(Michael van Laack) Ob Bundesgesundheitsminister Jens Spahn oder Kanzleramts-Chef Helge Braun: Alle zeigen sich wieder besorgt wie im April und bemühen weitgehend dasselbe Wording. Von „Es gilt jetzt besonders, die alten Menschen zu schützen“ über „Wir können es nur gemeinsam schaffen.“ bis „Die Krise ist noch lange nicht vorbei“ ist wieder alles dabei. Es riecht nach einem zweiten Lockdown. Obwohl weiterhin alle betonen, dass sie diesen auf keinen Fall wollen.

Ehrlicherweise sollten sie sagen: Ein zweiter Lockdown würde die Wirtschaft massiv beschädigen und in Teilen zerstören. Schon jetzt drohen einigen Branchen Insolvenzen im Bereich von 50 % und darüber.

Was aber führte dazu, dass die Zahlen „dramatisch ansteigen“ (heute meldet RKI wieder über 4.000 Meldungen der Gesundheitsämter). Trump kann nicht verantwortlich sein, denn der angeblich durch sein übles Vorbild geschaffene „Hotspot White House“ ist sehr weit entfernt von NRW, Berlin und Bayern.

Zweiter Lockdown aus Furcht vor Insolvenzwelle?

Spätestens zum Jahresende werden grausame Wahrheiten die Bevölkerung verunsichern. Denn mit der stufenweisen Wiedereinführung der Insolvenzpflicht wird eine Welle von Konkursen vor allem durch Gastronomie und Einzelhandel schwappen, aber auch systemrelevante Industrie erfassen. Auch schwächelt immer noch Deutschlands Export, was vor allem an der schwindende Kaufkraft europäischer Nachbarn und an Unsicherheiten auf dem nordamerikanischen und asiatischen Markt liegt.

Wenn nun eine Konkurswelle kommt, die Zahl der Arbeitslosen massiv steigt und somit auch die Abhängigkeit zahlreicher Familienangehöriger wächst; wenn in der Folge der Insolvenz mittelgroßer Unternehmen auch die Zulieferer-Kette ins Wanken gerät und weitere Kurzarbeit entsteht… dann sähen wir deutliche Auswirkungen darauf in der Zeit der sonstigen Frühjahrsbelebung im April und Mai. Für die Regierungsparteien und Merkels zukünftigen Koalitionspartner mit Blick auf die Wahl im Herbst ein Super-Gau.

Jetzt beginnt die Einschwörungs-Phase

Es muss also aus Sicht dieser Akteure gelingen, den durch unmäßige Corona-Restriktionen entstandenen Schaden so lange als möglich fast unsichtbar zu halten. Nach dem zweiten Lockdown (am besten Mitte bis Ende November) werden die Maschinen angeworfen, um Geld für das erneut im Eilverfahren durch den Bundestag gewunkene milliardenschwere Rettungspaket zu drucken. Die Insolvenzpflicht wird bis August 2020 ausgesetzt. Dann läuft die Wahl des Duos Laschet/Habeck oder Habeck/Laschet reibungslos. Anschließend kann man auf harte Zeiten einschwören und jede Steuererhebung (z.B. Sondersteuer für Fleisch unterhalb des Demeter-Levels) oder Konsumeinschränkung mühelos begründen.

Höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise bzw. neue Besteuerung auf diese und andere Produkte ließen sich dann nicht mehr nur mit dem Klimawandel begründen: „Alle Bürger müssen jetzt zusammenstehen. Nun, nachdem wir das Virus gemeinsam besiegt haben, bleibt der Regierung, die das Volk gewählt hat, nichts anderes mehr übrig, als von jedem Einzelnen Opfer zu verlangen.“ Diese oder ähnliche Einlassungen dürfen wir ab Otober 2021 getrost erwarten.

Auch neue Schul-Schließungen wahlkampftaktisch klug

Das neue Schuljahr ist noch jung, doch schon jetzt warnen viele Pädagogen, in dessen Verlauf würde sich zeigen, wie massiv die Defizite vieler Schüler angewachsen sind. Auch in diesem Bereich kann sich die Bundesregierung vor den Wahlen 2021 kaum leisten, die Folgen der langen Schulschließungen und der immer noch hohen Ausfälle von Unterrichtsstunden vor der Bundestagswahl offenbar werden zu lassen.

Würde man aber noch einmal „gezwungen“ sein – sagen wir mal von den Weihnachtsferien bis zu den Osterferien – die Schulen zu schließen, dürften gewiss viel mehr Eltern Verständnis dafür zeigen, dass die Defizite der Kids – die sich im Sommer 2021 offenbart hätten – nicht zu vermeiden waren. Notfalls könnte man auch auf die Ausstellung von Zeugnisse landes- oder bundesweit verzichtenverzichten.

Vermutlich auch deshalb hat Bundesgesundheitsminister Spahn heute anklingen lassen, dass es aktuell die sorglosen jungen Menschen seien, die die Volksgesundheit gefährdeten:

Demonstrationsverbote wären hilfreich für die Merkelianer

Was gibt es Schlimmeres als Demonstrationen gegen die Politik der Bundesregierung? OK, vielleicht Reden der AfD in den Parlamenten, aber da kann man ja das Gehirn auf Durchzug stellen oder auf der Regierungsbank desinteressiert auf dem Smartphone „Schiffe versenken“ spielen. Folglich ließen sich während und auch nach einem zweiten Lockdown Demonstrationsverbote bzw. Teilnehmer-Beschränkungen locker bis in die Zeit vor der BTW 2021 verlängern.

Und auch der katholische Klerus wäre sehr froh: Weniger Gottesdienste und Arbeitskreise bedeutet mehr Tagesfreizeit bei vollem Gehaltsbezug. Besser kann das doch gar nicht laufen, oder? Deshalb kann der Autor dieses Artikels all jene Akteure voll gut verstehen, die aktuell systematisch und in kleinen Schritten einen zweiten Lockdown vorbereiten, den sie offiziell selbstverständlich nicht wollen.

Strategisch ist das, was wir seit März sehen, eine wahre Meisterleistung des Zusammenspiels von Politik und Medien. Für unser Vaterland ist es eine Katastrophe. Aber wen interessiert schon noch das Vaterland und seine Bürger? Schließlich sind wir alle zu Höherem berufen: Nämlich Teil einer neuen Weltordnung von der UNO, der EU-Kommission und des Papstes Gnaden zu werden!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.