(Michael van Laack) Sechs Tatorte, möglicherweise zwei Täter (einer davon erschossen), vier tote Passanten und 18 zum Teil lebensgefährlich Verletzte. Das ist die vorläufige Bilanz eines Terroranschlags gestern Abend im ersten Wiener Gemeindebezirk, dem Herzen der ehemaligen Kaiserstadt an der Donau.

Ein weiterer Anschlag auf Freiheit und Demokratie! Für den linksgrünversifften Teil der politischen Klasse Deutschlands wäre es allerdings sehr wichtig gewesen, nach dem islamischen Terror in Paris und Nizza einen ablenkenden Nazi-Befreiungsschlag vermelden zu können!

Schwer bewaffnet und mit einem Sprengstoffgürtel versehen liegt der erschossene Terrorist (nach Informationen aus dem österreichischen Innenministerium ein IS-Sympathisant) auch noch Stunden später vor der Ruprechtskirche, der ältesten Kirche der Stadt, da man noch auf einen Sprengstoff-Roboter wartet, der die Lage klären soll. Währenddessen erklärt nach Mitternacht nach dem Innenminister auch Bundeskanzler Kurz, dass man davon ausgehe, die Bewaffnung der noch flüchtigen Terroristen sei wohl ähnlich „professionell“.

Da die Terroristen in der Nähe der Wiener Synagoge ihr Mordwerk begannen, hatten alle aufrechten und anständigen Politiker und Journalisten selbstverständlich sofort Halle vor Augen.

Das müssen Rechte gewesen sein – Basta!

So jedenfalls die ersten Reaktionen nicht nur der üblichen Verdächtigen wie z. B. Sawsan Chebli, die das „Nie wieder!“ zum Kern ihres Tweets macht und damit den Terrorakt mit der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten verknüpft. Das können nur Nazis gewesen sein. Punkt!

Vielleicht sogar Personen, die schon mal in dem gleichen Hotel gewohnt haben wie Jörg Meuthen oder Tino Chrupalla. Für die Staatsekretärin auf Abruf wäre das wohl der endgültige Beweis, dass die AfD mitverantwortlich ist.

Auch für den Habeck-Flüsterer Michael Kellner stand schon früh fest, wer in Wien mit Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln unterwegs war.

Unglaubwürdig auch die Stellungnahme der Bundeskanzlerin von heute Morgen. Der Islam gehört zu Deutschland, aber der Islamismus ist unser Feind? Vielleicht mal darüber nachdenken, ob der Koran und die Hadithen nicht doch etwas mit den Taten zu tun haben!

Das Instrumentalisieren der Opfer ist widerwärtig!

Mir ist gerade nicht danach, ausführlich über die Folgen der Migrationspolitik oder die zunehmende Spaltung westlicher Gesellschaften zu schwadronieren. Dazu haben viele und auch wir auf diesem Blog schon manches geschrieben und werden es gewiss auch in Zukunft immer wieder tun.

Ja, einiges mag auf den ersten Blick auf einem rechtsradikalen Hintergrund hingedeutet haben (der Ort des Anschlagsbeginns), anderes deutete allerdings von Beginn an eindeutig auf einem islamischen Hintergrund (die Taktik und das Waffen-Equipment) hin.

Aber mir ist gerade eher nach Traurigkeit. Und ich bin fassungslos über all das, was ich in den sonnenlosen Stunden wieder an politischer Ausschlachtung – leider auch rechts, aber vor allem links – lesen musste.

Eine brutale Szene, aber kein Voyeurismus!

Ich habe in dieser Nacht lange mit mir gerungen, ob ich das Video in den Text implementieren soll oder es klüger wäre, darauf zu verzichten, weil so etwas die Gelüste von Voyeuren bedient. Ich bin zu dem Schluss gekommen: Es muss gezeigt werden.

Vielleicht wird manchem Hass-Kommentator welcher Coleur auch immer dann klar, was da passiert ist: Ein Mensch, der noch viele Jahre hätte leben, lachen und lieben wollen, liegt nun vielleicht schon auf einem kalten Metalltisch in der Rechtsmedizin.

Doch was macht der politische und mediale Betrieb aus diesem menschlichen Drama und dem ungeheuren Schmerz der Eltern, Geschwister, Kinder oder Freunde? Schamlos und mit blutigem Partei-Schaum vor dem Mund ist er schon in der ersten Stunden nach dem grauenvollen Ereignis mit Inbrunst dabei, politisches Kapital für sich und die Seinen daraus zu schlagen. Faktenarm aber effektiv!

Moralisch sind wir schon lange tot!

Mörder waren in Wien ganz offen unterwegs. Das ist das Entscheidende. – Ob in Österreich, Frankreich oder Deutschland: Wir leben in Gesellschaften, in denen immer mehr Menschen offen ihren Hass auf die Straßen tragen. Das hat zweifellos etwas mit dem Islam zu tun, ein wenig auch mit Rechts- und Linksterrorismus.

Tag um Tag verrohen die Ränder der Gesellschaft, die religiösen und politisch Extremen immer mehr. Weil die Mitte verdunstet, weil sie die Bürger im Stich lässt. Die soziologische Unterschicht wächst vor allem dank der ungebremsten „Einwanderung“ aus afrikanischen Staaten. Sowohl die monetäre als auch die intellektuelle. Das ist der Nährboden für jeden Fanatismus.

Jeder soll nach seiner Façon selig werden? Die Mitte und die Konservativen haben über Jahrzehnte versagt. Der point of no return ist erreicht!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.