(Michael van Laack) Vor knapp zwei Wochen hatte die in der bunten Republik hochverehrte Frau Bundesverteidigungsministerin den bisherigen MAD-Präsidenten Christof Gramm von seinen Aufgaben entbunden und in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Irgendein Opfer musste ja gefunden werden, dem man die Letztverantwortung für angebliche oder tatsächliche „rechte Umtriebe“ – vor allem im Kommando Spezialkräfte (KSK) – in die Schuhe schieben konnte. Heute nun ernannte die Interimsvorsitzende der CDU seine Nachfolgerin.

AKK selbst konnte man nicht zur Verantwortung ziehen, da sie unter dem persönlichen Schutz von Angela Merkel steht. Und Merkels Unberührbarkeit (Unfehlbarkeit) wagt im besten Deutschland aller Zeiten niemand ernsthaft zu bestreiten, der nicht masochistisch veranlagt um die Vernichtung seiner Biografie bettelt.

Bisher war Frau Rosenberg als Bundeswehrdisziplinaranwältin tätig. Viel mehr wissen wir über sie auch nicht. So ist z.B. nicht bekannt, ob sie zweiten oder dritten Grades mit dem ehemaligen Chefredakteur des „Völkischen Beobachters“ und späterem Reichsminister für die besetzten OstgebieteAlfred Rosenberg – verwandt ist. In Ihrem Interesse hoffen wir allerdings, dass dem nicht so ist. Wäre echt schade, wenn die Kariere aus Sippenhaftgründen jäh beendet werden müsste.

Was macht Frau Rosenberg außer Nazis jagen?

Als Bundesdisziplinaranwältin war sie für die Überwachung aller Disziplinarverfahren gegen Bundeswehrsoldaten letztverantwortlich. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Anwälten der Bundesländer achtete sie streng darauf, dass die Verfahren möglichst schnell, ohne Ansehen der Person und gewissenhaft geführt wurden. Egal, ob es sich um Trunkenheit am Steuer, kleine Diebstähle, Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz oder eben schwere „rechte Umtriebe“ wie z.B. das Absingen des ganzen Deutschlandliedes beim Manöver handelt.

Als Nachfolgerin des im „Kampf gegen rechts“ von Grün und ganz Links als Totalversager bezeichneten Gramm soll Rosenberg deshalb nach dem Willen der Verteidigungsministerin in enger Abstimmung mit dem Verfassungsschutz ihr Hauptaugenmerk auf das Aufdecken weiterer Nazi-Verschwörungen wie jener im KSK richten. Mit Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang wird sie sich zweifellos genau so glänzend verstehen wie einstmals Hans Georg Maaßen mit Christof Gramm. Nachdem diese „Achse des Rechten“ entsorgt wurde, dürfte dies auch mühelos gelingen.

Linksradikale und muslimische Fanatiker?

Die gibt es gewiss auch, aber die sind nicht ganz so gefährlich. Linksradikale Soldaten werden ohnehin gebraucht, um ausreichend mit Meldungen über rechtes Gedankengut bei Kameraden versorgt werden zu können. Und eine zu intensive Beobachtung muslimischer Soldaten würde den Vorwurf der Islamophobie in der Truppe befeuern. Also gilt es, das Militär vorrangig von allem abzuschirmen, was nicht dem Denken der „Zivilgesellschaft“ (früher nannte man das Volksgemeinschaft) dient

Aber wir wollen Frau Rosenberg mit diesem Artikel selbstverständlich nicht vorverurteilen. Vielleicht überrascht sie uns ja und gibt in den nächsten Monaten den weiblichen Gorbatschow beim MAD und deckt ein antifaschistisches Netzwerk auf, das Kriegswaffen stiehlt und nach Venezuela oder Kolumbien verschifft… Oder einen Dealer-Ring muslimischer Soldaten, deren große Brüder in den Clans voll im Geschäft sind. Weshalb auch sie kein Unrechtsbewusstsein beim Verkauf von BTM haben.

Mehr Gendergerechtigkeit und Kitas beim MAD?

Zu befürchten ist allerdings das Gegenteil, denn anlässlich der Bekanntgabe der Ernennung erklärte die Bundesverteidigungsschwächungs-Ministerin vorhin, Hauptaufgabe von Rosenberg sei „Stärkung des Kampfs gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr“ und ein „Programm zur weiteren Modernisierung“ des Dienstes. Welche Vorstellung AKK von Modernisierung hat, wurde uns in den letzten Jahren mehrfach deutlich vor Augen geführt: Wichtig ist nicht die Verteidigungsfähigkeit, sondern die Schaffung von Wohlfühloasen. Bunter soll die Bundeswehr werden (vielleicht demnächst eine Frauen- und Migrantenquote bei Stabsoffizieren?), finanziell attraktiver und familienfreundlicher.

Zwar lassen sich solche Ideen und bereits vollzogene Strukturveränderungen nicht Eins zu Eins von der Bundeswehr auf den MAD übertragen, aber auch hier dürfen wir gewiss sein: Es wird alles besser! Mehr LGBTI, mehr Verständnis für die Bedürfnisse von Muslimen im Dienst, weniger politisch konservative Sichtweisen.

Step by Step erobert die politische Religion der Merkelianer alle strategisch wichtigen Dienste, Institutionen und Einrichtungen der Republik. Damit endlich „unsere Demokratie“ Wirklichkeit werden und jene – die den Vätern und Müttern des Grundgesetzes noch eine Selbstverständlichkeit war – als konservativ-revolutionär in die Geschichtsbücher verbannt werden kann. Denn diese waren aus der zivilgesellschaftlichen Rückschau betrachtet  bekanntlich mehrheitlich total rääächts!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.