(Michael van Laack) Die Kanzlerin, die Bundesfamilien-Ministerin und die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration sind sich einig: Die Personengruppe der Migranten und Asylsuchenden ist jene, die unter Corona am meisten leidet. Sprachkurse und Bespaßungs-Veranstaltungen fallen aus, die Jobsuche ist erschwert. Und vor allem Frauen, die nicht in die Kategorie „biodeutsch“ fallen, leiden sehr unter den unumgänglichen Restriktionen zur Bekämpfung der Pandemie.

Deshalb war Corona auch das Hauptthema beim heutigen 12. Integrationsgipfel mit der Kanzlerin, Islamverbänden und einigen NGOs, die im Bereich Migration tätig sind. Die Beratung habe ergeben: Es muss deutlich mehr Geld in die Hand genommen und auch Personal aufgestockt werden, damit die bei uns lebenden und arbeitenden Migranten bzw. Asylsuchenden nicht den Eindruck gewinnen, Deutschland sei nicht mehr das attraktive Gastland Nr. 1 weltweit.

Online-Sprachkurse – Mehr Engagement der Job-Center

Es könne nicht sein, so führte Frau Widmann-Mauz aus, dass Migranten, die ihren Job aufgrund der Corona-Einschränkungen verloren hätten, lange auf ein neues Job-Angebot warten müssten. Deshalb werde man den Job-Center-Mitarbeitern nun Beine machen, damit sie sich rascher und effektiver engagieren. Denn wer keinen Job hätte, bei dem würde die Integrationsbereitschaft sinken. Gleiches gälte für Sprachkurse. Es könne nicht sein, dass die Länder zwar in der Lage seien, Möglichkeiten zu schaffen, in Krisensituationen Lehrer ihre Schüler unterrichten zu lassen, Sprachkurse hingegen häufig ausfielen.

Das Erlernen der Sprache sei wichtig, um den Migranten und Asylbewerbern gute Karriere-Perspektiven zu ermöglichen. Bundeskanzlerin Merkel hatte zuvor schon ausgeführt, dass Migranten als Ärzte, Krankenschwestern und Apotheker eine tragende Säule im Kampf gegen die Pandemie seien. Deshalb – so Widmann-Mauz – sei es von größter Bedeutung, dass das Potential, welches in vielen erst jüngst zu uns gekommenen „Einwohnern“ liegt, voll ausgeschöpft werde.

Eine halbe Million leidender Frauen

Deshalb habe man schon vor einigen Wochen begonnen, in Telefon- und Online-Interviews und durch Befragung in Asylbewerber-Heimen bei insgesamt einer halben Million Frauen mit Migrations-Hintergrund in ihrer Muttersprache zu eruieren, was ihre Sorgen und Nöte, Wünsche und Ziele seien. Auch dies wäre ein sehr wichtiges Projekt, das weiter ausgebaut werden müsse! Denn aus Gründen (die vermutlich aus Sicht von Frau Widmann-Mauz nichts mit dem Islam zu tun haben), litten besonders viele Frauen mit Migrationshintergrund in Corona-Zeiten unter Isolation und hätten nicht den Mut, sich um Jobs zu bemühen.

Integration könne – fasste die Bundesbeauftragte zusammen – nur gelingen, wenn „wir alle“ uns jetzt anstrengten, um den durch Zukunftsängste entstandene Druck schnellstmöglich von diesen Personengruppen zu nehmen. Unsere Gesellschaft sei bunt und solidarisch. Dies gälte es nun unter Beweis zu stellen. Mit mehr Zeitaufwand, mehr Geld, mehr Personal und neuen vom Bund finanzierten Projekten. Sowohl staatlichen Projekten als auch solchen von Migrations-NGOs oder einzelnen Playern der Zivilgesellschaft.

Migranten ermuntern, mehr Kinder zu bekommen

Zusammenfassend dürfen wir Biodeutschen also froh und dankbar sein: Die Bundesregierung wird in Zukunft noch mehr dafür tun, dass wir ein attraktives Land für alle bleiben, die schon zu uns gekommen sind oder dies noch planen. Ganz wichtig war den Beteiligten deshalb auch, dass man bei Moscheeverbänden um mehr Verständnis für die Corona-Restriktionen werbe, aber im religiösen Bereich auch zu Kompromissen bereit sei. Denn schließlich gehört der Islam zu Deutschland!

Bundesfamilien-Ministerin Giffey war es auf Nachfrage eines Jounalisten dann auch noch wichtig, zu betonen, sie ermuntere Familien mit Kindern, die Chance zur Migration nach Deutschland weiterhin zu nutzen. Diese sollten sich nicht von Corona abschrecken lassen. In Deutschland ist die Geburtenrate wieder rückläufig, so dass es wichtig sei, in ausreichender Zahl zukünftige Arbeitskräfte zu gebären, die den Wohlstand und die Rente sicherten. Auch die bereits in Deutschland lebenden Familien dieser Zielgruppe wolle sie Zukunftsängste nehmen. Kinder seien in vielerlei Hinsicht die Zukunft unseres Landes. Für sie werde in Krippen, Kitas und Schulen bestens gesorgt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.