(Michael van Laack) Markus Söder, Merkels „Erster Ritter“ bei der Umsetzung der Corona-Restriktionen, will „Querdenken“ vom Verfassungsschutz überwachen lassen. Augenscheinlich sieht er Menschen, die ohne Masken auf die Straße gehen, als Gefahr für „unsere Demokratie“ durch die Zerstörung der (geistigen) Volksgesundheit.

Aus Sicht des bayerischen MP wollen viele der Demonstranten einen anderen Staat. Einen Staat, in dem Probleme ergebnissoffen diskutiert statt von der Regierung von oben nach unten – teilweise auch unter Umgehung des vom Volk gewählten Parlaments –  Entscheidungen ohne belastbare Grundlagen durchgedrückt werden. Aus Sicht Söders eine erschreckend demokratiefeindliche Forderung.

Söder: „Querdenken“ auf dem Weg zur Sekte!

Die Bewegung entwickle sich sektenartig. Das Denken fände nur in der eigenen Blase statt. Bei lupenreinen Demokraten wie ihm und den anderen Aposteln der Wahrheit Merkels sei das ganz anders. Sie seien offen und bildeten sich ihre Ansichten nicht durch einseitige Informationsbeschallung. Nun… in diesem Fall sollte der bayerische Ministerpräsident sich vielleicht eher an die Sektenbeauftragten der katholischen Kirche wenden.

Und auch in der Deutschen Bischofskonferenz kennt man sich mit der Austreibung merkelfeindlicher Dämonen bestens aus und exorziert aktuell so ziemlich alles aus den Reihen der Fromm-Modernen, was auch nur ansatzweise führungskritisches und konservatives Gedankengut verbreitet.

Die GroKo – Ein „Tanz der Teufel“-Club? Ungeheuerlich!

„Es entwickelt sich ein wachsendes Konglomerat von Rechtsextremen, Reichsbürgern, Antisemiten und absurden Verschwörungstheoretikern, die der Politik sogar Satanismus vorwerfen.“ meint Söder. Damit meint er vermutlich jene Gruppierungen, die sich in der Tat bei „Querdenken“ eingeschlichen haben, aber nicht deren große Mehrheit abbilden.

Wenn es auch zweifellos an der hohen Zeit ist, dass Querdenken sich deutlicher von diversen Gruppen distanziert und nicht – teilweise unorganisiert wirkend – jedem Rederecht gewährt, der gern mal ins Mikrophon sprechen möchte.

Querdenker sind Reichsbürger 2.0, meint Söder

Wie war das noch? Verschwörungstheoretiker und Dämonisierer mag Söder nicht? Dann sollte er vielleicht selbst mal einen Gang zurückschalten. Seehofers Nachfolger in der Staatskanzlei ist nämlich der Ansicht, dass es mit „Querdenken“ genau so laufen könnte wie mit dem „Reichsbürgern“. Man habe Letztere so lange unterschätzt, bis der Vorabend von Weimar gekommen war.

Erst dann seien den Aufrechten und Anständigen die Augen aufgegangen und man habe die „ernsthafte Gefahr [die] für den Staat und das Leben entstehen kann“ erkannt, sei am Ende siegreich gegen die Personalausweis-Verächter vorgegangen. Gleiches müsse nun nach Söders Ansicht mit den Querdenkern geschehen, die ein maskenloses Deutschland anstrebten, in dem jeder Abgeordnete in Bund und Land nur seinem Gewissen verpflichtet sei!

Gewaltexzesse wie Leipzig in Zukunft verhindern

OK, das waren zwar Linksextreme, die in Leipzig alles abgefackelt und die Polizei massiv angegriffen haben. Aber da gilt es natürlich zu bedenken, dass – wenn es Querdenken nicht gäbe – diese mutige Zusammenkunft der Aktivisten und Autonomen gar nicht notwendig gewesen wäre. Dann hätten die zumeist schwarz gekleideten Held(inn)en der Arbeit ihre Tagesfreizeit sicher beim Kaffeekränzchen bei Oma mit Sicherheitsabstand verbracht. Die heldenhaften Antifaschisten werden durch die Präsenz der Nazis regelrecht dazu genötigt, Gewalt gegen eine Exekutive zu üben, die sich geweigerte hatte, am Vormittag mit Polizeipanzern in die rechten Horden zu fahren und alles niederzumähen, was keine Maske trägt.

Das freilich hat Söder nicht gesagt – er ist ja nicht so töricht wie Stegner und andere aus dem Bodensatz der Sozialdemokratie heraus Kommentierende. Aber die ARD hat in ihrer Kommentierung zu Söders Statement darauf hingewiesen: Am vergangenen Samstag war in der Leipziger Innenstadt eine Demonstration der „Querdenken“-Bewegung gegen die Corona-Restriktionen eskaliert. Bei der Versammlung mit rund 20.000 Teilnehmern gab es zahlreiche Verstöße gegen die Auflagen zum Infektionsschutz. Auch kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, nachdem die Polizei die Demonstration wegen der Verstöße gegen die Corona-Regeln vorzeitig aufgelöst hatte.

Wie auch immer…

Auch Söder ist der Ansicht, dass so zeitnah wie möglich Schluss sein muss mit Massenopposition gegen die gottgewollte Bundesregierung. Er sagt das lediglich auf eine etwas charmantere Art und versucht, dem Ganzen den Anstrich der Rechtsstaatlichkeit zu verleihen. Tatsächlich aber möchte er Bilder vermeiden, die Medienkonsumenten dazu animieren könnten, außerhalb des Meinungs-Korridors der Regierung zu denken. Und das nicht nur bei Corona,

Auch beim Thema Migration, Klimawandel, Gender. Und wenn man auf aktuelle Umfragen auch unabhängiger Meinungsforschungsinstitute schaut, muss man leider feststellen, dass diese Strategie bisher aufgegangen ist. Leider hat das Volk immer noch nichts gelernt und stellt sich mit großer Mehrheit weiter hinter die Führerin und letzte Verteidigerin der freien Welt samt ihrer glorreichen Legion. Allerdings wohl nur, solange ausreichend Konsumgüter vorhanden sind, um den Mangel an Freiheit durch die Freude am Kauf von Produkten zu kompensieren.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.