(Michael van Laack) Aus fünf der 27 deutschen Diözesen hören wir seit Monaten kritische Worte zum „Synodalen Weg“, den DBK zusammen mit ZdK gepflastert hat, Angeblich aus Anlass einer Studie über sexuellen Missbrauch initiiert – tatsächlich aber mit dem primären Ziel, „Reformen“ durchzusetzen, die Christus das Wort im Mund umdrehen, die im Lauf der Kirchengeschichte entstandenen Traditionen auslöschen und das Kirchenrecht untergraben wollen.

Die mahnenden und warnenden Stimmen sind in einer Kirche, die sich zunehmend  dem Sozialismus  annähert (Theologie der Befreiung, Feminismus, Gender, System-Change) in der Minderheit. Die lauteste Stimme ist die des Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, der deshalb selbstverständlich von den gleichgeschalteten Medien mehr und mehr in die rechte Ecke geschrieben wird. Allerdings nicht nur von diesen. Der Vorsitzende der DBK – Georg Bätzing, Bischof von Limburg, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und vor allem der seinem Nachnamen immer mehr „Ehre“ machende Erzbischof von München und Freising – Reinhard Kardinal Marx – wissen um den Einfluss eines der wichtigsten Erzbistümer der Weltkirche und das Gewicht der Stimme, das dessen jeweiliger Oberhirte seit Jahrhunderten in Rom besitzt.

Irrenden den Weg zeigen, statt mit ihnen zu gehen!

Gestern nun hat Woelki vor dem Ratzinger-Schülerkreis in der Ewigen Stadt einen Vortrag gehalten, den man auch als Brandrede bezeichnen könnte und der deshalb nach Konsequenzen schreit. Ob die folgen werden, dürften die nächsten Wochen zeigen. Was mich betrifft, so kann ich den Erzbischof nur ermutigen, sie zu vollziehen und so ein Zeichen zu setzen, dass das aktuell nur beobachtende Rom zum Handeln veranlasst.

In seiner Predigt am 23. September anlässlich der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe, sagte der Kardinal u.a. „Es heißt im Evangelium schließlich: ‚Wenn euch aber die Leute nicht aufnehmen, dann geht weg aus jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie!‘ Das macht deutlich: Es kann passieren, dass das Wort Gottes nicht angenommen wird. Da ist dann unter Umständen die Versuchung groß, dem Wort Gottes etwas hinzuzufügen, um es angenehmer zu machen.“

Den Staub von den Füssen schütteln. Das lässt sich auch auf den „Synodalen Weg“ anwenden. Wer Christi Lehre nicht in Gänze annehmen und die Traditionen und Strukturen der Kirche rücksichtslos den eigenen Interessen und denen der außerkirchlichen „Zivilgesellschaft“ anpassen will, mit dem soll man keine Gemeinschaft mehr pflegen. Es gilt, den Staub dieses Weges von den eigenen Fußsohlen zu klopfen und wieder mit Christus nach Emmaus zu gehen.

Woelki warnt vor dramatischen Folgen

Viele Delegierte des „Synodalen Weges“ würden den Irrtum mit der Wahrheit vermischen. Sie sprächen von einer „Weiterentwicklung der Lehre“, würden sich aber gezielt von dem abschneiden, was seit Ewigkeit wahr ist. Deshalb seien ihre Reformbestrebungen mehrheitlich auch keine Weiterentwicklungen, sondern Neukonstruktionen ohne das notwendige Fundament (Traditions- und Lehrentwicklung der Kirche).

Die Entwicklung ginge mittlerweile sogar so weit, dass Vorschläge, die einen „völligen Gegensatz zum bisherigen kirchlichen Lehramt“ darstellten, als Weiterentwicklung dargestellt würden. Dies würde vor allem deutlich in den Texten zu „Diensten und Ämtern der Frauen“, die als Voraussetzung für das Priesteramt der Frau und Quoten in sämtlichen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Bereichen die Aufhebung des Zölibats sähen. Denn in der Gedankenwelt der Kirchen-Revolutionäre muss rasch ein innerkirchlicher System-Change her. Klotzen statt Kleckern!

„Synodaler Weg“ entfernt sich von Christus

Diametral zur Offenbarung wolle man Reformen durchsetzen. Aber sie nicht gemeinsam mit der Weltkirche auslegen und die Lebenswirklichkeiten in den unterschiedlichen Gesellschaften unserer Erde betrachten, sondern FÜR die Weltkirche auslegen, um die seit Christi Himmelfahrt immer mehr verschüttete Ur-Kirche mit dem echten – offensichtlich dem deutschen – Christus an der Spitze wieder zum Vorschein zu bringen. Am Ende des so genannten Reform-Prozesses will man deshalb der Weltkirche die eigenen Beschlüsse als neue Idealkirche vorstellen. Auch Kardinal Woelki scheint mittlerweile klar geworden zu sein, dass Ergebnisoffenheit das Letzte ist, was die Delegierten leitet.

Das gewünschte Ergebnis wurde bereits in die einleitenden Texte der verschiedenen Foren geschrieben: Abschaffung des Zölibats, Priesterweihe für die Frau, Wandlungsvollmacht am Altar nicht nur für Priester, Predigt durch jederfrau, -mann und -divers, Katholische Ehe für alle. Gesetzliche Scheidung soll auch kirchliche Ehe automatisch scheiden, Gender-Mainstreaming als 11. Gebot. Zusammenschluss der evangelischen und katholischen Kirche nicht nur zu einer „Mahlgemeinschaft“, sondern zur einen, ehemals heiligen, nicht mehr katholischen aber doch irgendwie noch christlichen deutschen Weltkirche.

Eminenz, setzen Sie ein Zeichen. Weg mit dem Staub!

Ziehen Sie die Vertreter Ihres Erzbistums vom „Synodalen Weg“ ab. Bemühen Sie sich, auch andere Bischöfe mitzunehmen auf dem Weg nach Emmaus. Weg vom Weg nach Wittenberg, weg vom Weg nach Berlin und Brüssel. Und somit weg vom Weg nach Sodom und Gomorrha!

Zweifellos würden ihre liberalen, lebenswirklichen und bunten Kollegen im Bischofsamt und auch Vertreter der Laienräte und Vereine im eigenen Bistum über Sie herfallen! Jene, von denen meiner Ansicht nach der ein oder andere nicht einmal mehr die Unterschiede zwischen Mohammed, Buddha und Christus benennen kann oder gar will. Die in Herz und Geist persönlich verweltlicht nur noch von den eigenen Interessen geleitet sind: Zuerst komme ich, dann die Interessen meines engsten Umfelds, dann der Kaiser (Regierung) dann mein Bistum, dann die Weltkirche und dann Christus (wenn es sich nicht vermeiden lässt). Solche, die erst einmal schauen, was denn die Bundesregierung und die Leitmedien sagen, bevor er sich zu diesem oder jenem Thema äußern.

Niemals darf Menschenfurcht uns leiten!

Auch die Medien würden in diesem Fall als reißende Wölfe gegen Sie in Erscheinung treten: Der erzkonservative, mittelalterlich verstaubte, frauen- und islamfeindliche Erzbischof. Ein Feind der Freiheit und „unserer Demokratie“. Blind für die Lebenswirklichkeit und die Wünsche der einfachen „Tiefgläubigen“! Lassen Sie sich davon nicht beirren, lieber Herr Kardinal. Christus hat für uns wesentlich mehr gelitten, als Medien, Politik und andere uns antun können und werden, sollten wir es wagen, dem Irrtum zu widerstehen und den Feind der Offenbarung zu fliehen. Sie sind ein mutiger Mann, der immer das Ganze im Blick hat. Wenn Sie weiterhin Gemeinschaft mit den Synodalen halten, wird Ihr Blick zwangsläufig verengt und getrübt. Doch selbst ein unbeeinträchtigt sehender Augenarzt äre unter Blinden nutzlos! Vor allem, wenn die Blinden sich per Mehrheitsbeschluss selbst sehend machen zu können glauben.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.