ziemlich alles Fachleute davon überzeugt, dass man mit der Schließung der Gastronomie wenig bis nichts erreichen würde, was sich nun auch abzeichnet. Die Hotspot – wie es Neudeutsch heißt – liegen weiterhin in Kitas, Schulen, Unis, Krankenhäusern, Senioreneinrichtungen, Großraumbüros oder -werkstätten. Man muss den Eindruck gewinnen, dass 2020 ein Testlauf ist oder besser ein Auftakt, mit einigen lästigen Traditionen aufzuräumen. Weihnachtsmärkte sind ohnehin islamophobe Veranstaltungen, Silvesterfeuerwerk stört Greta und die Grünen. Kneipen sind Orte, an denen die Bürger sich miteinander über ihre Einschätzung der gesellschaftlichen und politischen Situation austauschen können. Ebenso Vereine.

2020 wäre ein gutes Jahr aus Sicht der uns regierenden pseudodemokratischen Einheitspartei, den Gottesdienstbesuchern bewusst zu machen, dass sie auch zu Hause beten können und eigentlich die Kirche gar nicht brauchen. Oder Bier zu Hause viel besser schmeckt als in der Eckkneipe und noch dazu viel preiswerter ist. Dass Feuerwerk in die Luft schießen niemanden was bringt, sondern nur Geld kostet, Luisa Neubauer die Luft zum Atmen nimmt und ein paar vernachlässigenswerten Arbeitsplätze in der Pyrotechnik kostet. So, wie viele im Sommer schon die Erfahrung machen durften, dass man eigentlich gar keinen Urlaub braucht und trotzdem seine dem Staat geschuldete Produktivität erbringen kann. Einmal mehr schreibe ich am Ende eines Artikels zur Corona-Thematik: Läuft!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.