(Michael van Laack) Was wir vor unserem Urlaub beschrieben hatten: Ein Blog kostet viel Kraft, Zeit, Nerven und hin und wieder auch ein wenig Geld. So gelangen auch David Berger und ich ab und an in verschiedener Hinsicht an unsere Belastungsgrenzen. Aber wir sind immerhin zu zweit, „unwesentlich“ jünger und auch gesundheitlich (Toi, Toi, Toi!) weniger angegriffen als Peter Helmes, der trotz einer sehr schweren Erkrankung in den vergangenen Jahren tapfer weitergekämpft hat.

Um politische Wahrheiten auszusprechen, die in den zunehmend gleichgeschalteten Medien und der Allparteien-Koalition (ohne AfD) kaum mehr jemand auszusprechen wagt, dem an der Fortsetzung seiner Karriere auch nur ein wenig gelegen ist. Für ein konservatives und im Vollsinn der Wortbedeutung liberales Deutschland, für den Schutz und die Werte des christlichen Abendlandes. Für eine Marktwirtschaft, die sich nicht nur sozial nennt, sondern es auch wirklich ist. Gegen einen von unserem Land zunehmend Besitz ergreifenden Islam. Gegen einen aus dem radikalen Feminismus geborenen Gender-Mainstream. Gegen Kirchen, die sich als rechte (nicht: rääächte) Hand der aus der Mitte nach Links gedrifften Regierung verstehen.

Vor allem aber hat Peter Helmes auf Conservo mit manchem Mitstreiter als Gastautor gegen die politische Religion der Merkelianer gekämpft, die unser Land und den ganzen EU-Raum nun binnen eines weiteren Jahrzehnts seit Beginn ihrer „Schreckensherrschaft“ 2005 nach dem Vorbild von Huxleys schöner neuer Welt in den Totalitarismus zu führen droht. Wenn nicht die konservative Wende gelingt, die allerdings ohne konservative Revolution kaum möglich sein dürfte. Und woher die Revolutionäre nehmen? Vor allem: Woher solche Revolutionäre, die sich nicht später selbst als „Schreckensherrscher“ entpuppen?

Christlich, Sozial, Konservativ, Liberal = CONSERVO

Hinzu kommt, dass Peter Helmes seit manchem Jahr nicht nur an einer schweren Krankheit, sondern auch am Zustand und Niedergang „seiner“ Partei – der CDU – leidet, deren Mitglied er seit nunmehr 61 Jahren ist und die er nicht aufzugeben und endgültig loszulassen vermag. Fast so wie im bekannten Gleichnis der Vater den verlorenen Sohn nach dessen Auszug nie ganz aufgegeben und auf seine Umkehr gehofft hat.

Was verständlich ist, wenn man wie er als Bundesgeschäftsführer der Jungen Union, Haupt­geschäfts­führer der CDU/CSU-Mittel­stands­vereinigung und Berater von Franz-Josef Strauß zur Bundestagswahl 1980 tätig war. Wenn man in der Wieder-Aufstiegsphase der Partei nach dem Interregnum von Brandt und Schmidt einen nicht geringen Beitrag geleistet hat, damit eine CDU-geführte Regierung das zu diesem Zeitpunkt immer noch geteilte Deutschland christlich und sozial, konservativ und echt liberal zugleich regieren konnte… Dann verlässt man seine politische Heimat nicht mehr. In guten wie in schlechten Zeiten eben!  Gestern nun ließ Peter Helmes seine Leser wissen, dass seine Kräfte schwinden. Auf seinem Blog schreibt er:

„Schweren Herzens, aber klaren Geistes:

Conservo muss für unbestimmte Zeit aussetzen“

Liebe Leser, liebe conservo-Freunde,

viele von Ihnen haben es schon gemerkt: Meine Kraft verläßt mich zunehmend. In den letzten Tagen habe ich dazu viele aufmunternde und anrührende Zuschriften erhalten; denn die „Aussetzer“ bei meiner Arbeit waren und sind nicht mehr zu übersehen.

Aber es hat keinen Zweck, einer Illusion nachzulaufen. Ich schaffe die tägliche Arbeit nicht mehr und werde deshalb eine Zwangspause einlegen. Vorerst unbefristet, da ich nicht absehen kann, ob und wann ich wieder zurückfinde. Kurz: Ich ziehe mich für eine gewisse Zeit – hoffentlich nicht für immer – zurück. Die, die mich kennen, wissen, daß mir diese Entscheidung unendlich schwerfällt.

Ich habe in den letzten Monaten nach geeigneten Nachfolgern gesucht. Es gab und gibt Interessenten, aber wenn sie hören, wieviel Arbeit, welcher tägliche Stundeneinsatz, welcher finanzielle Aufwand, und – besonders seit „MaasKahane“ – welches juristische Risiko mit dem Betreiben eines solchen Blogs verbunden sind, springen viele ab.

Der „freie Geist“ ist in unserem Staat leider nicht mehr willkommen.

Dem bin ich stets mit offenem Visier entgegengetreten – ohne Bezahlung, ohne Spenden und ohne Werbeeinnahmen. Das hätte ich gewiß noch eine Weile durchgehalten. Aber ich konnte nicht ahnen, daß irgendwann mein Körper und meine Gesundheit nicht mehr mitspielen (vom Protest meiner Frau und meines Arztes ganz zu schweigen).

Die Suche nach einem Nachfolger wird auch durch eine Bedingung von mir selbst erschwert, von der ich nicht abrücken werde:

Ich bin nur unter der Bedingung bereit, den inzwischen zu einer Marke gewachsenen Namen „conservo“ weiter- und damit freizugeben, wenn der Übernehmer ein eindeutiges Bekenntnis zur christlich-abendländischen Basis, zum Konservativsein, zur Sozialen Marktwirtschaft und zur deutschen Nation als unserem Vaterland abgibt.

Mein besonderer Dank gilt all denen, die mich „mitgetragen“ haben. Ich verzichte aber jetzt bewußt darauf, hier Namen zu nennen, da ich niemand verprellen will, dessen Namen ich vielleicht vergesse. Ihr alle, die ich meine, wißt, wen ich besonders achte und für wessen Beiträge ich besonders dankbar bin – übrigens mehr Frauen denn Männer!

Nach zehn erfolgreichen Jahren gehört conservo zu einem der „ältesten“ und geachteten bürgerlichen Blogs. Darauf bin ich stolz. Danke an Euch alle!

Ich wünsche allen Lesern bessere Zeiten und viel Freude.

Mit herzlichen Grüßen

Euer Peter Helmes

Ein semi-persönliches Schlusswort

Danke für alles, lieber Peter. Für Deinen Mut und Deine nie versiegende Hoffnung. Für den Optimismus, den Du trotz der Krankheit immer wieder ausgestrahlt hast. Für Deinen ungebrochenen Willen, andere anzutreiben, anzustecken, anzuleiten. Danke für manchen wertvollen Hinweis zwischen den Zeilen in privaten Nachrichten. Vor allem aber Danke für Dein Vorbild. Manch einer der jüngeren oder jungen Blogger hätte manches von Dir lernen können, wenn er es denn gewollt hätte. Manch einer hat es vielleicht sogar…

Auch wenn Du nun vermutlich nicht mehr bloggen und deshalb nicht mehr ganz so viele Menschen mit Deinen Artikeln erreichen wirst: Wir hoffen, dass wir dennoch hin und wieder Neues aus Deiner Feder an anderen Orten lesen dürfen. Sowohl im Rahmen Deiner Tätigkeit für die „Deutschen Konservativen“ als auch hier und da mit einem kleinen Exkurs auf Facebook. Wir sind dankbar, dass wir Dich zehn lange Bloggerjahre lesen durften und möchten Dich auch weiterhin behalten. Und das nicht nur in bester Erinnerung!

Wir bleiben dem Vaterland treu!

Nec laudibus, nec timore. An jedem Ort und zu jeder Zeit! – Und noch ein Letztes: Mein Großvater väterlicherseits hat immer gesagt: „Die besten ‚Nachrufe‘ sind solche, die noch zu Deinen Lebzeiten verfasst werden.“ Dieses Wort war mir Motivation, den Artikel so anzulegen, wie er nun vorliegt. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja doch irgendwann ein aus heutiger Sicht kaum erwartbares Comeback! Das Schlimmste erwarten und das Beste hoffen. Auch dies an jedem Ort und zu jeder Zeit!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.