(Michael van Laack) Nichts dazugelernt seit 1933! Ein hartes, aber treffendes Urteil, wenn man die öffentlichen Äußerungen zahlreicher deutscher Politiker und Institutionsvertreter seit Gründung der AfD bzw. Merkels Islamimport-Gelüsten ab 2015 betrachtet. Die Reaktion des Exekutiv-Vizepräsidenten des Internationalen Auschwitz-Komitees – Christoph Heubner – auf die Wahl von Dr. Reinhard Etzrodt (AfD) zum Vorsitzenden des Geraer Stadtrat ist hierfür nur ein besonders abartiger, aber nicht der erste Beleg.

„Würdelos und geschichtsvergessen“ hätten jene gehandelt, die Etzrodt wählten, erklärte er. „Überlebenden von Auschwitz“ müsse dies „wie Hohn in den Ohren klingen“, legte er nach.

Ins Gesicht schlagen hier nicht jene Kommunalpolitiker, welche den AfD-Mann mitgewählt haben, den Überlebenden von Auschwitz und anderen Konzentrationslagern. Sondern einzig und allein Christoph Heubner. Denn er setzt einen pensionierten Arzt, der Patienten aller Religionen und Hautfarben ohne Ansehen der Person medizinisch auf den Weg zur Heilung ihrer Gebrechen geführt hat, mit jenen Schergen Hitlers gleich, die oft auch Angehörige der Überlebenden vergast haben.

Christoph Heubner, evangelischer Holocaust-Relativierer?

Ihn stellt er auf eine Stufe mit Mördern, die Müttern, Vätern und Kindern der Überlebenden die Goldzähne herausgebrochen haben, nachdem sie ihnen ins Genick geschossen hatten. Ihn stellt er gleich mit den grausamen Lagerärzten, die „medizinische Experimente“ an Juden vornahmen wie an Laborratten.

„Hohn in den Ohren der Überlebenden“? Höhnisch, zynisch und charakterlich auf tiefster Stufe. Heubner relativiert die unendlichen Leiden von sechs Millionen ermordeter Juden und all der psychisch und physische leidenden Überlebenden, wenn er einen demokratisch und geheim gewählten AfD-Stadtratsvorsitzenden in eine Reihe mit den Schlächtern des Nationalsozialismus stellt.

Ist Reinhard Etzrodt ein Antisemit oder gar ein Voll-Nazi? Hat er angekündigt, dass bald Muslime, Juden, Zigeuner oder katholische Priester und Ordensleute aus Gera deportiert oder zumindest ins Gefängnis gesteckt und ihres Vermögens beraubt werden sollen? Will er ein auf Gera zugeschnittenes Ermächtigungsgesetz durch den Stadtrat bringen, um dann tun und lassen zu können, was ihm beliebt?

Nichts von alledem! Die Äußerungen Christoph Heubners zeigen klar und deutlich: Auch Vereinigungen, die das Andenken an den Holocaust in der Gesellschaft stets wach halten und vor Antisemitismus aller Art warnen sollen, haben sich von Politik und Medien gleichschalten und zum Kampfinstrument gegen die bürgerliche Opposition umbauen lassen.

Für Linke gilt: AfD = Antisemiten und Nationalsozialisten

„Antisemitismus ist in der Gesellschaft weit verbreitet“, lesen wir in diesen Jahren immer wieder. Freilich wird nicht definiert, durch welche Akte und Worte dieser Antisemitismus zum Ausdruck gebracht wird, sieht man mal von Anschlägen wie dem in Halle ab. In solchen Fällen wird zurecht ausgiebig das Problem des Antisemitismus in der Gesellschaft erörtert – Allerdings zumeist nur ideologisch, um mal wieder über die AfD als „politischen Arm des Rechtsradikalismus“ berichten zu können.

Über die vielen kleinen Anfeindungen von Juden im täglichen Leben spricht man nicht. Vor allem dann nicht, wenn sie von Muslimen ausgehen, die gern mal eine Kippa vom Kopf reißen, Juden bespucken oder schlagen, antisemitische Phrasen auf Arabisch an Synagogen oder Privathäuser und -autos schmieren.

Gern genommen werden von den Medien in solchen Fällen nur Hakenkreuze. Der Antisemitismus muslimischer Menschen wird nur am Rande schamhaft erwähnt. Aber dann folgt zumeist schon im nächsten Satz der Input an Zuschauer oder Leser, das habe eigentlich gar nichts mit dem Islam zu tun. Das seien nur Radikale, die den Koran und die Hadithen nicht richtig verstanden hätten.

Ein Anhänger Luthers im Auschwitz-Komitee – Darf das?

Vielleicht sogar für keinen einzigen Juden ein Problem? Christoph Heubner wird das gewiss so sehen. Aber er ist ja auch kein Jude, sondern evangelischer Christ. Konfessionsgründer Dr. Martin Luther darf ohne Übertreibung als der wirkungsgeschichtlich bedeutendste Antisemit des 16. Jahrhunderts bezeichnet werden. Und auch zu Zeiten des Nationalsozialismus haben sich große Teile der evangelischen Bevölkerung mit Hitler solidarisiert, einige gar unter der Führung von Reichsbischof Müller eng um ihn geschart.

So stellt sich die Frage: Wenn die Wahl eines AfD-Manns zum Stadtrats-Vorsitzenden die Holocaust-Überlebenden verhöhnt, weil man der AfD als Partei – ohne jeglichen Beweis führen zu können – unterstellt, sie stünde in der Tradition des Nationalsozialismus – wie kann man dann zulassen, dass ein Mann wie Heubner, der Mitglied einer Konfession ist, die den Antisemitismus Luthers noch nicht einmal ansatzweise aufgearbeitet hat und deren exponierte Vertreter sich bis zum letzten Atemzug kämpfend um Hitler versammelt haben, zum Vize-Präsident des Auschwitz Komitees wird? Ist das nicht eine weitaus stärkere Verhöhnung?

Merkels Islam-Import: Für Auschwitz-Überlebende OK?

Leute wie Heubner haben selbstverständlich mit Kommunisten und Sozialisten kein Problem. Die unterstützt man gern im „Kampf gegen rechts“. So auch in Gera. Ob der Vize-Präsident sich schon mal Gedanken darüber gemacht hat, dass Politiker der Linkspartei in Stadträten, Landesparlamenten oder gar im Amt eines Ministerpräsidenten bei vielen Juden nicht gut ankommen? Denn nicht nur in der „Kommunistischen Plattform“ finden sich nicht wenige lupenreine Antisemiten, die mit AfD-Mann Gedeon d’accord gehen in der Bewertung der Juden. Nein, grundsätzlich stellt sich die Linkspartei immer wieder an die Seite der Hamas oder PLO gegen Israel. Auch Iran-Kritik kommt kaum über ihre Lippen.

Mit dem Islam haben Leute wie Heubner noch weniger Probleme. Je bunter Deutschland wird, umso mehr Gegner der verhassten AfD-Nazis sind im Land. Als Mitglied einer mittlerweile vollständig verweltlichten Kirche dürfte ihm ohnehin der Unterschied zwischen Christus und Mohammed wie auch Bibel und Koran kaum mehr erhellen. All die Morde der Muslime an Juden und Angehörigen anderer Religionen in den vergangenen 1.400 Jahren? Was solls, Schwamm drüber! Die Kreuzzüge der gefühlten Vorgänger der AfD-Anhänger waren viel schlimmer, weil sie sich islamophob verhielten, als sie versuchten, Jerusalem von osmanischen Horden zurückzuerobern. Das ist die unerbittliche Logik aller postchristlichen Protestanten und leider auch mancher Katholiken. Von Atheisten will ich hier erst gar nicht sprechen.

Kein Judenfreund – Sondern ein Legionär Merkels

Auch die Tatsache, dass noch in unseren Tagen Juden und Christen in vielen muslimischen Ländern faktisch rechtlos sind und in ditib-Moscheen des Judenfeindes Erdogan regelmäßig gegen Israel und die Juden in Deutschland gepredigt wird, stellt kein Problem dar. Ehr- und charakterlose Gestalten wie Christoph Heubner würden selbstverständlich schweigen, wenn ein radikaler Muslim Stadtratsvorsitzender würde. Denn das wäre ein guter – Merkels politische Religion unterstützender – Antisemit.

Wie auch immer! Aus meiner Sicht ist Heubner selbstverständlich kein Geschichts-Revisionist, der den Holocaust leugnet, Zahlen anzweifelt oder Schuld von den Schultern der Nazis nehmen will. Aber doch ein Holocaust-Relativierer. Warum sonst sollte er die Judenmörder der Non-Vogelschiss-Periode mit einem Arzt im Ruhestand, der Stadtrats-Vorsitzender wurde, in eine Reihe stellen? Und deshalb meine abschließende Frage:

Zum Schluss ine persönliche Frage an Herrn Heubner

„Sehr geehrter Herr Heubner: Steht der Holocaust historisch aus Ihrer Sicht in der historischen Wertigkeit auf einem Level mit der möglichen Mitwahl eines Stadtrats-Voritzenden der AfD durch die CDU? Falls dem so wäre, sollten Sie sich für die umgehende Absage aller weiteren Holocaust-Gedenkfeiern einsetzen und die Schließung der entsprechenden Gedenkstätten und Museen empfehlen. In der Folge auch die Selbstauflösung Ihres Komitees in Betracht ziehen.

Denn an die Wahl vom vergangenen Donnerstag und den Namen des Gewählten wird sich schon 2021 kaum mehr jemand erinnern, falls er bei Günther Jauchs ‚Wer wird Millionär‘ danach gefragt würde! Sollte es nicht so sein, wäre es ein Zeichen der Größe , wenn Sie sich bei Herrn Etzrodt für Ihre unangemessenen Einlassungen entschuldigen würden.“

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.